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Die Spannung rund um die Aktie des Bauchemiekonzerns nimmt zu. Während es charttechnisch gerade zu einem Verkaufssignal gekommen ist, scheint fundamental die Welt in Ordnung zu sein. Der Kampf zwischen Bulle und Bär dürfte nun in eine entscheidende Phase gehen.

03/05/2022, by Serge Nussbaumer

Sika, das Schweizer Unternehmen mit Schwerpunkt Spezialitätenchemie, hat einen kritischen Punkt erreicht, oder besser gesagt, die Aktien des SMI-Mitglieds. Während es auf operativer Ebene eigentlich nichts zu meckern gibt, schwingen an der Börse seit einiger Zeit die Bären das Zepter. Mit möglicherweise schwerwiegenden Folgen: Soeben hat nämlich die 100-Tage-Line den gleitenden 200-Tage-Durchschnitt von oben nach unten gekreuzt. Im Fachjargon wird dies als «Death Cross» bezeichnet. Aus charttechnischer Sicht ein bedrohlicher Indikator, denn er deutet auf ein Ende des übergeordneten Aufwärtstrends hin.

In der Ruhe liegt die Kraft

Bevor wir nun einen Abgesang auf die Sika-Aktie aufsetzen, lohnt es sich einen Blick auf die operative Verfassung des Konzerns zu werfen – und diese kann sich sehen lassen. Das Jahr 2021 reihte sich nicht nur in den operativen Erfolgskurs der jüngsten Vergangenheit ein, es übertraf sogar die durchschnittlichen Wachstumsraten. Mit einem Plus von 17.1% beim Umsatz und 11.3% beim Nettogewinn erzielte Sika die höchsten Steigerungen der vergangenen vier Jahre. Darüber hinaus hat das 1910 in Zürich gegründete und aktuell in Baar ansässige Unternehmen die Prä-Corona-Niveaus bei weitem übertroffen.

Auch im laufenden Jahr bleibt Sika cool und lässt sich nicht aus dem Tritt bringen. Den Lieferengpässen bei Rohmaterialien zum Trotz, steigerte der Konzern, dessen chemische Zusätze unter anderem Beton verstärken und wasserdicht machen, den Umsatz im ersten Quartal um ein Fünftel auf den Rekordwert von CHF 2.4 Mrd. Schub verliehen dem Geschäft die weltweiten Konjunkturförderungsprogramme für die Bauwirtschaft. Darüber hinaus steigt die Nachfrage nach Produkten zur Reduktion von CO2-Emissionen und zur Schonung der Ressourcen. Positiv kommt hinzu, dass Sika Preiserhöhungen durchsetzen konnte.

Optimistischer Blick nach vorne

Für den Rest des Jahres ist das Team um CEO Thomas Hasler ebenfalls positiv gestimmt. Das Management erwartet ein Umsatzplus in Lokalwährungen von deutlich mehr als 10% Prozent auf dann erstmals über CHF 10 Mrd. Das Betriebsergebnis (Ebit) soll dabei überproportional zulegen. Ein wichtiger Meilenstein im laufenden Jahr ist noch die Übernahme des früheren Bauchemiegeschäfts von BASF, das in der zweiten Hälfte abgeschlossen werden soll. Mit Hilfe der zuletzt getätigten Akquisitionen, allein sieben Stück im vergangenen Jahr, möchte Sika seinen Anteil am Bauchemiemarkt bis 2025 von derzeit rund einem Zehntel auf 12% steigern. Beim jährlichen Umsatzwachstum geht das Unternehmen, dessen Produkte auch von Automobilherstellern als Klebstoffe verwendet werden, von einer Spanne zwischen 6% bis 8% in den Jahren bis 2023 aus. Dabei wird eine Betriebsgewinnmarge von 15% bis 18% erwartet. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr betrug die Ebit-Marge 15.0%, was einer Verbesserung um 60 Basispunkte entsprach.

Ein Blick auf die Gewinnschätzungen der Analysten zeigt, dass die Sika-Aktie nach den jüngsten Kursverlusten nicht mehr teuer ist. Die durchschnittliche Wachstumsrate beim Ergebnis je Anteilsschein beträgt für die kommenden drei Jahre stolze 20.7%. Damit erscheint das 2024er-KGV mit 25.7 alles andere als ambitioniert, zumal auch die Profitabilität weiter zunehmen dürfte. Der Analystenkonsens ist ebenfalls positiv gestimmt. Das von Refinitiv angegebene durchschnittliche Kursziel aus 21 Studien beläuft sich auf CHF 377.50, das entspricht einem Potenzial von rund 27%.

Warum sich die Anlage lohnt

Wer der Konsensmeinung Glauben schenkt, sollte also den Kursrücksetzer als Einstiegschance sehen. Trader, für die das technische «Todeskreuz» der grössere Impulsgeber sind, können sich dagegen auf der Short-Seite positionieren. Egal ob Call oder Put, auf Swiss DOTS finden Interessierte eine grosse Auswahl an möglichen Hebelpapieren. Mehr als 500 Warrants & Derivate sind auf der Plattform auf Sika erhältlich.

Die aktuelle Konsolidierung der Aktie im Bereich von CHF 280 und 320 drückte die Vola in den letzten Wochen um 7 Prozentpunkte auf 23 Prozent. Dies wiederum kommt Warrants entgegen. Der Call-Optionsschein (Valor 113538775) der UBS hat einen Strike bei CHF 350. Das heisst, das Produkt befindet sich noch aus dem Geld, besitzt somit keinen inneren Wert. Doch nutzt Sika die Bodenbildung um Kraft für eine Kurswende zu sammeln, könnte der Strike schnell erreicht sein – und dabei auch ordentlich Schwung in den Optionsschein bringen. Dieser verfügt nämlich über einen Hebel von 8.3. Die Sika-Aktie kann sich gerne noch etwas Zeit mit dem Rebound lassen, der Warrant hat eine Laufzeit bis Mitte Dezember. Anleger, die angesichts des jüngsten Verkaufssignals dagegen auf einen raschen Taucher wetten möchten, sind mit dem Faktor-Zertifikat (Valor 58423188) der Société Générale bestens bedient. Das Produkt, das über einen konstanten Hebel von 4 verfügt, ist vor allem für kurzfristige Spekulationen geeignet.

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Swiss DOTS ist die führende Schweizer OTC-Plattform für Hebelprodukte. Sika ist nur eine von 90‘000 Trading-Ideen, die Sie hier täglich von 8:00 – 22:00 Uhr kostengünstig zu CHF 9.- flat/Trade handeln können.

02/05/2022
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