Bearish-Tracker: Joker für steigende Zinsen
Das CHF-Zinsniveau hat Rekordtiefe erreicht. Analysten haben für 2012 geteilte Meinungen. Investoren bietet sich jetzt die Chance, von einem Zinsanstieg zu profitieren.
von Andreas Hausheer
Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Kaum jemand wettete vor Jahresfrist, dass die Zinsen in der Schweiz auf Rekordniveaus sinken würden. In den ersten Monaten des vergangenen Jahres stiegen die Zinsen dann auch tatsächlich an. Mit der Zuspitzung der europäischen Schuldenkrise und der Festsetzung eines Euro-Franken-Mindestkurses durch die Schweizerische Nationalbank kehrte dann aber der Trend. Bei den kurzfristigen Zinsen sind die Anleger mittlerweile sogar bereit, eine negative Verzinsung zu akzeptieren. Im langfristigen Bereich sank die Rendite bei der 10-Jahres-Bundesobligation Ende 2011 auf rund 0,65%. Wer der Eidgenossenschaft das Geld noch länger anvertraut, wird nicht mit viel mehr entschädigt. So zahlt beispielsweise die bis 2036 (25 Jahre) laufende Bundesobligation gerade mal eine Rendite von rund 1%. Das ist Rekord.
Gegen den Konsens anlegen
Die Mehrheit der Analysten rechnet aufgrund der anhaltenden Unsicherheiten derzeit nicht mit steigenden Zinsen beim Schweizer Franken. Der Konsens geht davon aus, dass die Kapitalmarktzinsen vorderhand auf tiefem Niveau bleiben und seitwärts laufen. Sollte es aber im Euroraum zu einer Entspannung kommen, könnten die Zinsen insbesondere am langen Ende der Zinskurve anziehen. Erste Stimmen sehen bereits ein gutes Timing für antizyklische Positionen im CHF-Zinsmarkt und sprechen von der Ruhe vor dem Sturm.
Vom Zinsanstieg profitieren
Wie eingangs erwähnt, kommt es an den Finanzmärkten sehr oft anders als erwartet. Wer im Bereich der CHF-Zinsentwicklung entgegen der vorherrschenden Meinung investieren will, findet im von EFG FP emittierten Short-Tracker-Zertifikat SBOND eine spannende Anlagemöglichkeit. Basiswert von SBOND ist die am 8. März 2036 fällig werdende Schweizer Bundesobligation. Sollten die Zinsen entgegen der allgemeinen Markterwartung steigen, so steigt auch der Wert des Trackers. Der Anleger kann somit indirekt an steigenden Zinsen partizipieren. Nicht zufrieden sein dürften all jene, die den Tracker seit der Emission im Februar 2011 im Depot haben. Im Gleichschritt mit den immer tiefer fallenden Zinsen hat sich ein hoher Buchverlust angesammelt. Für Neuinvestments ist das Produkt aber durchaus eine prüfenswerte Alternative. Für Pedram Payami, Head Public Solutions bei EFG FP, ist dabei aber darauf zu achten, dass SBOND nur noch ein Jahr läuft und der Anleger daher einen relativ kurzen Anlagehorizont bzw. eine relativ kurzfristige Zinsmeinung haben sollte. Bleibt zu hoffen, dass EFG FP in der Zwischenzeit eine längere Laufzeit oder Open-end-Variante nachschiebt.
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