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Deutsche Telekom: Zeit für eine Kurserholung

21.10.2026 4 Min.
  • Wolfgang Hagl
    Redaktor

Obwohl die Deutsche Telekom auf den Megatrend KI setzt und Investoren mit attraktiven Ausschüttungen lockt, blieb sie an der Börse zuletzt links liegen. Es gibt einige Gründe für ein Comeback der T-Aktie.

Anfang Woche wurde im ehemaligen Heizkraftwerk Berlin-Mitte der erste deutsche Investitionsgipfel eröffnet. Rund 500 Gäste folgten der Einladung der Bundesregierung in das historische Gebäude. Unbestrittener «Top Act» der Auftaktveranstaltung war Jensen Huang. Der CEO des weltgrössten Chipkonzerns Nvidia nahm einer Podiumsdiskussion mit Bundeskanzler Friedrich Merz teil. Nach Einschätzung von Huang hat Deutschland gute Voraussetzungen für den Einsatz der Künstlichen Intelligenz (KI). Als Beispiele nannte er ein ausgezeichnetes Fachwissen sowie den wertvollen industriellen Datenschatz. «Diese industrielle Revolution ist so gewaltig, dass man keine zweite Chance erhält», mahnte Huang.

Im Börsenabseits

Tim Höttges dürfte dem Top-Manager und Multi-Milliardär gebannt zugehört haben. Als CEO der Deutschen Telekom sieht er in der KI grosse Wachstumschancen – und macht schon jetzt gemeinsame Sache mit Nvidia. In München haben die beiden Unternehmen eine industrielle KI-Cloud hochgefahren. Zu diesem Zweck wurde ein Rechenzentrum in der bayerischen Metropole saniert und mit superschnellen Halbleiter-Systemen von Nvidia ausgestattet. Mit Hilfe dieser Infrastruktur sollen Grosskonzerne, Mittelständler und Start-ups ihre KI-Lösungen entwickeln, trainieren und einsetzen können.

An der Börse scheint die Deutsche Telekom momentan weder von dieser Offensive noch dem Glanz des US-Partners zu profitieren. Die Aktie des Branchenriesen ist ins Hintertreffen geraten. An dieser Stelle kommt ein weiterer prominenter und milliardenschwerer Protagonist des KI-Booms ins Spiel: Elon Musk. Sein Raumfahrtunternehmen SpaceX hat sich in den USA vor kurzem ein Portfolio an Mobilfunk-Frequenzen gesichert. Damit könnte der Konzern satellitengestützte Sprach- und Internetverbindungen via Smartphone anbieten. Den führenden Mobilfunkern, darunter die USA-Tochter der Telekom, T-Mobile US, droht also neue Konkurrenz. Vor diesem Hintergrund gerieten die Aktien des Sektors unter Druck.

Europäische Allianz

Es muss sich erst noch zeigen, ob und gegebenenfalls ab wann SpaceX den Platzhirschen tatsächlich gefährlich werden kann. In Europa baut die Telekom vor und bastelt zusammen mit der spanischen Telefonica, Vodafone aus Grossbritannien sowie der französischen Orange an einer Allianz für Satellitentelefonie. Gemeinsam möchten sich die Partner um Funkfrequenzen für mobile Satellitendienste bewerben. Am Montag wurde die entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet. Während dieses Projekt noch Zukunftsmusik ist, erfahren Anleger in gut zwei Wochen, wie sich die Geschäfte der Deutschen Telekom zuletzt entwickelt haben. Am 5. November veröffentlicht der Konzern aus Bonn den Zwischenbericht für das dritte Quartal 2026.

Mit Blick auf diesen Termin sollten bei dem DAX-Titel die Fundamentaldaten in den Fokus rücken. Von April bis Juni verzeichnete die Deutsche Telekom sowohl beim Umsatz als auch dem Ergebnis solides Wachstum. Gleichzeitig fiel ein freier Cashflow von mehr als EUR 5 Mrd. an. Das Management nutzt den üppigen Mittelzufluss, um den Aktienrückkauf zu forcieren. Bis Ende Jahr sollen rund EUR 5 Mrd. in den Erwerb von eigenen Anteilsscheinen fliessen. Nimmt man die Dividenden dazu, könnten 2026 bis zu EUR 10 Mrd. an Ausschüttungen zusammenkommen.

Man darf gespannt sein, ob Tim Höttges an dieser Stelle, gerade vor dem Hintergrund einer schwachen Kursentwicklung, noch einmal nachlegt. In jedem Fall dürfte die KI bei der Zahlenvorlage ein wichtiges Thema sein. Anfang Monat hat der Konzern einen Investorentag speziell zur Künstlichen Intelligenz ausgerichtet. Dabei kündigte der CEO starke Einsparungen und enormes Wachstum mit Hilfe dieser Technologie an.

Anlagelösung

Diese Aussicht spricht zusammen dem stabilen Geschäftsverlauf, der günstigen Bewertung und einer stattlichen Dividendenrendite für ein Comeback der Telekom-Aktie. In einem ruppiger gewordenen Börsenumfeld sollten die defensiven Qualitätsmerkmale wieder mehr Beachtung finden. Mit dem Call Warrant WDTAZT ist eine offensive Positionierung möglich. Leonteq hat den Strike bei EUR 25 fixiert, der Optionsschein notiert also ein Stück im Geld. An steigenden Kursen bei der Deutschen Telekom partizipiert der im kommenden März fällige Warrant mit einem Hebel von 10.8. Achtung: Sollte der Large Cap dem Abwärtstrend nicht entkommen, ist mit hohen Verlusten zu rechnen.

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