Trading Desk
EUR/USD: Festtage für die Event-Trader
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Wolfgang Hagl
Redaktor
Ab heute stehen mehrere für den US-Dollar richtungsweisende Termine an. Beim FX-Duo EUR/USD könnte die Phase der Konsolidierung zu Ende gehen.
Der aktuelle Arbeitsmarktbericht zeigt es einmal mehr, die grösste Volkswirtschaft der Welt ist in einer erstaunlich robusten Verfassung. Im Mai wurden in den USA ausserhalb der Landwirtschaft 139’000 Stellen aufgebaut, 9’000 mehr, als von Ökonomen erwartet. Neben den Jobdaten spielt die Inflation für die US-Geldpolitik eine zentrale Rolle. Heute Nachmittag wird sich zeigen, wie sich die Teuerung zuletzt entwickelt hat. Das U.S. Bureau of Labor Statistics veröffentlicht um 14:30 Uhr unserer Zeit den Consumer Price Index (CPI) für den Mai 2025. Im Schnitt gehen Ökonomen davon aus, dass die Inflationsrate auf Jahressicht bei 2.5% lag. Damit hätte sie gegenüber dem Vormonat um 0.2 Prozentpunkte beschleunigt und würde das vom Fed angepeilte 2%-Niveau deutlich übertreffen.
Auffällige Diskrepanz
Robuste Konjunktur, erhöhte Inflation – die Konditionen am USD-Rentenmarkt passen zu dieser Gemengelage. Aktuell wirft der 10-jährige Treasury 4.49% ab. Er zeigt damit einen Aufschlag von annähernd 200 Basispunkten zur deutschen Bundesanleihe. Gegenüber der Eidgenossenschaft beträgt der Mehrertrag der USD-Bechmarkanleihe satte 4.2 Prozentpunkte. Trotz des enormen Zinsvorsprungs steht der US-Dollar – sowohl gegenüber dem Euro als auch in Relation zum Schweizer Franken, unter Druck. Die Schwäche hat viel mit dem Machtwechsel in Washington D.C. zu tun. Seit der Rückkehr in das Weisse Haus sorgt Donald Trump an den Währungs- und Rentenmärkten für enorme Verunsicherung. Neben seinen permanenten zollpolitischen Tiraden schwächt der Präsident mit Angriffen auf die Notenbank das Vertrauen in den Dollar. In der aktuellen Ausgabe des Payoff Magazin befassen wir uns ausführlich mit dem angekratzten Status als Weltleitwährung.
Brisante Auktionen
An den kommenden Tagen stehen Ereignisse an, die vor allem bei den Tradern für Kribbeln in den Fingern sorgen dürften. Je nach Verlauf, könnten sie dem Greenback den nächsten Schlag verpassen. Heute und morgen sammeln die Vereinigten Staaten über die Auktion von Anleihen frisches Geld ein. Am Mittwoch sollen Treasuries mit einer Laufzeit von 10 Jahren in einem Volumen von USD 39 Mrd. ausgegeben werden. Am Donnerstag versteigert das Finanzministerium 30-jährige Schuldtitel im Gesamtwert von USD 22 Mrd. «Diese einst routinemäßigen Auktionen werden zu einem Lackmustest für den Appetit im In- und Ausland auf amerikanische Staatsanleihen», schreibt Reuters in einem Vorbericht. Im Fokus stehen vor allem die Langläufer, da solche Papiere derzeit generell schwach nachgefragt sind. «Die 30-jährige Anleihe ist das Aushängeschild für alle fiskalischen Sorgen des Marktes», erklärt Analyst Guneet Dhingra von BNP Paribas in New York gegenüber Reuters.
Eindeutiger Konsens
Genau beobachten dürften die anstehenden Auktionen auch die Verantwortlichen im Fed. Am kommenden Dienstag kommt der Offenmarktausschuss zu seiner nächsten Sitzung zusammen. Angesichts der robusten Konjunktur und des weiterhin erhöhten Inflationsniveaus gilt es als ausgemachte Sache, dass die Verantwortlichen die Füsse weiter stillhalten und die Target Rate auf der Spanne von 4.25% bis 4.50% belassen. Laut dem CME FedWatch Tool liegt die Wahrscheinlichkeit hierfür bei 99.9%. Fed-Chef Jerome Powell dürfte also dem Druck aus dem Weissen Haus weiterhin standhalten. Der Präsident fordert seit Monaten Zinssenkungen und scheut dabei vor persönlichen Angriffen auf den obersten Währungshüter nicht zurück. Man darf gespannt sein, ob und gegebenenfalls wie sich Powell zur Politik der Trump-Administration und ihren Folgen für Wirtschaft, Inflation und Geldpolitik äussert.
Anlagelösungen
CPI-Daten, Bond-Auktionen, Fed-Entscheid – für die Event Trader stehen wahre Festtage an. Im Vorfeld sieht das FX-Gespann EUR/USD besonders spannend aus. Der Euro konsolidiert Bereich oberhalb von USD 1.14. Die Tendenz zeigt weiterhin nach oben, der Ende Februar lancierte, steile Aufwärtstrend ist intakt. Ende Mai lieferte die Charttechnik ein «Golden Cross». Davon ist die Rede, sobald ein gleitender Durchschnitt mit einem kürzeren Zeitraum, das auf einer längeren Periode basierende Pendant von unten durchschneidet. Bei EUR/USD wurde die 200-Tage-Linie von der 100-Tage-Linie gekreuzt. Mit diesem Signal im Rücken, könnte der Euro jetzt eine kurzfristige Dreieckskonstellation nach oben auflösen. Zu diesen Szenario passt der Mini-Future Long mit der ISIN CH1408678014. Das von BNP Paribas auf Swiss DOTS gehandelte Papier partizipiert mit einem Hebel von aktuell 7.9 ansteigenden Kursen bei EUR/USD. Sollte der Greenback dagegen ein Comeback erleben und der Euro nach unten aus dem skizzierten Dreieck fallen, würde das Short-Pendant mit der ISIN CH1436575364 überproportional gewinnen. Achtung: Bei beiden Produkten drohen hohe Verluste, falls das jeweilige Trading-Kalkül nicht aufgeht.
