Opinion Leaders
Shutdown rückt hochfrequente Daten in den Vordergrund
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The Globe
Eurizon’s Investmentausblick
Nachdem die Veröffentlichung offizieller makroökonomischer Daten zur US-Wirtschaft aufgrund des Shutdowns ausgesetzt worden war, richtete sich der Fokus in den vergangenen Wochen verstärkt auf sogenannte „alternative Daten“, die von Privatunternehmen veröffentlicht werden. Diese, häufig wöchentlich erscheinenden, Indikatoren liefern zeitnahe Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung.
Beim US-Arbeitsmarkt zeigen die Indeed-Indizes für Stellenanzeigen, die auf tagesaktuellen Veröffentlichungen basieren, im September und in der ersten Oktoberhälfte eine Fortsetzung des seit 2022 laufenden Rückgangsprozesses. Damit erreichen sie erneut ein Niveau, das dem vor der Pandemie nahekommt und mit begrenzten Beschäftigungszuwächsen vereinbar ist.
Gleichzeitig setzte der wöchentliche ASA-Staffing-Index, der die Dynamik der Einstellungen für befristete Stellen misst, seinen im Juli begonnenen Aufwärtstrend fort und zeigte im September sowie Anfang Oktober eine zunehmende Beschleunigung.
Insgesamt weisen diese Indikatoren auf eine Abschwächung des Beschäftigungswachstums in den USA hin, während gleichzeitig das Interesse der Unternehmen an der Einstellung von Zeitarbeitskräften steigt.

In Bezug auf die Konsumdynamik verzeichnete der Redbook Retail Sales Index, ein wöchentlicher Indikator für die Einzelhandelsumsätze, in den ersten drei Oktoberwochen ein durchschnittliches Wachstum von 5,6 % gegenüber dem Vorjahr. Im September hatte der durchschnittliche Anstieg noch bei 6,1 % gelegen. Dies deutet auf ein anhaltendes robustes Konsumwachstum mit hohen Zuwachsraten hin.
Eine wichtige Stütze für den Konsum in den USA bildete der Anstieg des Nettovermögens der privaten Haushalte, das im zweiten Quartal sowohl bei den Finanzanlagen als auch bei den Immobilienbeständen neue historische Höchststände erreichte.
Hinsichtlich des mit dem Immobilienbesitz verbundenen „Vermögenseffekts“ deuten die von Redfin veröffentlichten wöchentlichen Daten zum Immobilienmarkt auf einen weiteren Anstieg im September und Anfang Oktober hin. Den Schätzungen von Redfin zufolge legten die Verkaufspreise für Wohnimmobilien im September um 1,7 % gegenüber dem Vorjahr und im Oktober um 1,9 % zu. Hinzu kommt der Ausblick auf einen deutlicheren Anstieg der Hausverkäufe, der durch den Rückgang der Hypothekenzinsen infolge der Zinssenkungen der Fed begünstigt würde.

Schliesslich schätzen die von der Federal Reserve Bank of Cleveland entwickelten Nowcasting-Modelle (Echtzeitprognosen) zur Verbraucherpreisinflation für Oktober einen sehr leichten Rückgang der Gesamtinflationsrate im Jahresvergleich auf 2,95 % gegenüber zuvor 2,99 %, bei einem Anstieg um 0,19 % gegenüber dem Vormonat. Auch für die Kerninflation wird ein leichter Rückgang auf 2,93 % im Jahresvergleich im Oktober gegenüber 2,95 % im September erwartet, begleitet von einem monatlichen Anstieg um 0,25 %.
Gleichzeitig scheint sich der durch die Lohnentwicklung bedingte Druck allmählich abzuschwächen. Laut dem Indeed Wage Tracker, einem monatlichen Indikator, der von Indeed erstellt wird und die Entwicklung der in Stellenanzeigen auf den Indeed-Websites angegebenen Löhne und Gehälter misst, setzte sich im September der seit 2022 laufende Prozess der graduellen Abschwächung des Lohnwachstums fort, mit einem Jahresanstieg von 2,5 % nach 2,7 % im August.
