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«Trader’s Idea»: Airbus – Fasten your seatbelts!

20.07.2022 4 Min.
  • Wolfgang Hagl

An der Farnborough International Airshow hat der Flugzeugbauer seine ehrgeizigen Produktionsziele bestätigt. Die Airbus-Aktie hob schon vor dem wichtigen Branchenschaulaufen ab.

Lange Warteschlangen, Verzögerungen und Flugstreichungen prägen zu Beginn der Ferienzeit die Luftfahrtindustrie. Da trifft es sich gut, dass die Farnborough International Airshow zum ersten Mal seit 2019 wieder als Präsenzmesse stattfinden und für spektakuläre Bilder und positive News sorgen kann. Mehr als 1’200 Aussteller sind beim grossen Wiedersehen des Sektors am Flugplatz der Kleinstadt im Südwesten von London dabei. Natürlich darf bei einem solchen Anlass Airbus nicht fehlen. Der europäische Luft-, Raumfahrt- und Rüstungskonzern beschreibt die Messe als «erste grosse Veranstaltung, bei der wir persönlich mit unseren Kollegen, Partnern und Medienvertretern aus der ganzen Welt zusammenkommen.» Neben der Erholung des Geschäfts nach dem Corona-Kollaps und den zukünftigen Wachstumschancen nutzt Airbus die Messe, um die eigenen Vorstellungen von der Dekarbonisierung der Luftfahrt zu präsentieren.

CEO Guillaume Faury hat sich zum Beginn der International Airshow in einem Interview zu Wort gemeldet. Im Gespräch mit der «Süddeutschen Zeitung» verweist der Franzose zu Recht darauf, dass er die Rückkehr der Reiselust frühzeitig prophezeit hatte. Schon Anfang 2021 rief er die Branche dazu auf, sich hierfür zu wappnen. Damals sei er teilweise belächelt worden. «Viele haben gewartet, und dann war es zu spät», erklärt Faury nun in Bezug auf das Chaos an den Flughäfen. Bestätigt hat der CEO das ehrgeizige Produktionsziel für 2022. Airbus möchte im laufenden Jahr insgesamt 720 zivile Flugzeuge liefern. 2021 hatte das Unternehmen 611 Jets an die Kundschaft übergeben. Trotz der Schwierigkeiten in den Lieferketten, unter anderem bei Triebwerken, sei zur Jahresmitte «auf keinen Fall» der Zeitpunkt gekommen, um dieses Ziel aufzugeben.

Ehrgeizige Pläne

Um die langfristige Nachfrage ist Faury ohnehin nicht bange. 2025 möchte Airbus die Produktion in der A320-Modelfamilie von derzeit 50 auf dann 75 Maschinen pro Monat erhöhen. Diesen Plan legte Airbus Anfang Mai zusammen mit den Resultaten für das erste Quartal sowie einem bestätigten Ausblick für das Gesamtjahr vor. Neben der bereits erwähnten Auslieferungszahl peilt das Unternehmen ein angepasstes Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) in Höhe von EUR 5.5 Mrd., nach EUR 4.9 Mrd. in der Vorperiode, an. Vor Übernahmen und Kundenfinanzierungen soll sich der freie Cashflow mit EUR 3.5 Mrd. stabil entwickeln. Ob Airbus auf Kurs ist, erfahren Anleger am 27. Juli. Dann veröffentlicht der Branchenriese seine Semesterzahlen. Guillaume Faury wird sich zudem an einer Telefonkonferenz zur jüngsten Geschäftsentwicklung und den weiteren Aussichten äussern.

Mehr als in den vergangenen Jahren dürfte bei diesem Anlass auch das Militärgeschäft eine Rolle spielen. Die im Zuge des Ukrainekonflikts steigenden Verteidigungsausgaben schlagen bereits auf das Orderbuch von Airbus durch. Für das erste Quartal meldete die Sparte «Defence and Space» beim Auftragseingang ein Wachstum von annähernd zwei Dritteln auf EUR 3.2 Mrd. In der Helikoptersparte nahm das Bestellvolumen um 40% zu. Die Umsätze in diesem Segment gehen zu 60% auf militärische Geräte und Dienstleistungen zurück. In Farnborough meldete Airbus einen Auftrag aus Marokko. Die dortige Luftwaffe bestellte eine Flotte von H135 Helikoptern.

Anlagekonklusion:

An der Börse hob Airbus schon vor dem Branchenschaulaufen ab. Auf Sicht von einem Monat hat sich der im DAX sowie im CAC 40 vertretene Titel um 12.5% verteuert. Zwar erlebte auch die Boeing-Aktie einen kurzfristigen Rebound. Gegenüber dem US-Rivalen haben die Europäer allerdings im langfristigen Vergleich die Nase weiterhin deutlich vorne. Aus gutem Grund: Boeing hat mit Problemen bei mehreren Flugzeugmodellen zu kämpfen und schreibt tiefrote Zahlen. Für Airbus spricht auch das Chartbild: Die Aktie ist gerade über die 100-Tage-Linie geklettert. Dadurch steigen die Chancen, dass der Large Cap den kurzfristigen Abwärtstrend zu den Akten legen kann. Die Société Générale hat vor wenigen Tagen den Unlimited Turbo-Optionsschein SGTGGF in den Handel auf Swiss DOTS eingeführt. An steigenden Kursen bei Airbus partizipiert dieses Produkt mit einem Hebel von aktuell 4.9. Ebenfalls neu am Markt ist der Barrier Reverse Convertible RAIACV. Vontobel verspricht hier einen Coupon in Höhe von 9.41% p.a. Diese Renditechance ist durch einen Risikopuffer von mehr als 50% teilgeschützt.

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