«Wir planen, weitere Frontier Markets für hiesige Anleger zugänglich zu machen»
Florian Stasch, Marketer Public Distribution Switzerland bei The Royal Bank of Scotland, über aktuelle Anlagechancen, gesättigte Produktvielfalt und neue Anleger-Seminare.
von Martin Raab
Herr Stasch, wie ist man bei der RBS in das Jahr 2012 gestartet und wo liegt aktuell der Nachfrageschwerpunkt?
Wir sind im wahrsten Sinne des Wortes dynamisch in das Jahr 2012 gestartet. So wurden in den ersten Tagen des neuen Jahres besonders Hebelprodukte wie Mini-Futures und Tracker-Zertifikate auf asiatische Emerging Markets nachgefragt.
Ihr Haus forciert derzeit auffallend viele Anlageprodukte mit Bezug auf Asien…
Im Vergleich zu Europa herrscht in den aufstrebenden Volkswirtschaften Asiens keine depressive Stimmung, sondern regelrechte Festtagslaune! Versuchen Sie mal, in Hong Kong kurzfristig einen Tisch zum Nachtessen zu bekommen. Meine Kollegen dort berichten mir von bis zu sechs Wochen Vorlaufzeit für eine Reservation. Auch die anderen Tigerstaaten Südostasiens verzeichnen ein dynamisches Wirtschaftswachstum, während Europa und die USA mit Schuldenkrisen zu kämpfen haben. Eine hohe Wettbewerbsfähigkeit, eine günstige demografische Situation und eine wachsende Mittelschicht haben das Wirtschaftswachstum begünstigt und ziehen daher weiterhin Gelder an. Als Investor hat man hier interessante Chancen.
Florian Stasch ist seit 2006 bei der The Royal Bank of Scotland (vormals ABN AMRO Bank) in Zürich. Er ist Senior Vice President der Schweizer Global Banking & Markets Abteilung, die sich um Produktentwicklung und Vertrieb von Struk-turierten Produkten, ETFs und CFDs im Schweizer Markt kümmert. Der Diplom-Kaufmann studierte Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Derivate an der Universität Frankfurt am Main. Seine Karriere begann er im Jahr 2000 bei der Deutschen Bank, Commerzbank und DWS. Bevor Stasch nach Zürich wechselte arbeitete er bereits zwei Jahre für das Strukturierte Produkte Team der ABN AMRO in Deutschland.
Seit geraumer Zeit werden die RBS ETFs deutlich beworben – Kritiker sehen hier einen späten «Me too»-Ansatz.
Ich glaube nicht, dass es fünf oder mehr ETFs auf den SMI oder den DAX im Schweizer Markt bräuchte. RBS ist insbesondere für Rohstoffe Emerging Markets und für Hebelprodukte bekannt. Mit dieser Expertise bieten wir Anlegern auch im Bereich der ETFs einen Mehrwert. Market Access ETFs gibt es übrigens bereits seit Juni 2007. Die Nachfrage nach unseren Rohstoff- und Emerging Markets-ETFs hat sich im Vergleich zum Januar 2011 fast vervierfacht.
Neben Hebelprodukten bieten Sie auch CFDs an, also zwei Konkurrenzprodukte unter einem Dach?
CFDs sind in der Schweiz noch nicht so bekannt wie Mini-Futures. Minis werden daher ganz klar mehr nachgefragt. Die Fangemeinde von CFDs wird aber kontinuierlich wachsen – wenn auch langsam. Obwohl Mini-Futures und CFDs vom Grundprinzip her ähnlich funktionieren, sprechen die beiden Instrumente unterschiedliche Trader-Typen an: Der klassische Mini-Future Anleger bevorzugt den Handel über die Börse und begrenzt seine Hebel zwischen 20 und 30. CFDs sprechen Heavy-Trader an, die mit hohen Hebeln und hoher Frequenz traden und besonders eng am Markt bleiben. Für diese sind geringe Transaktionsgebühren ein wichtiger Erfolgsfaktor. So fallen bei Marketindex-CFDs gar keine Handelsgebühren mehr an.
Welche Produktideen und Lancierungen planen Sie für die nächsten Monate?
Es gibt immer noch spannende und chancenreiche neue Märkte. Wir planen, weitere Frontier Markets für hiesige Anleger zugänglich zu machen. Auch bei etablierten Produktkategorien wird es Variationen geben bzw. wird die Palette ausgebaut werden. Anleger dürfen gespannt sein.
Wie fällt das Feedback zu Ihrer Seminar-Reihe aus und was ist dort für 2012 geplant?
Das Angebot wird rege genutzt und das Feedback seitens der Anleger ermutigt uns, weiterzumachen und den Service auszubauen. Seit einigen Monaten bieten wir daher auch kostenlose Online-Seminare an – für diejenigen, die uns nicht in Zürich besuchen können oder lieber bequem auf dem Sofa sitzen möchten. Die Lieblingsthemen der Anleger sind Mini-Futures, Hedging und Rohstoffe. Neuerdings bieten wir auch ein Einführungs-Seminar für Strukturierte Produkte an sowie ein Seminar rund um das Thema Gold. Wissensvermittlung wird bei uns aktiv gelebt.
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