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Gaming: GTA VI und das Milliardenpotenzial der Branche

23.09.2026 5 Min.
  • Jérôme Allet
    Leiter Public Distribution für Strukturierte Produkte Schweiz
    UBS Investment Bank

Weltweit fiebern die Fans der Veröffentlichung von GTA VI entgegen. Das Action-Videospiel steht exemplarisch für den Wandel und das wirtschaftliche Potenzial des Gaming-Marktes. Globale Reichweite und wachsende Umsätze rücken den Sektor zunehmend in den Fokus von Anlegern.

Ende August 2026 veröffentlichte Netflix eine umfangreiche Vorschau auf „Grand Theft Auto VI“ (GTA VI). Dabei handelt es sich nicht um einen klassischen Trailer. Statt eines kurzen Werbefilms gewährt Netflix in einem 26-minütigen Beitrag einen ausführlichen Einblick in die neueste Version des Action- und Adventure-Spiels. Der 2013 veröffentlichte Vorgänger, GTA V, wurde mehr als 230 Millionen Mal verkauft. Über alle Versionen hinweg bringt es der Gaming-Blockbuster auf annähernd eine halbe Milliarde Verkäufe.Seit dem 25. Juni können Fans die neue Version bei Rockstar Games vorbestellen. Allein in den USA und den fünf grössten europäischen Märkten erreichte GTA VI laut einer Analyse von Newzoo in der ersten Woche Umsätze von rund 180 Millionen US-Dollar. Auf Basis der starken Vorverkäufe erwartet Newzoo bis eine Woche nach dem Marktstart am 19. November 2026 weltweite Erlöse von 3,3 bis 5,2 Milliarden US-Dollar. Noch nie konnte Newzoo einen derart starken Vorverkaufsstart beobachten.2

Das volle Programm

GTA VI schickt die Spieler durch eine fiktive Welt aus Kriminalität, Überfällen und Verfolgungsjagden. Das Spiel gehört schon vor seiner Veröffentlichung zu den meistdiskutierten Unterhaltungstiteln. Auch an der Wall Street ist das anstehende Release ein grosses Thema. Rockstar Games gehört der an der Technologiebörse Nasdaq kotierten Take-Two Interactive Software. Mit drei Labels – Rockstar, 2K und Zynga – bietet das Unternehmen aus New York Spiele für Konsolen, Smartphones, Tablets und PCs an. Der Vertrieb erfolgt physisch, zum Download und über spezielle Online- sowie Streaming-Plattformen.3

Take-Two steht damit exemplarisch für die Entwicklung einer Branche, die sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt hat. Videospiele sind längst mehr als ein Nischenhobby an der mit DVDs bestückten Konsole. Die Vermarktung erfolgt heute crossmedial, die Spieler kommen in riesigen Communities, Creator-Ökosystemen und an Live-Events zusammen. Laut Newzoo sind weltweit rund 3,7 Milliarden Gamer aktiv, bis 2029 könnte knapp 370 Millionen Spieler dazukommen. 

Marktforscher erwarten für die kommenden Jahre weiteres Wachstum des Sektors: Im laufenden Jahr trauen die Experten dem weltweiten Gaming-Markt ein Volumen von knapp 214 Milliarden US-Dollar zu. 2029 könnte dieses Geschäft 242,9 Milliarden Dollar abwerfen und damit pro Jahr im Schnitt um 4,3 Prozent expandieren. Neben der Neuveröffentlichung von Blockbustern wie GTA VI bezeichnet Newzoo steigende In-Game-Ausgaben sowie die verstärkte Monetarisierung des Mobile Gamings als Treiber.4

Diversifikation ist Trumpf

Der Mix aus globaler Reichweite und wachsenden Einnahmen macht diesen Markt zu einem spannenden Investmentthema. Allerdings kommen an der Börse auch die Risiken zum Vorschein. Zurück zu Take-Two Interactive: Kurz nach dem Vorverkaufsstart für GTA VI erreichte die Aktie des Branchenriesen ein Allzeithoch. Ende August wurde ein Bericht über mögliche Verzögerungen bei der Veröffentlichung der Online-Version von GTA VI publik.Obwohl es keine Bestätigung für diese Mutmassungen gab, geriet Take-Two an der Börse unter Druck. Wie auch immer: Mit einer diversifizierten Allokation können Anleger die Abhängigkeit von einzelnen Titeln reduzieren und potenzielle Rückschläge einzelner Unternehmen abfedern.

