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Die Hörgeräte-Firma blickt optimistischer in die Zukunft. Der perfekte Zeitpunkt, den Mid Cap näher zu betrachten.

15/09/2021, by Christian Ingerl

Noch im Juli sprach Sonova-CEO Arnd Kaldowski in einem Interview davon, trotz eines guten Starts in das neue Geschäftsjahr nicht an den mittelfristigen Zielen rütteln zu wollen. Erst wenn die «Erholungsphase gut bewältigt wurde», könnte man über diesen Schritt nachdenken, liess der 53-jährige Manager wissen. Diese Bescheidenheit scheint nun überwunden zu sein, nur wenige Wochen später wird das Trommeln von Kaldowski lauter. Anfang der Woche hob der Hörgeräte-Weltmarktführer nämlich sein mittelfristiges Umsatzziel an.


Deutliche Aufbesserung


Der neue Plan sieht ein jährliches Umsatzwachstum von 6% bis 9% vor. Währungseinflüsse sowie die angekündigte Übernahme des Sennheiser-Geschäfts wurden bei der Neugestaltung der Ziele nicht berücksichtigt. Bisher hatte das Unternehmen ein bereinigtes Umsatzwachstum von 5% bis 7% pro Jahr ins Auge gefasst. An der Rendite-Prognose legte Kaldowski nicht Hand an. Hier gilt weiterhin die alte Zielsetzung eines jährlichen Anstiegs der bereinigten operativen Marge (Ebita) von 7% bis 11%.


Verschiedene Standbeine


Sonova hat die klare Absicht, in einem wachsenden Markt den Rivalen weitere Anteile abzujagen. Dabei schreckt das Unternehmen auch nicht vor Übernahmen zurück. Im Mai dieses Jahres übernahm Sonova die Konsumgüter-Sparte mit Kopfhörern und Lautsprechersystemen für den Heimbedarf von Audiotechnik-Hersteller Sennheiser. Mit den klassischen Kopf- und Ohrhörern erzielte das Familienunternehmen zuletzt einen Jahresumsatz von rund EUR 250 Mio. 


Die Kopfhörer sollen in Zukunft den «Konsumgüter-Schwerpunkt» im Konzern bilden, die eigenen Hörhilfen den «Medizinprodukte-Schwerpunkt». Dazwischen soll sich dann noch ein Segment kleiner, mobiler, drahtloser Audio-Verstärker erstrecken, in welcher die Technologie des Hörgeräte- und Implantate-Bereichs Verwendung finden wird. Um auch in Zukunft den Ton bei den Hörgeräten anzugeben, hat Sonova heute eine Forschungskooperation mit dem Sensorhersteller Sensirion bekanntgegeben. Die Zusammenarbeit konzentriert sich auf eine Studie zur Genotypisierung von Patienten mit Presbyakusis (altersbedingter Hörverlust). Die Kosten dafür werden auf EUR 7 Mio. veranschlagt.


Anlagelösungen


An der Börse zählt die Sonova-Aktie zu den Highflyern in diesem Jahr. Während der SMIM seit Silvester rund ein Fünftel an Wert zulegen konnte, schoss der Kurs des Hörgeräte-Spezialisten um mehr als 60 Prozent nach oben. Der übergeordnete Aufwärtstrend ist zwar noch weiterhin intakt, allerdings zeigt sich auf kurze Sicht eine Seitwärtsbewegung. Seit Wochen schwankt der Mid Cap im Bereich CHF 360/370 umher. Aus dieser Phase lässt mit dem Barrier Reverse Convertible SABYJB von Julius Bär eine attraktive Rendite schöpfen. Das relativ neue Papier mit einer Restlaufzeit von maximal noch knapp einem Jahr wirft einen Ertrag von 6.0% p.a. ab, sollte die Sonova-Aktie die Barriere bei CHF 237.23 nicht touchieren. Der Risikopuffer beträgt damit 36.2%. Wer an einen Ausbruch nach oben glaubt, kann den Mini Future Long SOOAAU der UBS in Betracht ziehen. Der Hebel beträgt aktuell 5.5, der Knock-Out ist 14.9% entfernt.

14/09/2021
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