Opinion Leaders
The Globe – Outlook 2026
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Maria Luisa Gota
Chief Executive Officer and General Manager
Eurizon
Ein anhaltender globaler Konjunkturzyklus stützt ein positives Marktszenario
«Das Jahr 2026 beginnt für die Weltwirtschaft ganz im Zeichen der Kontinuität: Wachstum sowie auf Stabilisierung ausgerichtete Fiskal- und Geldpolitik prägen das zentrale Szenario von Eurizon vor dem Hintergrund geopolitischer Unsicherheiten“, erklärt Maria Luisa Gota, Chief Executive Officer und General Manager von Eurizon. „In diesem Zusammenhang bleiben Qualität, Diversifizierung und professionelles Management die wichtigsten Säulen, um einen Zyklus zu meistern, der zwar ausgereift ist, aber dennoch Wert schafft.»
Das Jahr 2026 dürfte eine Fortsetzung des globalen Konjunkturzyklus darstellen, des siebten seit Beginn der Corona-Pandemie. Mindestens drei Gründe sprechen dafür, diese Annahme als zentrales Szenario zugrunde zu legen.
Die Fiskalpolitik ist in den USA moderat expansiv und wird die wirtschaftliche Aktivität in der Eurozone unterstützen, dank der Verteidigungs- und Infrastrukturausgaben.
Die Geldpolitik wird in der Eurozone voraussichtlich neutral gehalten, wo die Zinsen bereits mit der Inflation übereinstimmen, und wird in den USA neutral werden, während der Zinssenkungszyklus der Fed andauert.
2026 wird ein Wahljahr in den Vereinigten Staaten sein, da die Zwischenwahlen im November stattfinden. Die Trump-Regierung wird daher versuchen, wirtschaftliche Turbulenzen im Jahr zu vermeiden.
Mit Blick auf China dosieren die Wirtschaftsbehörden die Konjunkturimpulse weiterhin sorgfältig, um das Wachstum im Einklang mit dem Ziel von 5 % pro Jahr zu halten. In diesem Zusammenhang stellt China einen stabilisierenden Faktor für den globalen Konjunkturzyklus dar.


Risikoszenarien, die wahrscheinlich nicht eintreten werden, beinhalten eine potenzielle „makroökonomische Enttäuschung“ in den Vereinigten Staaten, die mit anhaltender Schwäche des Arbeitsmarktes oder mit der Verlangsamung der Investitionen in künstliche Intelligenz (KI) zusammenhängt. In der Eurozone könnten Risiken Verzögerungen bei der Umsetzung der Verteidigungs- und Infrastrukturausgaben sein. Ein schwaches makroökonomisches Bild würde dadurch ausgeglichen werden, dass sowohl die Fed als auch die EZB deutlich entgegenkommendere geldpolitische Kurse verfolgen.
Andererseits würde ein alternatives Szenario mit stärkerem Wirtschaftswachstum als von den Märkten erwartet weniger entgegenkommende Zentralbanken bedeuten, während die Unternehmensgewinne zweifellos profitieren würden.
Ein positiver Faktor, der zu berücksichtigen ist, ist die Stabilität der Inflation. In der Eurozone ist die Rendite auf 2 % nun gefestigt. Was die USA betrifft, so hat die Einführung von Handelszöllen auf Importe die Inflation nicht wieder entfacht, da die Zölle grösstenteils von Unternehmen übernommen wurden, mit moderaten Auswirkungen auf die Verbraucherpreise. Die US-Inflation hat sich bei knapp unter 3 % stabilisiert, etwas höher als in der Zeit vor Covid.


Für die Zentralbanken könnte das Jahr 2026 weitgehend ereignislos verlaufen
Zwar befindet sich die Fed weiterhin im Prozess der Neutralisierung ihrer Geldpolitik, doch da sich die Inflation bei knapp unter 3 % stabilisiert hat, sind noch zwei Zinssenkungen erforderlich, um das Ziel zu erreichen. Im Basisszenario dürfte die Fed diese Schritte zur Jahresmitte vollziehen und anschliessend eine neutrale Haltung einnehmen.
In diesem Zusammenhang dürfte sich der Fokus der Fed auf den Wechsel an der Spitze sein, da Powells Mandat im Mai endet. Der Name seines Nachfolgers wird höchstwahrscheinlich lange im Voraus bekannt gegeben.
Die EZB hat die Zinsen mit acht Senkungen zwischen Juni 2024 und Juni 2025 bereits auf ein neutrales Niveau gesenkt und dürfte im Basisszenario ihre Geldpolitik über das gesamte Jahr hinweg unverändert beibehalten.
Zudem setzt die EZB den Abbau der in ihrer Bilanz gehaltenen Wertpapiere fort (Quantitative Tightening, quantitative Straffung), eine Massnahme, die im Gegensatz zu den seit 2008 sowie nach der Covid-Pandemie ergriffenen Programmen des Quantitative Easing steht. Die Fed hat das Quantitative Tightening bereits ausgesetzt, während die EZB offenbar beabsichtigt, diesen Prozess im laufenden Jahr fortzusetzen und möglicherweise 2027 zu beenden.

