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payoff Trading Desk

Zurück aus den Ferien: Jetzt Schnäppchen jagen

09.09.2026 2 Min.
  • Martin Raab
    Investment-Stratege

Erholt und mit klarem Kopf zurück am Bildschirm lässt sich doppelt Kasse machen: bei liegengebliebenen Tech-Werten wie Qualcomm und am Zinsmarkt, wo ein neuer, falkenhafter Fed-Chef für steigende Renditen sorgt.

Die Ferien sind vorbei, die Urlaubsbräune ist noch da, das Depot ist wieder im Blick. Genau jetzt lohnt es sich, den ersten Kaffee am Bildschirm zu geniessen. Während man selbst am Strand lag, hat der Markt zwei Baustellen liegen gelassen, die sich mit klarem Kopf hervorragend bearbeiten lassen: liegengebliebene Tech-Schnäppchen und ein Zinsmarkt, der geradezu nach einer Wette auf steigende Renditen schreit.

Auf der Einkaufsliste steht: Qualcomm. Während Nvidia in Bewertungssphären schwebt, dümpelte der Handychip-Riese zuletzt unter seinem Jahresstartkurs und deutlich unter dem Analystenkonsens von rund USD 200. Zwar zeigten die Quartalszahlen ein schwaches Kerngeschäft, doch das Automotive-Segment verzeichnet bereits im 23. Quartal in Folge ein zweistelliges Wachstum. Hinzu kommen Milliardendeals mit Hyperscalern und eine neue Partnerschaft mit Meta, die den Kurs nach Börsenschluss zweistellig nach oben katapultierten. Ähnliche Nachzügler mit solider Bilanz, aber ohne Hype-Aufschlag, finden sich bei Intels Turnaround-Story oder beim Netzwerkausrüster Cisco. Wer die Ferienwochen verpasst hat, kann diese Aufholjagd bequem vom Bürostuhl aus starten.

Die zweite Baustelle sind die US-Staatsanleihen. Seit Kevin Warsh im Mai die Leitung der Fed übernommen hat, klingt die Notenbank deutlich weniger nach Lockerung. Die Entscheidung im Juni fiel einstimmig, jede Andeutung künftiger Zinssenkungen wurde gestrichen und in Jackson Hole liess Warsh sogar steigende Zinsen anklingen. Die Folge: Die zehnjährige Anleihe kletterte auf knapp 4,7%, die 30-jährige über 5,2%. Einige Beobachter erwarten binnen sechs Monaten einen Test der 5%-Marke bei den zehnjährigen Renditen. Gleichzeitig flutet das Finanzministerium den Markt mit immer grösseren Auktionen, während die Fed als Käufer ausfällt. Steigende Renditen bedeuten fallende Kurse – ein Fall für Short-Trader.

Konkret umsetzen lässt sich dies über Put-Optionen oder Short-Mini-Futures auf Anleihe-ETFs wie den «iShares 20+ Year Treasury Bond ETF», über gehebelte Inverse-Produkte wie den «ProShares UltraShort 20+ Year Treasury» oder direkt über Short-Futures auf 10- bzw. 30-jährige T-Notes/T-Bonds. Wer es genauer mag, kann mit einer Steepener-Position auf eine steiler werdende Zinskurve setzen. Die Ferien sind vorbei, die Chancen liegen bereit – Zeit, sie einzusammeln.

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