Tracker-Zertifikat: Neue Rohstoff-Strategie
Rohstoffanlagen sind aufgrund der Terminkontrakte als Basiswerte und der breiten Ausrichtung für Retailanleger nur selten lukrativ. Die ZKB geht jetzt einen anderen Weg – bislang aber ohne deutliche (Out)performance.
von Matthias Niklowitz
Rohstoffanleger mussten in der Vergangenheit oft ernüchternde Kursverläufe ertragen: Zuerst verdoppelte sich beispielsweise der Rohölpreis bis zum Juli 2008 auf USD 147, um danach bis auf unter USD 40 zurückzufallen. Viele Anleger, die Öl-Preistracker gekauft hatten, sahen vom Anstieg lediglich drei Viertel, sie erlebten danach aber den Rückschlag ungebremst mit. Buy-and-Hold-Strategien sind schwierig, wenn die Basiswerte, wie bei Rohstoffen, praktisch alle Futures sind, die monatlich oder quartalsweise auslaufen. Diese Rollkosten alleine «fressen» 10% bis 15% der Jahresperformance weg. Zudem sind Index-Anlagen aufgrund der Zusammensetzung der einzelnen Indizes teilweise problematisch. Wenn ein Index-Anbieter den gesamten Rohstoffmarkt lediglich handelsgewichtet zusammensetzt, entfällt alleine auf Rohöl und die wichtigsten Komponenten die Hälfte – und der mögliche Diversifizierungseffekt ist dahin. Denn Agrarrohstoffe, Industriemetalle oder Gold weisen jeweils ganz andere Faktoren auf, die hier die Preise treiben.
Neue Indexvielfalt
Etliche Emittenten wie Vontobel, UBS, JP Morgan und RBS haben daraus gelernt und in den letzten Jahren Konzepte vorgestellt, mit welchen der Rollproblematik und der Indexzusammensetzung wenigstens ein Teil der Schärfe genommen werden soll. Auch die ZKB weist ein entsprechendes Produkt auf – den
«Q-Mat Rohwaren Strategie-Basket».
«Q-Mat Liquidität investiert in einen diversifizierten Rohwaren-Korb, welcher gemäss Handelsvolumen und Weltproduktion der entsprechenden Rohstoffe gewichtet ist», sagt Claudio Topatigh, Leiter Verkauf Strukturierte Produkte bei der ZKB, «und die Berücksichtigung des Handelsvolumens führt dazu, dass Rohstoffe, welche zwar eine geringe Produktion aufweisen, aber wegen ihrer Bedeutung rege gehandelt werden, gebührend berücksichtigt werden können.» Ein gutes Beispiel sei Gold. «Daraus resultiert eine geringere Volatilität und über eine längere Periode betrachtet höhere Rendite.»
(Out)performance hinkt bislang
Die Performance des in US-Dollar denominierten Produkts seit Auflegung im Februar 2011 ist auf der Höhe mit gängigen Konkurrenzprodukten wie dem Tracker RIEHG, der auf Jim Rogers Commodity-Linie basiert. Anleger haben seit Emission hier wie da 12% des Wertes verloren. Spürbar besser abgeschnitten hatte das Produkt GSTRX, das auf dem «alten» GSCI-Index basiert. Was oft bemängelt wird – der hohe Rohölanteil –, verhalf dem Produkt zu einer relativen Überperformance gegenüber den anderen beiden um 9%. Das Produkt der ZKB hat seine Bewährungsprobe noch vor sich.
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