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payoff Traders Idea Trading Desk

«Trader’s Idea»: K+S – Spannung pur vor dem Zahlentermin

09.08.2022 4 Min.
  • Wolfgang Hagl

Nach einer heftigen Korrektur hat die Aktie des Düngemittelherstellers einen Boden ausgebildet. Mit den morgigen Quartalszahlen könnte K+S den Impuls für einen Ausbruch nach oben liefern.

Während die «Earnings Season» an der Wall Street weitestgehend gelaufen ist, legen in Europa noch zahlreiche Konzerne ihre Zwischenberichte vor. Morgen steht ein besonders spannender Zahlentermin an: K+S gewährt Einblick in den jüngsten Geschäftsverlauf. Die Aktie des deutschen Düngemittel- und Salzeherstellers zählte während der ersten Monate des Jahres zu den Top Performern auf dem alten Kontinent. Per 19. April stand für den Mid Cap gegenüber dem 2021er-Ultimo ein Kursplus von annähernd 140% zu Buche. Die im Zuge des Ukrainekriegs rasant steigenden Düngemittel- und Getreidepreise hatten K+S eine spektakuläre Rallye beschert. Wie andere Highflyer auch, konnte der Titel das Spitzenniveau nicht halten. Bis Anfang Juli hat sich der Kurs gegenüber dem Top annähernd halbiert.

Mehrere Einflussfaktoren

Die Korrektur geht mit einem Rücksetzer an den Märkten für Agrarrohstoffe einher – beispielsweise gab der US-Weizen-Future innert drei Monaten um knapp 30% nach. Zwar hat sich die Lage auch an den Düngemittelmärkten zuletzt etwas beruhigt. Gleichwohl bewegen sich die Preise wichtiger Pflanzennährstoffe wie Kali oder Stickstoff noch immer auf dem höchsten Niveau seit den während der globalen Lebensmittelkrise 2008 erreichten Spitzenwerte. Ein weiterer wichtiger Faktor für die Erfolgsrechnung von K+S sind die Kosten, insbesondere für Energie. Daher dürfte die drohende Gaskrise in Deutschland – K+S betreibt in Hessen und Thüringen seinen grössten Kali-Standort – bei der Kurskorrektur ein Übriges getan haben.

Es gibt also jede Menge Redebedarf, wenn sich CEO Burkhard Lohr morgen ab 10:00 Uhr an einer virtuellen Analystenkonferenz zu Wort meldet. Bereits um 7:00 Uhr wird K+S den Zwischenbericht veröffentlichen. In den ersten drei Monaten des Jahres hatte der Konzern den operativen Gewinn (Stufe Ebitda) auf EUR 524 Mio. mehr als vervierfacht. Der Umsatz war um knapp zwei Drittel auf EUR 1.2 Mrd. gestiegen. Die bereits im April erhöhte Jahresprognose konnte Lohr bestätigen: Unter anderem rechnet der CEO mit einem operativen Gewinn von EUR 2.3 Mrd. bis EUR 2.6 Mrd. Zuvor hatte er eine Spanne von EUR 1.6 Mrd. bis EUR 1.9 Mrd. als Ziel ausgegeben. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr verdiente K+S EUR 969 Mio.

Einen möglichen Vorgeschmack auf den Zahlentermin der globalen Nummer 4 im Düngemittelgeschäft hat vor wenigen Tagen der Rivale Nutrien geliefert. Die Kanadier meldeten einen Gewinnsprung: Mit USD 3.6 Mrd. lag der Überschuss im 2. Quartal um mehr als das Dreifache über dem Niveau des Vorjahreszeitraumes. Neben den Sanktionen gegen die wichtigen Düngerlieferanten aus Russland und Belarus spielten dem Branchenriesen die hohen Kalipreise in die Hände. Allerdings musste Nutrien unter Verweis auf die steigenden Erdgaskosten die Gewinnprognose für 2022 etwas nach unten revidieren. Die Investoren waren dennoch zufrieden, nach der Publikation legte die Nutrien-Aktie zu.

Anlagekonklusion:

Derweil scheinen die Anleger bei K+S eine abwartende Haltung einzunehmen. Nachdem das MDAX-Mitglied im Bereich von knapp EUR 20 einen Boden ausbilden konnte, prallte es zunächst an einem horizontalen Widerstand respektive dem Abwärtstrend ab. Mit überzeugenden Resultaten und einer bestätigten Prognose könnte das Traditionsunternehmen den Impuls für einen weiteren Anlauf zum Ausbruch nach oben liefern. Aus charttechnischer Sicht würde sich die im Bereich von EUR 23 verlaufende 55-Tage-Linie als nächster Orientierungspunkt anbieten. Mit dem Unlimited Turbo-Optionsschein SGCRTS können sich mutige Trader auf der Long-Seite positionieren. Das von der Société Générale auf der OTC-Plattform Swiss DOTS gehandelte Produkt partizipiert mit einem Hebel von aktuell 5.5 an steigenden Kursen. Couponjäger könnten beim Mitte Jahr lancierten Barrier Reverse Convertible RSDADV auf ihre Kosten kommen. Das Vontobel-Produkt stellt eine Maximalrendite von 25.3% p.a. in Aussicht. Voraussetzung hierfür ist, dass K+S bis zum 16. Juni 2023 nicht auf oder unter die Barriere von EUR 13.41 fällt.

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