Trading Desk

Das Jahr 2020 startete mit massiven geopolitischen Unruhen. Das spielt nicht nur dem Krisenmetall Gold, sondern auch dem Schweizer Franken in die Hände.

10/01/2020, by Christian Ingerl

Es hätte alles so schön sein können: Auf der einen Seite einigten sich die USA und China  in ihrem langwierigen Handelsstreit auf ein Teilabkommen, auf der anderen nahmen die Brexit-Sorgen ab. Doch dann kam es zum Eklat zwischen den USA und dem Iran. Die beiden Staaten gerieten in eine kurze militärische Auseinandersetzung, was Sorgen um einen neuen Nahostkrieg aufkommen liess.

Abwärtstrend

In der Folge flüchteten die Investoren in sichere Häfen wie Gold oder auch dem Schweizer Franken. Die Währung wertete seit Jahresbeginn um ein halbes Prozent gegenüber dem Euro auf. Dabei rutschte das FX-Duo EUR/CHF sogar unter die Marke von CHF 1.08, ein Niveau, welches das FX-Duo seit Mitte 2017 nicht mehr gesehen hatte.

Aber nicht erst seit dem Säberasseln von Donald Trump und Hassan Rohani geht die europäische Gemeinschaftswährung gegenüber der heimischen Devise in die Knie. Bereits seit Mai 2019 hat sich ein klarer Abwärtstrend herauskristallisiert. Um mehr als fünf Prozent wertete das Paar EUR/CHF ab.

Frankenstärke hält an

Selbst als sich die Lage zwischen den USA und dem Iran entspannte, konnte der Euro kaum Boden gut machen. Zwar überwand das Devisengespann kurzfristig wieder die Marke von CHF 1.08, ging danach aber wieder Sinkflug. Noch also scheinen die Anleger weder dem Frieden in Nahost zu trauen, noch der europäischen Konjunktur. Passend dazu hat die Weltbank soeben ihre Prognose für das globale Wirtschaftswachstum in 2020 leicht von 2.7% auf 2.5% zurückgenommen. Unterdurchschnittlich sollen sich dabei Volkswirtschaften der Industriestaaten entwickeln und nur noch um 1.4% expandieren. Noch schwächer fällt die Prognose für die Eurozone aus. Diese senkte die Weltbank im Vergleich zum Vorjahr um einen Prozentpunkt auf nur noch 1.0%.

Brüchiges Chartbild

Ein Blick auf den Chart EUR/CHF zeigt eine äusserst angespannte Situation. Nachdem der Wechselkurs die Marke von CHF 1.08 gebrochen hat, kann das FX-Duo nicht mehr auf viel Hilfe bis zu den Tiefstständen der vergangenen vier Jahre im Bereich von CHF 1.6030 hoffen. Unterstützung könnte aber Seitens der Schweizerischen Nationalbank (SNB) kommen, die in der Vergangenheit fortwährend betonte, dass der Franken überbewertet sei. Gut möglich also, dass die SNB bei einer anhaltenden Aufwertung Interventionen in Betracht zieht, um die heimische Exportwirtschaft zu schützen.

Anlagelösungen

Die «Interventionen»-Karte können Anleger mit dem Call-Warrant EUCALZ der ZKB spielen. Der Strike des Hebel-Produkts liegt bei CHF 1.10, die Laufzeit endet am 24. September 2020. Der übergeordnete Trend des Währungspaares zeigt allerdings weiterhin nach unten. Auf eine Fortsetzung dieser Entwicklung lässt sich mit dem Put EUCAOZ setzen. Der Warrant, dessen Strike bei CHF 1.05 liegt, verfügt über eine identische Laufzeit.

 

09/01/2020
09/01/2020