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payoff Paul Drummond, Leiter Climate and Environment Research, Redwheel Opinion Leaders

Weltklimakonferenz 2025: Was von der COP30 zu erwarten ist

10.11.2025 2 Min.
  • Paul Drummond
    Leiter Research für Klima und Umwelt
    Redwheel

Die Umweltkonferenz COP30 in Belém (Brasilien) ist als «Implementierungs-COP» angekündigt. Das signalisiert die Verlagerung des Schwerpunkts von allgemeinen Zusagen hin zur Umsetzung. Die Erwartungen an greifbare Fortschritte sind angesichts sich verändernder geopolitischer Bedingungen jedoch eher gedämpft.

Eine Einschätzung zu den vier Kernbereichen der COP30:

1. Ambitionen und Investierbarkeit nationaler Klimapläne (Nationally Determined Contributions, NDCs)

Neue NDCs bis 2035 für Länder und Regionen, die zwei Drittel der weltweiten Emissionen verursachen, stehen noch aus. Dazu gehören China, Indien und die EU. Man kann davon ausgehen, dass diese in den kommenden Wochen oder auf der COP vorgelegt werden. Die in diesen NDCs festgelegten Ziele und alle Details zu ihrer Umsetzung sind entscheidend für das Verständnis der globalen Lage – ohne die USA. Auch wenn diese wahrscheinlich nicht mit einem 1,5-Grad-Pfad vereinbar sind, sollte insbesondere von China und Indien gesteigerten Ehrgeiz erwartet werden.

2. Baku-to-Belém-Roadmap

Konzipiert als Blaupause wird der Fahrplan auf der COP30 vorgestellt: Ziel ist, bis 2035 jährlich bis zu 1,3 Billionen US-Dollar für Klimafinanzierungen in Entwicklungsländern zu mobilisieren. Da die Empfehlungen voraussichtlich unverbindlich sind und die Umsetzung das Zusammenspiel einer Vielzahl von Akteuren mit konkurrierenden Interessen erfordern, wird der Fahrplan wahrscheinlich von den Begünstigten als zu schwach kritisiert werden.

3. Anpassungspaket und Indikatoren

Die Umsetzung rückt auf der globalen Agenda immer mehr in den Vordergrund. Die Festlegung klarer Indikatoren für den Fortschritt bei den 11 auf COP29 festgelegten Anpassungszielen wird ein zentraler Schwerpunkt sein, dabei sollen 100 von Experten entwickelte Indikatoren verhandelt werden. Hier sind Fortschritte wahrscheinlich. Aber diejenigen, die sich auf Finanzflüsse konzentrieren, werden voraussichtlich die grössten Herausforderungen darstellen.

4. Nebenabkommen

In den letzten Jahren haben sich viele Aktivitäten aus den formellen Verhandlungen heraus in bilaterale oder andere Koalitionsvereinbarungen verlagert. Ankündigungen, die ausserhalb der formellen COP-Prozesse gemacht werden, dürften nun noch bedeutender sein, während sich die Länder in einem sich wandelnden geopolitischen Umfeld positionieren.

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