Trading Desk
Novartis: News mit Blockbuster-Potenzial
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Wolfgang Hagl
Redaktor
Der Pharmakonzern sorgt mit den Forschungsergebnissen zu einem MS-Wirkstoff für Aufsehen. Obwohl es am Mittwoch auch eine negative News gab, macht sich die Novartis-Aktie daran, nach oben auszubrechen.
Das Klumpenrisiko hält sich seit jeher als Kritikpunkt am SMI. Gemeint ist damit die hohe Gewichtung von Roche, Novartis und Nestlé. Wie auch immer: Gestern hat die Vormachtstellung dazu geführt, dass der Schweizer Aktienmarkt mit einem kleinen Plus in den Monat gestartet ist. Mit dem grünen Vorzeichen hob sich der SMI von der Masse der unter einem steigenden Ölpreis und dem Ausverkauf an den Anleihenmärkten leidenden Börsenplätze ab. Mehr oder weniger alleinverantwortlich für die Ausnahmestellung war Novartis. Die im SMI mit knapp 16% gewichtete Pharmaaktie verbuchte ein Plus von mehr als 6% und erlebte damit den stärksten Handelstag seit März 2023.
Negativer Artikel
Am Morgen waren zwei völlig unterschiedliche Meldungen zu dem Basler Branchenriesen über die Ticker gelaufen. Zunächst wurde ein Bericht des «Wall Street Journals» über den Stopp mehrere Zelltherapie-Studien publik. Novartis bestätigte später das vorübergehende Aussetzen eines Programms für Autoimmun- und neurologische Erkrankungen. Drei Patienten waren an den Folgen einer schweren Immunreaktion gestorben. Dem Unternehmen zufolge sei dies ein bekanntes Risiko der sogenannten CAR-T-Behandlung.
Der tragische Rückschlag ging in der positiven Reaktion auf eine Ad-hoc-Meldung von Novartis unter. Darin berichtet der Konzern von positiven Forschungsergebnissen zu Remibrutinib zur Behandlung von Multipler Sklerose (MS). In zwei Phase-III-Studien konnte der Wirkstoff die jährliche Rückfallquote der Patienten im Vergleich zum Medikament Aubagio des französischen Konkurrenten Sanofi signifikant senken. Dem nicht genug: Entzündliche Hirnläsionen wurden verringert und das Fortschreiten körperlicher Einschränkungen verzögert. Novartis betonte ausserdem die gute Verträglichkeit des Präparats, in den Studien habe es keine Hinweise auf Leberschäden gegeben.
Positive Kommentare
Laut J.P. Morgan trauten Analysten Remibrutinib bis dato für 2030 im Schnitt Spitzenumsätze von USD 3.4 Mrd. zu. Davon entfielen rund USD 3 Mrd. auf zwei Arten der Nesselsucht – zur Behandlung dieser Krankheit kommt der Wirkstoff, unter einem anderen Markennamen, bereits zum Einsatz. Laut der US-Grossbank dürfte die Konsensschätzung für Remibrutinib nach dem jüngsten Forschungserfolg um wenigstens USD 2 bis 3 Mrd. nach oben gehen. Obwohl noch Daten ausstehen, hat den Experten zufolge das Risiko bei diesem potenziellen Blockbuster deutlich abgenommen. Folgerichtig bestätigte J.P. Morgan das Novartis-Rating «Overweight». Ein weiterer positiver Kommentar kam von Jefferies. Das Researchhaus traut dem Medikament allein bei MS Spitzenumsätze von mehr als USD 3 Mrd. zu. Novartis könnte nun in diesem Krankheitsfeld das Geschäft von Roche mit dem Kassenschlager Ocrevus unter Druck bringen. Passend zu dieser These stand der Basler Rivale gestern im SMI auf der Verliererseite.
Anlagelösung
Aufhorchen lässt Novartis auch aus charttechnischer Sicht. Die Aktie macht sich daran, den horizontalen Widerstand im Bereich von CHF 130 aus dem Weg zu räumen. Zum neuen Allzeithoch von CHF 132.48 hatte der Large Cap diese Hürde bereits deutlich überwunden. Mit CHF 130 liegt der Strike des Call Warrants WNOC2V exakt auf dem skizzierten Widerstand. Insofern ist das im kommenden März fällige Hebelpapier der Bank Vontobel in den Geld-Bereich vorgedrungen. Trader können den Warrant nutzen, um bei Novartis auf den nachhaltigen Ausbruch nach oben zu setzen. Prallt die Aktie dagegen an der Hürde ab und dreht nach unten, drohen bei dieser spekulativen Position überproportionale Verluste.
