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Deutschland: Der Aufschwung nimmt Fahrt auf 

08.10.2026 3 Min.
  • Eurizon
    Investmentausblick

Ein Jahr nach dem Start des umfangreichen mehrjährigen Finanzpakets für Verteidigung und Infrastruktur befindet sich die deutsche Wirtschaft im Aufschwung.

Das Paket war von der Regierung im Frühjahr des vergangenen Jahres angekündigt worden, wurde jedoch erst ab Herbst umgesetzt, nachdem der Haushalt vom Bundestag verabschiedet worden war.

Seither hat die Bundesregierung die öffentlichen Ausgaben deutlich erhöht und plant, diese weiter zu steigern, wobei sie auf das Sondervermögen in Höhe von 500 Mrd. EUR für Investitionen in die Infrastruktur und die Energiewende zurückgreift. Die Erhöhung der Verteidigungsausgaben wird hingegen zum Teil über das Sondervermögen Bundeswehr und zum Teil durch die Reform der Schuldenbremse finanziert, die es ermöglicht, Verteidigungsausgaben oberhalb von 1 % des BIP von dieser Regel auszunehmen.

Darüber hinaus hat die Bundesregierung eine Reihe weiterer Maßnahmen auf den Weg gebracht, zu denen Investitionsanreize, eine schrittweise Senkung der Steuerlast für Unternehmen, Fördermaßnahmen für die Forschung sowie vergünstigte Stromtarife für das produzierende Gewerbe gehören. Kurz vor Weihnachten wurde zudem mit dem Deutschlandfonds eine neue Initiative ins Leben gerufen, die privates Kapital zur Unterstützung von Investitionen mobilisieren soll. 

Die von der Bundesregierung ergriffenen Maßnahmen haben sich auf die Wirtschaft ausgewirkt: Nach drei Jahren weitgehender Stagnation wächst das BIP seit dem vierten Quartal des vergangenen Jahres wieder. Auch im zweiten Quartal dieses Jahres setzte sich der Aufschwung fort, trotz der gestiegenen Energiepreise infolge des Konflikts im Nahen Osten. 

Die robuste Konjunktur hat die Konsensprognosen der Ökonomen für das Wachstum 2026 nach oben getrieben. In den vergangenen Monaten waren die Prognosen deutlich gesenkt worden, aus Sorge, der Konflikt zwischen den USA und dem Iran könnte die Wirtschaft stärker belasten. 

Der Aufschwung wurde vor allem durch die öffentlichen Ausgaben angetrieben, aber auch die Exporte haben positiv dazu beigetragen. 

Die von der Bundesregierung ausgehenden Wachstumsimpulse zeigen sich besonders deutlich in den Bereichen Infrastrukturprojekte und Tiefbau sowie in der Kategorie „sonstiger Fahrzeugbau“, die einen starken Anstieg der Auftragseingänge verzeichnete. Dies spiegelt umfangreiche öffentliche Aufträge im Verteidigungsbereich wider, insbesondere in der Luft- und Raumfahrt sowie im Schiffbau.

Auch die Aussichten bleiben günstig

Zwar deuten die jüngsten Daten zur Realwirtschaft auf eine mögliche Abschwächung der Industrie hin, die auf einige vorübergehende Faktoren zurückzuführen ist, wie die Trockenheit, die die Binnenschifffahrt auf dem Rhein erschwert hat, bleibt der Grundtrend doch auf Erholungskurs.

Die Frühindikatoren, darunter die Industrieaufträge und die Stimmungsindikatoren der Unternehmen (PMI und ifo), haben sich in den letzten Monaten deutlich verbessert und deuten damit nicht nur auf eine Fortsetzung, sondern auch auf eine Verstärkung des Aufschwungs hin, trotz des jüngsten starken Anstiegs der Energiepreise und der anhaltenden geopolitischen Unsicherheit.

Die von Merz geführte Koalition setzt gezielt auf die Stärkung des Wachstums, um die Abwanderung von Wählern zur rechtsextremen Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) einzudämmen. Bei den jüngsten Landtagswahlen hat die AfD ihren Stimmanteil weiter ausgebaut, vor allem auf Kosten der CDU, der Partei von Bundeskanzler Friedrich Merz.

Doch die Zeit spielt der Regierung in die Hände: Die nächste Bundestagswahl findet nämlich erst 2029 statt.

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