Trading Desk

In der letzten Woche veröffentlichte die U.S. Securities and Exchange Commission die neusten Daten. Die SNB hat im 4.Quartal keine Ausweitung ihrer US-Aktien-Bestände vorgenommen. Die Wahl Donald Trump hat sich bei der SNB vermutlich leicht negativ auf die Renditen ausgewirkt.

14/02/2017, by Dieter Haas

Bislang hält sich die SNB sehr bedeckt, was Ihre Resultate im Anlagebereich anbelangt. Da ist die norwegische Zentralbank (Norges Bank) zu loben. Diese gibt detailliert und regelmässig Auskunft über die Struktur ihrer Anlagen und die erzielten Renditen. Es wäre eigentlich an der Zeit, dass unsere Nationalbank, ihre Transparenz in diesem in den letzten Jahren stark an Bedeutung zugenommenen Bereich, erhöhen würde. Herr und Frau Schweiz wüssten dann etwas genauer, was die Währungshüter mit unserem Geld anstellen.

Dank den Aufsichtsbehörden der USA wissen wir mit ein paar Wochen Verzug immerhin, was die SNB im Aktienmarkt USA unternimmt. Sie hat sich im vierten Quartal mit Neuengagements zurückgehalten. Am 31.12.2016 hielt sie insgesamt 2564 Positionen (30.9.16: 25336), die einen Wert von USD 63.4 Mrd. aufwiesen (30.9.16: USD 62.4 Mrd.). Der Gesamtwert des US-Aktienportfolios stieg im vierten Quartal um 1.59%, während der S&P 500 um 3.25% zulegte. Obwohl die SNB kein aktives Management betreibt, scheint es ,als ob die vorhandene Aktienstruktur in den von Donald Trump bevorzugten Branchen (Finanz, Infrastruktur) eher leicht untergewichtet war.

Quellen: SEC, Bloomberg

In derselben Zeit (4. Quartal 2016) scheint die Norges Bank eine glücklichere Hand gehabt zu haben. Sie hielt Ende 2016 mit 2151 etwas weniger Titel (30.9.2016: 2146) als die SNB. Der Wert ihrer US-Aktien lag am Jahresende bei USD 228.8 Mrd. rund 3.6 mal höher als bei der SNB. Das entsprach einer Steigerung von 9.2% gegenüber dem Stand am 30.September 2016. Die bereits viel früher als die SNB Aktien kaufende Norges Bank scheint im 4.Quartal somit vermutlich das bessere Händchen gehabt zu haben.

 

 Quellen: SEC, Bloomberg

Ein Blick auf die grössten Aktienpositionen der SNB in den USA per 31.12.2016 zeigt auf, dass unsere Währungshüter mit Ihrer Anlagephilosophie sich wie ein passiver Fonds in erster Linie an der Börsenkapitalisierung orientieren. Da sie eine eigene, interne Benchmark als Gradmesser haben, ist eine Beurteilung von aussen praktisch unmöglich. Die doch erstaunlich grosse Abweichung zum S&P 500, dem mit Abstand umfassendsten US-Börsenbarometer im 4.Quartal lässt aber doch einen gewissen Anpassungsbedarf an die von der neuen US-Regierung vor allem bevorzugten Branchen vermuten.

    Anteil in %
APPLE INC   2.7%
MICROSOFT CORP   2.0%
EXXON MOBIL CORP   1.8%
JOHNSON & JOHNSON   1.5%
AT&T INC   1.3%
AMAZON INC   1.3%
GENERAL ELECTRIC CO   1.3%
FACEBOOK INC   1.2%
VERIZONMUNICATIONS INC   1.1%
PROCTER AND GAMBLE CO   1.1%
ALPHABET INC CAP STK   1.0%
ALPHABET INC CAP STK   1.0%
CHEVRON CORP NEW   1.0%
PFIZER INC   0.9%
COCA COLA CO   0.8%
PEPSICO INC   0.8%
MERCK & CO INC   0.8%
HOME DEPOT INC   0.8%
INTEL CORP   0.8%
UNITEDHEALTH GROUP INC   0.7%

 

Anlagekonklusion:

Wer US-Aktien kaufen und eine Outperformance erzielen möchte, der hält sich somit besser nicht an eine passive Anlagestrategie à la SNB, sondern setzt bis auf weiteres auf die Gewinner seit der Trump Wahl. Das waren einerseits der Finanzsektor und andererseits die Industriewerte, während Konsumgüteraktien und Versorger zu den Verlierern zählten. Das Duo Konjunkturstimulierung und strukturelle Reformen dürften in den USA 2017 zu einem höheren Wachstum und einer anziehenden Inflation führen. Sektoren, die in einem solchen Umfeld profitieren sind: Energie, Materialien, Industrie und Finanz. Zudem dürften Firmen mit höheren Umsätzen in den USA multinationale Konzerne outperformen. Small Caps bleiben daher weiter im Vormarsch im Vergleich zu den Blue Chips. Umsetzen lässt sich das Ganze mit Sektor ETFs: Energie mit XLE, Materialien mit XLB, Industrie mit XLI, Finanz mit XLF und Small Caps bspw. mit IJR

13/02/2017
13/02/2017