Trading Desk
Adobe: Auf in die KI-Zukunft
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Christian Ingerl
Redaktor
Trotz besser als erwarteter Zahlen sowie einem angehobenen Ausblick ist bei der Adobe-Aktie der Knoten noch nicht geplatzt. Renditechancen ergeben sich aktuell daher auf allen Seiten.
Die Nachrichten rund um den US-Software-Konzern Adobe waren zuletzt durchwegs positiv, die Aktie konnte davon aber bis dato nicht profitieren. Seit Jahresbeginn steht bei dem Tech-Titel ein Verlust von einem Zehntel zu Buche, auf Sicht von einem Jahr sind es sogar knapp ein Viertel. Doch hellte sich das Chartbild zuletzt etwas auf. Nach einer Konsolidierung im Bereich von USD 340 kam es zu einer Wende Richtung USD 400. Auf diesem Niveau könnte nun die Entscheidung fallen, ob die Bullen oder Bären das endgültige Sagen haben.
Zahlreiche Überraschungen
Auf operativer Ebene läuft es bei Adobe derzeit relativ rund. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2024/25 (30.11) konnte der Entwickler der bekannten Bildbearbeitungssoftware «Photoshop» mit einem Umsatz von USD 5.71 Mrd. sowie einem Gewinn je Aktie von USD 5.08 die Erwartungen der Finanzgemeinde übertreffen. Auch im zweiten Quartal von März bis Mai schnitt Adobe besser ab als prognostiziert. Der Umsatz lag bei USD 5.87 Mrd. und damit über der durchschnittlichen Schätzung der Analysten von USD 5.79 Mrd.
Aber nicht nur mit seinen aktuellen Quartalszahlen konnte der Konzern die Erwartungen übertreffen, auch überraschte Adobe mit seiner Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Finanzchef Dan Durn hob das Umsatzziel von USD 23.30 Mrd. bis USD 23.55 Mrd. auf eine Spanne von USD 23.50 Mrd. bis USD 23,60 Mrd. an. Auch der Gewinn je Aktie soll mit USD 20.50 bis USD 20.70 höher als bislang geschätzt ausfallen. Schub verleiht dem Geschäft derzeit vor allem die Künstliche Intelligenz – und das soll auch so bleiben: «Wir investieren weiterhin in KI-Innovationen in allen unseren Kundengruppen, um die Wertschöpfung zu erhöhen und das Universum der Kunden, die wir bedienen, zu erweitern», erklärt CFO Durn. Das Unternehmen kündigte unter anderem an, KI-Modelle von OpenAI und Google in ihr eigenes generatives KI-Tool «Firefly» zu integrieren. Das Tool ermöglicht es Nutzern, Bilder und Videos für kommerzielle Zwecke mithilfe einfacher Texteingaben zu erstellen und zu bearbeiten, ohne urheberrechtlich geschützt zu werden.
Unterschiedliche Meinungen…
Künstliche Intelligenz spielt in der Erstellung und Bearbeitung von Bildern eine immer grössere Rolle und daher achten Analysten besonders darauf, wie es Adobe gelingt, sich hier der Konkurrenz zahlreicher Startups zu erwehren. RBC Capital Markets geht beispielsweise davon aus, dass es noch eine Zeit braucht, bis sich Adobe hinsichtlich des Wettbewerbs um GenAI beweisen kann. Optimistischer zeigen sich die Experten von Jefferies, die der Aktie eine Kaufempfehlung mit Kursziel USD 590 verleihen: «Auch wenn das Quartalsergebnis kein Glanzstück ist, glauben wir, dass sich das Gesamtgeschäft weiterhin in die richtige Richtung entwickelt, was sich an der zunehmenden Akzeptanz von Adobes KI-Angeboten und dem günstigeren Express-Produkt zeigt.»
…und trotzdem ein Kauf-Rating
Trotz mancher Skepsis heben die Analysten derzeit in Summe den Daumen für den US-Tech-Titel. Von insgesamt 41 Studien münden 28 in einer Kaufempfehlung und 13 votieren mit Halten. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei USD 480 und damit knapp ein Fünftel über dem aktuellen Niveau. Mit KGV-Werten von 19, 17 und 15 für die kommenden drei Jahre ist die Aktie auch nicht anspruchsvoll bewertet, sodass erste Anzeichen darüber, dass sich die KI-Initiativen von Adobe bewähren, die Aktie weiter voranbringen dürften.
Anlagelösungen
Optimistisch gestimmte Anleger können mit dem Long Mini Future MADB3T von Leonteq die Kursbewegungen der Adobe-Aktie um mehr als das 5-fache hebeln. Rücksetzer verzeiht das Papier bis an die Knock-out-Schwelle bei USD 334.0633, die rund 16% entfernt liegt und sich auf dem Niveau des Jahrestiefs befindet. Deutlich mehr Spielraum für eine Konsolidierung lässt der Long IADXCZ der ZKB. Bei dem Produkt befindet sich die Schwelle bei USD 292.9076 und damit mehr als 26% vom aktuellen Kursniveau entfernt.
Auch aus einer möglichen Verschnaufpause nach dem Kursanstieg in den USD 400er-Bereich lässt sich Rendite schöpfen: Der Barrier Reverse Convertible RADALV der Bank Vontobel stellt eine Seitwärtsrendite von 9.31% (9,68% p.a.) in Aussicht. Die Barriere befindet sich bei USD 245.69 und damit 38.5% vom Basiswertkurs entfernt. Die Laufzeit endet in einem Jahr am 2. Juni 2026.
Sollte die Adobe-Aktie an der 100-Tage-Linie, die bei USD 406 verläuft, scheitern und wieder nach unten drehen, wäre der Short Mini Future MADC8T das richtige Produkt. Dieser ist mit einem Multiplikator von 4.9 ausgestattet. Die Stop-Loss-Schwelle befindet sich 16.6% entfernt.
