Wiedergeburt mit Bonuschance
Dank des neuartigen «Phönix-Mechanismus», ist eine Barriereberühung oder Unterschreitung für den Zertifikate-Inhaber nicht mehr zwingend ein Negativereignis.
von Angelika Meyer
Das altgriechische Wort «Phoinix» bedeutet, der Wiedergeborene und ist bei griechischen und römischen Autoren der Name für einen mythischen Vogel, der verbrennt, um aus seiner Asche wieder neu zu erstehen. Diese Metapher passt auf die von HSBC Trinkaus kreierte Struktur, bei der eine Barriereverletzung den «Phönix-Mechanismus» auslöst. Wie vom Bonuszertifikat bekannt, erfolgt nur dann eine Bonuszahlung, wenn der Basiswert während der gesamten Laufzeit die bei Emission fixierte Barriere weder berührt noch unterschreitet und sich der Preis des Basiswerts bei Verfall zwischen Barriere und Strike befindet. Beim Phönix-Zertifikat hat die unterliegende Aktie ganz im Sinne der Metapher eine zweite Chance: Fällt sie während der Laufzeit unter ihre Barriere, schafft aber es aber bis spätestens zum Verfall über der Barriere zurückzukehren, bekommt der Anleger nicht nur die Aktie physisch geliefert, sondern auch noch einen Zusatzbetrag.
Konkretes Beispiel: Die Aktie des Düngemittelspezialisten K+S hat bei Emission einen Schwellenkurs von EUR 40 und steht zum Laufzeitende bei EUR 55.50. Der Zusatzbetrag pro Phönix-Zertifikat beträgt EUR 15.50 Euro (EUR 55.50 minus EUR 40), plus der Lieferung der K+S Aktie zu Gunsten des Zertifikateinhabers. Der Zusatzbetrag entspricht somit der Differenz, um die der Schlusskurs der Aktie am Verfalltag die Barriere übersteigt (in der Grafik Szenario 1). «Anleger können auf diese Art sogar von kurzfristigen Kursrückgängen des Basiswerts überdurchschnittlich profitieren. Der Schwellenkurs kann entsprechend als Knock-in-Schwelle betrachtet werden.», sagt Heiko Weyand, Direktor Produktmarketing Zertifikate von HSBC Trinkaus.
Notiert die unterliegende Aktie während der gesamten Laufzeit des Zertifikats oberhalb der Barriere und berührt diese bis zum Verfall nicht, erhält der Anleger bei Fälligkeit schlicht je Phönix-Zertifikat eine Aktie geliefert (Grafik Szenario 2). Dasselbe gilt dann, wenn die Aktie während der Laufzeit ihre Barriere unterschreitet und auch bei Verfall noch darunter notiert (Grafik Szenario 3). In beiden Fällen lautet das Fazit: Ausser Spesen – sowie Verzicht auf die Dividenden – nichts gewesen.
payoff Einschätzung
Der Zertifikate-Inhaber muss sich bewusst sein, dass er in jedem Fall eine Aktienlieferung erhält. Im besten Fall zusätzlich auch noch einen Geldbetrag. Hierfür muss aber ein gewisser Kurstaucher stattfinden, bei gleichzeitig einsetzender Erholung über den Schwellenkurs. Das Produkt ist daher primär für risikobewusste Anleger zu empfehlen.
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