Der MVIS Global Video Gaming & eSports Index fährt einen breit gestreuten Ansatz. In diesem Aktienkorb kommen 24 „Pure Plays“ zusammen. Um in den Index aufgenommen werden zu können, muss ein Unternehmen mindestens die Hälfte seiner Umsätze mit Video Gaming und/oder eSports erwirtschaften. Spieleentwickler zählen genauso zum Auswahluniversum wie die Hersteller von Prozessoren, Grafikkarten, Konsolen oder Zubehör. Ein weiteres Augenmerk richtet der für die Benchmark zuständige Dienstleister MarketVector auf die eSports-Szene. Quartalsweise kommt der Index auf den Prüfstand. Um eine Klumpenbildung zu vermeiden, ist die Gewichtung einer Aktie auf höchstens acht Prozent begrenzt.

Insofern dürfte der Anteil von Nintendo beim nächsten Rebalancing gekürzt werden. Mitte September 2026 steuerte der japanische Branchenriese 8,53 Prozent zur Auswahl bei. 1989 schrieb Nintendo mit der Einführung des „Game Boy“ Geschichte Bekannte Marken wie „Super Mario“ oder „Pokémon“ zählen bis heute zu den wichtigsten Zugpferden des Unternehmens und tragen auch zum Erfolg der 2017 eingeführten Switch-Konsole bei. Die Zahlen sprechen für sich: Von der mittlerweile in einer zweiten Version erhältlichen Konsole wurden mehr als 180 Millionen Exemplare sowie gut 1,6 Milliarden Spiele verkauft.6

Ein Tracker-Zertifikat (Symbol: GAMINU) bildet den MVIS Global Video Gaming & eSports Index TR Net nach Abzug einer Managementgebühr von 0,50 Prozent jährlich ohne Laufzeitbegrenzung ab. Das in Schweizer Franken (CHF) denominierte Produkt ist an der SIX Swiss Exchange kotiert. Das Tracker-Zertifikat ermöglicht die Partizipation an der Entwicklung des zugrunde liegenden Index und bietet Zugang zu einem diversifizierten Korb von Unternehmen aus dem Gaming-Sektor.

Bitte beachten Sie, dass kein Kapitalschutz besteht. Zudem muss – wie immer bei Strukturierten Produkten – das Emittentenrisiko berücksichtigt werden.

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Quellen

1) Take-Two Interactive Software, Unternehmenspräsentation, August 2026

2) Newzoo, Artikel, „GTA 6’s First Week Opens the Strongest Pre-order Campaign on Record“, 16.07.2026

3) Take-Two Interactive Software, Geschäftsbericht 2026

4) Newzoo, Global Games Market Report, Free Edition, September 2026

5) Reuters, Medienbericht, 31.08.2026

6) https://www.nintendo.co.jp/ir/en/finance/hard_soft/index.html

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Zum Autor
Jérôme Allet, Leiter Public Distribution für Strukturierte Produkte Schweiz, UBS Investment Bank

Jérôme Allet begann seine berufliche Laufbahn 2011 als Graduate Talent bei der UBS Investment Bank. Seit 2017 leitet er das Team «Public Distribution Sales Switzerland» im Bereich Structured & Solutions Distribution. In dieser Funktion verantwortet er den öffentlichen Vertrieb von Strukturierten Produkten in der Schweiz. Seit 2018 ist er zusätzlich für White Label Lösungen im Bereich Hebelprodukte in Europa zuständig.

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