dp Issuer Sentiment Index: Licht am Ende des Tunnels?
Ungeachtet der labilen Marktverfassung zeigen sich in der jüngsten Nachfrage-Einschätzung nach Strukturierten Produkten und Exchange Traded Funds für die nächsten zwei Monate erste Hoffnungsschimmer.
von Dieter Haas
«Wenn die Nacht am dunkelsten ist, kommt der Tag» lautet ein persisches Sprichwort. Dieser Grundsatz stand wohl Pate bei der letzten Umfrage des dp Issuer Sentiment Index. Sowohl bei den Strukturierten Produkten wie auch bei den Exchange Traded Funds (ETF) zeigten sich erste Ansätze einer Trendumkehr. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der vorsichtige Optimismus gerechtfertigt war.
Leicht anziehende Nachfrage
Die neuesten Gesamtzahlen für die beiden Anlagekategorien betrugen im Dezember bei den Strukturierten Produkten 5,86 und bei den ETFs 5,20. Sie lagen damit über den im September respektive August erreichten Jahrestiefständen von 5,12 respektive 4,0. Das waren die niedrigsten Werte seit Beginn der Erhebung im August 2009. Ein Wert von 10 bedeutet eine hohe Nachfrage, eine 1 ist gleichbedeutend mit einer geringen Nachfrage. Relativ betrachtet, fällt die Erholung bei den Strukturierten Produkten zuletzt etwas stärker aus als bei den ETFs. Bei diesen hat allerdings die Trendwende bereits im Oktober eingesetzt, als die damalige Erholung an den Aktienmärkten der mehrheitlich auf steigende Kurse ausgerichteten Angebotspalette zu neuem Leben verhalf.
Renditeoptimierungsprodukte bleiben beliebt
Gemessen am Bestand an Strukturierten Produkten in Schweizer Wertschriftendepots waren Kapitalschutzprodukte per Ende September 2011 mit einem Anteil von 36,97% die bevorzugte Kategorie. Der dp Issuer Sentiment Index zeigt allerdings eine stetige Abnahme der Nachfrage der in punkto Sicherheit risikolosesten Kategorie. Noch nicht in die Gänge kommt die Nachfrage nach Partizipationsprodukten. Sie setzen mehrheitlich auf steigende Kurse. Deren Nachfrage ist daher in der Regel sehr eng korreliert mit der allgemeinen Börsenverfassung. Recht stabile Umsätze im Jahresverlauf waren bei den Hebelprodukten zu konstatieren. Zuletzt erlahmte allerdings das Interesse etwas. Vor den Weihnachtstagen wollten sich viele Anleger offenbar nicht mehr positionieren. Erneut am besten nachgefragt waren zuletzt die Renditeoptimierungsprodukte. Dank der in den vergangenen Wochen überdurchschnittlich hohen Volatilitäten konnten die Emittenten hier attraktive Angebote zimmern. Diese stiessen auf gute Akzeptanz vonseiten der Investoren.
Rebound bei Aktien und Rohstoffen
Mit Ausnahme der Währungen hat im Dezember die Nachfrageeinschätzung institutioneller Anleger nach allen übrigen Anlageklassen teils kräftig zugelegt. Besonders Aktien, Indizes, Multi-Strukturen und Rohstoffe verzeichneten ein steigendes Interesse. Aktien, Indizes und Rohstoffe konnten sich deutlich von ihren im September erreichten Rekordtiefs erholen. Bei den Währungen wurde nach der Festlegung einer EUR/CHF-Untergrenze durch die SNB im August dem Markt ein Teil der Fantasie entzogen. Der Absicherungsbedarf ist seither spürbar geringer geworden. Kaum Interesse vorhanden ist ferner bei zinsbezogenen Produkten. Sie liegen mit einem Wert von 4,29 im Dezember nur minimal über ihrem Allzeit-Tief vom September. Edelmetalle verteidigten ihre Leaderposition unter den Anlageklassen. Allerdings war der Nachfrageanstieg im Quervergleich eher bescheiden. Da die jüngsten Kurseinbrüche bei der Umfrage noch nicht zum Tragen kamen, zeigt der aktuelle Wert von 6,14 wohl ein etwas zu positives Bild.
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