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Die Aussicht auf eine Teillösung im Handelsstreit mit den USA scheint möglich und dürfte dem MSCI China bzw. dem ETT ETCHI Auftrieb verleihen.

12/11/2019, by Dieter Haas

Chinas Börse leidet seit einiger Zeit unter dem von den USA angezettelten Handelskrieg. In den kommenden Monaten dürfte sich die Situation, zumindest temporär, bis nach den US-Präsidentschaftswahlen im November 2020 beruhigen. Für Donald Trump ist es essenziell, dass die Wirtschaft rund läuft und die Börse steigt. Nur dann hat er reelle Chancen auf eine zweite Amtsperiode. Aus diesem Grund dürfte die bislang zumeist scharfe Rhetorik gegenüber China einem moderateren Ton weichen und einzelne Teilabkommen, den Anlegern suggerieren, dass alles wieder ins Lot kommt. 

Des Weiteren steht im kommenden Jahr das Jahr der Ratte vor der Tür, das im Normalfall steigende Kurse nach sich zieht, glaubt man den Feng Shui-Propheten. Fundamental betrachtet gibt es aber ebenfalls Gründe, die für ein Revival sprechen. So ist die Börse im internationalen Vergleich moderat bewertet. Das Wachstum hat sich zwar in den vergangenen Jahren stetig verlangsamt, liegt aber gemäss den neusten Prognosen für 2019 noch immer bei rund 6%. Ein Wert, der weit über demjenigen der westlichen Industriestaaten liegt. Für viele internationale Unternehmen stammt der Grossteil des Umsatzwachstums aus ihren chinesischen bzw. asiatischen Geschäftsbereichen

Die chinesische Regierung scheint zu erkennen, dass ein Wandel hin zu einem Binnenmarkt- und konsumorientierten Wirtschaftsmodell notwendig ist. In dieser Hinsicht wurden bereits einige Fortschritte erzielt und der Handelskrieg dürfte diesen Plan sogar beschleunigen. Es ist nämlich leichter, den Binnenkonsum zu fördern, als andere Massnahmen zu ergreifen, die stärker von den internationalen Märkten und dem grenzüberschreitenden Handel abhängig sind. Ein Trumpf ist die hohe chinesische Sparquote von 45,7 Prozent. Wenn die Volksrepublik es schafft, sich zukünftig dem 27-Prozent-Niveau des benachbarten Japans anzunähern, dürften die Auswirkungen erheblich sein, und zwar sowohl für das Wachstum der Binnenwirtschaft als auch für internationale Spillovereffekte. 

Angesichts der sich abschwächenden Konjunktur hat die chinesische Zentralbank am 5. November erstmals seit 2016 einen wichtigen Zins gesenkt. Der Satz für mittelfristige Darlehen an Finanzinstitutionen (MLF) wurde um fünf Basispunkte auf 3,25 Prozent gekappt. Der Schritt könnte darauf hinweisen, dass die Notenbank in ein paar Wochen den neuen Referenzzins LPR (loan prime rate) den dritten Monat in Folge senken könnte. Dieser liegt derzeit bei 4,20 Prozent, ist an den MLF gekoppelt und wird am 20. jeden Monats festgelegt. Es scheint nur eine Frage der Zeit, bis die Börse China zu neuen Höhenflügen aufbricht!

Anlagekonklusion:

Der Aktienindex MSCI China in USD hat, charttechnisch betrachtet, mit dem jüngsten Ausbruch über die seit Ende Januar 2018 intakte Abwärtstrendlinie eine wichtige Hürde genommen. Höchste Zeit für den Kauf des Exchange Traded Tracker ETCHI der UBS auf den MSCI China Daily Net Total Return Index. Mittelfristig dürfte das Allzeithoch von Ende Januar 2018 ins Visier genommen werden! 

 

Quelle: Infront

11/11/2019
08/11/2019