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Beim weltweit führenden Implantate-Hersteller sorgt eine innovative Produktpalette für eine hohe Nachfrage. Das sollte den SMIM-Titel auch an der Börse weiter beflügeln.

30/11/2018, by Christian Ingerl

Lange Zeit lag das SMIM-Mitglied Straumann vor dem Gesamtmarkt. Durfte sich der Dental-Titel im August noch über einen Zuwachs von mehr als einem Fünftel seit Jahresbeginn freuen, steckt er nun ebenso wie der Index in den Miesen. In den vergangnen Wochen verlor die Aktie sogar überproportional.

Zielanhebung, die Zweite

Die hohen Kursverluste passen allerdings nicht ins operative Bild des Implantate-Herstellers. Das in Basel ansässige Unternehmen befindet sich bereits seit Jahren auf einem kontinuierlichen Wachstumskurs und setzt diesen auch in 2018 konsequent fort. Im Detail sieht dieser folgendermassen aus: Zwischen 2013 und 2017 verbesserten sich die Erlöse im Mittel um 10% pro Jahr, der Gewinn entwickelte sich dazu sogar überproportional nach oben. So nahm die Nettomarge von 14.8% auf inzwischen 24.8% zu. Diese positive Entwicklung hält im laufenden Geschäftsjahr an. Dank zweistelliger Zuwachsraten in allen Regionen erzielte Straumann in den ersten neun Monaten ein organisches Wachstum von 18%. Das war mehr als von Analysten erwartet.

Angesichts der florierenden Geschäfte schraubte Straumann zum zweiten Mal in diesem Jahr die Ziele nach oben. Für 2018 geht der Vorstand nun von einem organischem Umsatzwachstum im «oberen» Zehnprozentbereich aus, zuvor war vom «mittleren» die Rede. Zum Vergleich: Der globale Dentalimplantatmarkt wird voraussichtlich nur um 4% bis 5% wachsen. Zudem erwartet Straumann weiterhin eine Verbesserung der Ebitda-Marge.

Innovationen am laufenden Band

Nach wie vor stellen die Zahnimplantate das Kerngeschäft von Straumann dar. Diese tragen um mehr als die Hälfte zum aktuellen Wachstum bei. Besonders gefragt sind die «Bone Level Tapered (BLT)»-Sortimente. Diese Premium-Lösungen werden vor allem  bei sehr weichem Knochen eingesetzt. Nun hat das Unternehmen aber noch eine Weiterentwickelung im Angebot, das BLX-Implantat. Dabei handelt es sich um ein zweiteiliges Keramikimplantat, welches die Stabilität in allen Knochenklassen optimiert. «Wir haben ausreichend Gelegenheiten, um zu wachsen und den Markt zu übertreffen», sagt Straumann-Chef Marco Gadola und führt weiter aus: «Zahlreiche Initiativen haben noch nicht ihren Höhepunkt erreicht.» Dazu zählen zum Beispiel die Mini-Implantate, die bereits im vergangenen Quartal ihre Markteinführung feierten. Die nur 2.4 mm starke Variante wurde für den sofortigen Zahnersatz konzipiert und soll besonders langlebig und pflegeleicht sein.

Analysten gehen davon aus, dass sich der Wachstumskurs von Straumann in den kommenden Jahren fortsetzen wird. Der Konsens rechnet 2019 mit einem Plus beim Ergebnis je Aktie von 22%, 2020 mit weiteren 16%. Die aktuelle Kursschwäche könnte also vor allem der unsicheren Börsenphase geschuldet sein. Sollten sich die Wolken über den globalen Kapitalmärkten wieder lichten, würde ein schnelles Comeback des Mid Caps nicht überraschen.

Anlagelösungen

Mutige Anleger können auf eine Wende mit dem Warrant STMUKU setzen. Der Multiplikator beträgt 6.6, der Strike befindet bei CHF 700. In diesem Bereich verläuft die 200-Tage-Linie. Eine ordentliche Rendite ist aber auch mit dem Barrier Reverse Convertible RSTANV möglich. Das Papier mit einer Restlaufzeit von rund sechs Monaten wirft einen Ertrag von 6.6% p.a. sicher ab, sollte die Straumann-Aktie die Barriere bei CHF 438.20 nicht touchiert. Der Risikopuffer beträgt komfortable 28.1%.

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