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PepsiCo: Doppelter Energieschub

03.09.2025 4 Min.
  • Christian Ingerl
    Redaktor

Der Getränkekonzern streckt seine Fühler in den Wachstumsmarkt «Energydrinks» aus und begrüsst zeitgleich einen aktivistischen Investor. Eine aussichtsreiche Situation, die den US-Titel zweifach interessant macht.

Wenn der Hedgefonds an die Tür klopft, ist das in der Regel ein sicheres Zeichen, dass auf dem Börsenparkett Schwung in das betroffene Unternehmen kommt. So auch bei der aktuellen Meldung zu PepsiCo. Der aktivistische Investor Elliott Management soll USD 4 Mrd. in den Getränkekonzern gesteckt haben, nachdem er zuletzt erfolgreich bei Honeywell und Starbucks entscheidende Weichen gestellt hat. Beim erstgenannten begünstigte der Druck eine Aufspaltung, bei der Kaffeehauskette führte das Engagement zu einem Führungswechsel. Und was steht nun bei PepsiCo. an?

Zurück in alte Höhen

In einer Präsentation fordert Elliott eine grundlegende Überprüfung des operativen Geschäfts, einschliesslich einem Fokus auf wachstumsstarke Marken, einer höheren Kapitaldisziplin sowie einer möglichen Abspaltung der Getränkesparte. Der Hedgefonds rechnet sich bei einem Erfolg ein Kursplus von mehr als 50% aus. Damit würde die Aktie wieder Kurs auf das Rekordhoch im Mai 2023 nehmen. Von der Spitze hat PepsiCo., unter anderem wegen sinkender Nachfrage, rund ein Viertel ihres Werts eingebüsst.

Neue Angebote

Die jüngsten Quartalszahlen konnten sich aber sehen lassen. Angetrieben von der stabilen Nachfrage nach seinen Limonaden und Snacks in den USA und anderen wichtigen Märkten, darunter Europa, konnte der Konzern dem schwierigen makroökonomischen Umfeld trotzen und ein stabiles Geschäft ausweisen. Besonders das nordamerikanische Lebensmittelgeschäft, zu dem Marken wie Lay’s und Cheetos gehören, verzeichnete eine Verbesserung der Absatzmengen, da es Produkte zu niedrigeren Preisen anbot und gleichzeitig seine beliebten Snackmarken um neue Geschmacksrichtungen erweiterte, um einen vielfältigen Gaumen anzusprechen. 

Ebenso wie Konkurrent Coca-Cola reagiert PepsiCo damit auf die veränderte Nachfrage nach gesünderen Getränken und Snacks mit einem erweiterten Angebot. So wurde beispielsweise kürzlich die präbiotische Limonadenmarke Poppi übernommen. Auch kündigte das Management an, Lay’s und Tostitos bis Ende des Jahres ohne künstliche Farb- und Aromastoffe umzubenennen und auch im Lebensmittelportfolio für die Klassen 1 bis 12 keine künstlichen Farbstoffe mehr zu verwenden. «Wenn Verbraucher uns mitteilen, dass sie Produkte mit Zucker und natürlichen Zutaten bevorzugen, bieten wir ihnen Produkte mit Zucker und natürlichen Zutaten an», so CEO Ramon Laguarta.

Aussichtsreicher Deal

Was den weiteren Verlauf des aktuellen Geschäftsjahres angeht, zeigt sich der Gatorade-Eigentümer optimistischer. Das Unternehmen erwartet nun für das Gesamtjahr einen Rückgang des Kerngewinns je Aktie um 1.5%, verglichen mit einem zuvor befürchteten Rückgang von 3%. Um wieder auf Wachstumskurs zu kommen, hat PepsiCo parallel zum Elliott-Einstieg einen weiteren Vorstoss in den boomenden Markt rund um Energydrinks gemacht. So erhöhte die Firma ihren Anteil an Celsius durch einen USD-585-Mio.-Deal. PepsiCo hat 5% der Vorzugsaktien erworben und hält damit nach der Umwandlung rund 11% an dem Energydrink-Hersteller. Für einen Anteil von 8.5% im Jahr 2022 hatte das Unternehmen USD 550 Mio. bezahlt. Durch die Transaktion übernimmt Celsius die Verantwortung für das Energydrink-Portfolio der Unternehmen in den USA, bestehend aus den Marken Celsius und Alani Nu sowie Rockstar Energy von PepsiCo. Einer Unternehmenspräsentation zufolge werden die Beiden durch diese Partnerschaft einen Marktanteil von 20% in der Kategorie Energydrinks halten. Die Aussichten in diesem Bereich sind blendend: Der US-Markt für Energydrinks wurde im Jahr 2024 auf USD 25.01 Mrd. geschätzt und soll laut den Experten von Grand View Research bis 2030 jährlich um 7.2% zulegen.

Zwischen robusten Quartalsdaten, Mut zur Innovation im Energydrink-Geschäft und dem Druck eines aktivistischen Investors hellt sich die Stimmung rund um die PepsiCo-Aktie also auf. Von ihrem Jahrestief bei USD 127.60 konnte der Titel bereits wieder rund ein Fünftel an Boden gutmachen. Wer auf eine aktive Wertsteigerung à la Elliot setzt, kann noch auf deutlich höhere Kurse hoffen. Insbesondere eine Portfolioanpassung hat das Potenzial, den Unternehmenswert zu steigern.

Anlagelösungen

Die Chance auf eine Neubewertung lässt sich mit dem Knock-Out Warrant Call (Valor: 142797919) von BNP Paribas effektiv umsetzen. Das Produkt bietet einen Multiplikator von 5.4 und profitiert damit an steigenden Kursen des Basiswertes überproportional. Der Knock-Out befindet sich bei USD 123.993. In Frage kommen würde auch der Long Mini Future (Valor 145287017), der mit einem Hebel von 4.21 sowie einem Stop-Loss bei USD 121.91 etwas risikoärmer ausgestattet ist.

Wer davon ausgeht, dass sich der Getränkte-Titel auf dem aktuellen Niveau eine Verschnaufpause gönnt, kann den Barrier Reverse Convertible RPEABV der Bank Vontobel mit einer Laufzeit bis Mai 2026 ins Auge fassen. Das Produkt stellt eine Renditechance von 4.6% p.a. in Aussicht, die Barriere befindet sich bei USD 93.37 – ein solider Puffer von 37.2%. 

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