Tracker-Zertifikat: Heisser Gold-Überflieger
Der Tracker GOLDQ glänzt sowohl mit seiner absoluten wie auch im Vergleich zur Konkurrenz relativen Performance. Ein Ende der Erfolgsgeschichte ist nicht abzusehen.
von Dieter Haas
Strukturierte Produkte auf Gold schlagen sich im Quervergleich durchaus beachtlich. So übertraf die Performance des währungsgesicherten Gold Tracker-Zertifikates GOLDQ diejenige der CHF-gehedgten ETFs ZGLDHC (ZKB) und JBGOCA (Bank Bär). Es gibt allerdings ein paar Unterschiede, die es zu beachten gilt. So fallen bei den beiden physisch hinterlegten ETFs Kosten für den Erwerb und die anschliessende Lieferung respektive physische Verwahrung an. Bei GOLDQ handelt es sich hingegen um eine synthetische Partizipation. Ferner ist der Tracker mit einem Emittentenrisiko behaftet. Last but not least basiert GOLDQ auf dem Londoner A.M.-Fixing, während JBGOCA auf dem Londoner P.M.-Fixing basiert.
Intraday-Bewegungen sprechen für A.M.-Fixing
Seit den 90er-Jahren spricht der durchschnittliche Tages-Kursverlauf eine klare Sprache. Aus schwer nachvollziehbaren Gründen erleidet Gold immer am Nachmittag einen deutlichen Schwächeanfall. Daher schneidet das morgendliche A.M.-Fixing langfristig besser ab als das nachmittägliche P.M.-Fixing. Stephan Müller, Executive Director bei Swiss & Global Asset Management, welche die Julius Baer ETFs verwaltet, bezeichnet daher die Wahl des A.M.-Fixing aus kosmetischen Gründen als eine gute Strategie. Aufgrund der geringen Handelsvolumina kann es jedoch seiner Meinung nach aus Optik der Produktqualität und des Liquidationsrisikos nicht im Interesse des Kunden sein.
Absicherungskosten
Angesichts der schier endlosen Talfahrt des USD, der Handelswährung des Goldes, sollten währungsgesicherte Partizipationsprodukte gewählt werden. Die jährlich anfallenden Kosten lagen in den letzten drei Jahren deutlich niedriger als der durchschnittliche Währungsverlust. Seit der Jahrtausendwende verliert der USD zum CHF im Schnitt gut 5% p.a. Für 2012 dürften die geschätzten Hedgingkosten für den ETF der Bank Bär bei rund 1,80% liegen. Hier könnten sich Nachteile ergeben beim Kauf von GOLDQ. Dessen Quantogebühren hängen vom Zins der Handelswährung (CHF), dem Zins der Produktwährung (USD), der Korrelation des Währungspaares und des Basiswertes, der Volatilität des Währungspaares sowie der Volatilität des Basiswertes ab. Die beiden letzten Faktoren sind hauptverantwortlich für die zuletzt deutlich gestiegenen Quantokosten, die derzeit mit gut 8% zu Buche schlagen.
Rosige Zukunft
Die Perspektiven des Goldpreises bleiben auch mit Blick auf das neu gestartete Jahr 2012 durchaus vorteilhaft. So wird von den meisten Rohstoff-Experten ein Durchstossen der magischen Kursmarke von USD 2000/Unze erwartet. Angesichts der massiv gestiegenen Quantokosten sind bei Neuanlagen ETFs wie JBGOCA oder ZGLDHC dem Tracker-Zertifikat GOLDQ vorzuziehen. Ingesamt erscheint ein Aufspringen auf den fahrenden Gold-Zug weiterhin lohnenswert.
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