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Gold hat seit letztem Donnerstag seinen Aufwärtstrend wieder aufgenommen und dürfte in den kommenden Wochen und Monaten neue absolute Rekordmarken erzielen. 

07/11/2020, by Dieter Haas

Die Rahmenbedingungen für das Edelmetall sind derzeit nahezu optimal. Die weltweiten Schuldenberge werden sich nur über den Weg einer Reflationierung abbauen lassen. Covid-19 hat dazu geführt, dass sich die Verschuldung der meisten Staaten massiv ausgeweitet hat, sowohl über fiskalische Massnahmen der Regierungen zur Linderung der negativen Auswirkungen als auch durch die anhaltend expansive Geldpolitik der Notenbanken. Die Werthaltigkeit der Papiergeldwährungen wird auf diese Weise immer mehr unterhöhlt, während Gold, das seit Jahrhunderten eine Funktion als Wertaufbewahrungsmittel beinhaltet, dank seines geringen jährlichen Produktionszuwachses vergleichsweise rarer und daher teurer wird. 

Die relative Outperformance von Gold ist seit dem Beginn des Jahrtausends sichtbar und erreichte Anfang September 2011 ein erstes Hoch. Danach folgte bis Dezember 2015 eine Korrektur. Nach einer ausgedehnten Seitwärtsbewegung bis September 2018 geht es seither wieder stramm nach oben. Anfang August erreichte das Edelmetall endlich auch in USD neue Allzeit-Rekordmarken. Danach setzte eine gesunde Konsolidierung ein. In Bälde dürfte Gold seinen Aufwärtstrend wieder fortsetzen.

Die Absicht der US-Notenbank, eine höhere Inflation zuzulassen, ist Wasser auf die Mühlen des Goldpreises. Da Gold kein eigenes Einkommen erzielt, wird seine Attraktivität als Vermögenswert durch die realen Renditen konkurrierender sicherer Häfen, wie z.B. der US-Regierungsanleihen, bestimmt. Die Realrenditen sind in den letzten Monaten infolge des Einbruchs der nominalen Renditen und einer Wiederbelebung der Inflationserwartungen stark gefallen. Diese Entwicklung dürfte sich fortsetzen und dem Goldpreis bis mindestens Ende 2021 Schub verleihen, zumal es sehr wahrscheinlich ist, dass die Realrenditen weiter sinken, was den Wert des US-Dollars belasten dürfte. 

Nebst der Schwäche des US-Dollars weiteren fiskalischen Impulsen von Seiten der US- und anderer Regierungen spricht auch die Saisonalität für Gold. So war im Schnitt der letzten 52 Jahren ein Einstieg Mitte November in der Regel optimal.

Quelle: Seasonax

Anlagekonklusion:

Der Startschuss für eine Fortsetzung des Aufwärtstrends bei Gold ist der am Donnerstag, den 5.11 erfolgte Anstieg über das 50-Tage-Mittel bzw. der Anstieg über die seit August bestehende Abwärtstrendlinie. Nach diesem technischen Signal besitzt Gold bis Ende Februar mindestens ein Potential bis USD 2250-2350 pro Unze. Längerfristig dürfte das Edelmetall noch weit höher steigen. Als Direktanlage sind bspw. die ETFs ZGLDHC oder AUCHAH eine gute Option. Beide sind CHF-gehedgt. Der Anleger hat somit kein US-Dollar-Währungsrisiko.

Für spekulative Anleger gibt es Hebelprodukte auf Gold in Hülle und Fülle. Eine eher vorsichtige Wahl wäre bspw. der auf Swiss DOTS gehandelte Open-end Knock-out Call 54509597.  

 

Quelle: Swissquote

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