Mal was saftiges - Rubrik "Stupid, its the Management"
Ölscheichs ziehen 600 Millionen Euro von CS ab (insideparadeplatz.ch)
Middle-East-Staatsfonds wollte bei Clariden-Aktienteam bleiben - Rückschlag für Bigboss Hans-Ulrich Meister.
14. Juni 2012 / 07:59 / lh
Die Promotour läuft wie geschmiert. Ober-Privatebanker Hans-Ulrich Meister preist in Interviews die Clariden-Leu-Intergration ins Credit-Suisse-Mutterschiff als Erfolg an. “Bis jetzt läuft alles nach Plan”, sagte Meister der Finanz und Wirtschaft.
Nicht an Meisters Plan halten sich offenbar einige Grosskunden. Einer der wichtigsten, ein bekannter Staatsfonds einer arabischen Ölnation, löste kürzlich eine jahrelange Beziehung zum Finanzmulti auf.
Laut mehreren Insidern verliert die CS auf einen Schlag ein Aktienmandat im Wert von rund 600 Millionen Euro.
Ein CS-Sprecher wollte keine Stellung nehmen.
Der Sovereign Fund aus dem kleinen Golfstaat hatte sein Geld seit langem von einem kleinen Aktienteam der CS-Tochter Clariden Leu betreuen lassen.
Die Beziehung stimmte für beide Seiten, sagen mehrere Quellen. Die Araber kriegten eine gute Performance, der Clariden Leu blieb trotz enger Marge eine akzeptabler Gewinn.
Die Ausgangslage änderte sich letzten Herbst. Damals beschlossen CS-Bigboss Meister und seine Vorgesetzten, der Clariden den Stecker zu ziehen und die Traditions-Privatbank ins eigene Reich zu holen.
Die Araber reagierten wenig erfreut. Sie pochten darauf, die langjährige Beziehung mit ihrem alten Team fortzusetzen. Einen Wechsel zu neuen Betreuern würden sie nicht akzeptieren, sollen sie laut einer CS-Quelle den Verantwortlichen deutlich gemacht haben.
Die zuständigen CS-Chefs zeigten sich wenig beeindruckt. Sie zogen die Integration nach ihren eigenen strikten Vorstellungen durch.
Diese sahen bei den Aktienfonds ein weitgehendes Ausmisten auf Clariden-Seite vor.
Selbst als die CS-Manager zuletzt vor der Wahl standen, entweder das kleine Clariden-Aktienteam mit dem Link zum Araber-Fonds integral zu übernehmen und weitermachen zu lassen, oder dann den Millionenschatz der Ölscheichs zu verlieren, wichen sie nicht von ihrem Masterplan ab.
Lieber keine Assets als solche von einem Team, das nicht mehr in den eigenen Setup passt, sagten sich die CS-Manager offenbar.
Der folgenschwere Entscheid fällt in die Verantwortung von Gerhard Fusenig und Filippo Rima, zwei hohe CS-Kader im Range von Managing Directors. Fusenig ist Leiter von CS Asset Management Schweiz, Rima ist Aktienchef der Division Asset Management.
Obwohl die Würfel im CS Asset Management und nicht im Private Banking gefallen sind, trägt Hans-Ulrich Meister die Oberverantwortung.
Meister ist Mister Clariden-Integration. Der Bigshot, der in der Konzernleitung der CS sitzt und auch oberster Schweiz-Chef der Grossbank ist, wird daran gemessen, wie viele Kundenvermögen von der Clariden Leu zur CS wechseln und wie viele abfliessen.
Die Bilanz ist offenbar nicht mehr so rosig, wie dies Meister einst gemeint hat. “Mit Abflüssen und Abgängen haben wir gerechnet”, sagte er jedenfalls der Finanz und Wirtschaft letzten Samstag.
Das sind neue Töne. An der CS-Jahrespressekonferenz im Februar hatte sich Meister noch optimistischer gezeigt. “Wir verzeichnen lediglich einen marginalen Abfluss von Kundenassets”, sagte er damals.
Der hohe Blutzoll könnte Folgen unter dem Strich haben. Bei der Ankündigung der Integration der Clariden Leu vor 8 Monaten sprach die CS von “jährlich wiederkehrenden Kosteneinsparungen von rund CHF 200 Millionen”, was dazu beitragen soll, den Vorsteuergewinn im Private Banking bis 2014 “um CHF 800 Millionen zu steigern”.