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payoff Trading Desk

Deutsche Telekom: US-Deal bringt Schwung

04.05.2018 3 Min.
  • Martin Raab

Der Telekom-Konzern ist seiner langersehnten Fusion in den USA einen grossen Schritt näher gekommen. Dies könnte auch bei der Aktie für einen Befreiungsschlag sorgen.

Die Spatzen pfiffen es bereits vergangene Woche von den Dächern. Nun ist es Realität. T-Mobile US schliesst sich mit dem kleineren Rivalen Sprint zusammen. Rund USD 26 Mrd. blättert die Deutsche Telekom-Tochter für den Deal auf den Tisch. Laut Telekom-Chef Timotheus Höttges, sei die Chance auf eine Genehmigung durch die Behörden «noch nie so gut wie heute» gewesen. Zwei Mal ist der Telekomriese in der Vergangenheit mit seinen Fusionsplänen bereits gescheitert.

Die Vereinigung von Nummer drei und vier auf dem US-Mobilfunkmarkt soll den Wettbewerb anheizen und die Platzhirsche AT&T und Verizon in Bedrängnis bringen. Insbesondere beim Aufbau des kostenintensiven 5G-Standards könnte die neue T-Mobile US eine höhere Schlagkraft erzielen. Die Deutsche Telekom rechnet zudem mit enormen Synergien aus der Fusion. Die jährlichen Einsparungen durch den Sprint-Kauf sollen sich auf rund USD 6 Mrd. summieren. Noch aber ist es nicht soweit: Gartner-Telekomfachmann Bill Menezes geht davon aus, dass sich der Prüfungsprozess der Behörden mindestens ein Jahr hinziehen wird.

Auf dem Weg nach oben

Angesichts der Unsicherheit bezüglich der Entscheidung der Kartellwächter kam an der Börse noch keine allzu grosse Euphorie auf. Allerdings blickt der DAX-Titel auf eine kleine Rallye zurück. Nach einer wochenlangen Bodenbildung im Bereich von EUR 13 drehte die Aktie nach oben. Auf Monatssicht beläuft sich der Zuwachs auf rund ein Zehntel. Daher wundert es nicht, dass sich die Telekom auf dem erreichten Niveau eine Pause gönnt. Hier verläuft auch der 200-Tage-Durchschnitt, der zusätzlich ein Weiterkommen vorerst erschwert.

Von operativer Ebene bekommt der Telekom-Kurs aber nicht nur aufgrund des vielversprechenden Deals in den USA Unterstützung, ein Umbau der kriselnden Grosskundensparte T-Systems sorgt für zusätzliche für Fantasie. Der neue Abteilungschef Adel Al-Saleh unterzieht den Geschäftsbereich derzeit einer Rosskur. In Zukunft sollen insbesondere neue und reorganisierte Segmente das Wachstum ankurbeln. Darüber hinaus möchte der 54jährige die Partnerschaft mit Europas grösstem Softwarekonzern SAP ausbauen und das Digital-Geschäft voranbringen. Die Deutsche Telekom beziffert dabei das Marktvolumen in Europa auf satte EUR 40 Mrd. bei Wachstumsraten von 20%. Von diesem Kuchen möchte sich Al-Saleh eine Scheibe abschneiden. Als Gesamtziel hat der Amerikaner die Rückkehr in die Profitabilität als Ganzes bis 2020 ausgegeben.

Anlagelösungen

Wer darauf setzen möchte, dass die Deutsche Telekom-Aktie ihren kurzfristigen, positiven Trend fortführen kann, ist mit dem Mini Future long MDTEG bestens bedient. Der Hebel beträgt knapp 6, der Knock-out liegt bei EUR 12.02. Auf diesem Niveau notierte die Deutsche Telekom-Aktie zuletzt Ende 2014. Eine ansehnliche Rendite ist aber auch mit dem Barrier Reverse Convertible RDTAJV möglich. Das Papier läuft noch bis Dezember und stellt eine Gewinnchance von 9.9% p.a. in Aussicht. Die Barriere befindet sich bei EUR 11.97 und liegt damit 17.6% unter dem aktuellen Basiswertkurs.

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