Focus
Zwischen Gewinnmitnahmen und Comeback-Aktien
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Serge Nussbaumer
Chefredaktor
Starker Jahresauftakt, nervöse Märkte: Warum gute Zahlen plötzlich nicht mehr reichen
Die ersten Börsenwochen des Jahres 2026 sind von Sektorrotation und Gewinnmitnahmen geprägt. Dabei werden stark gelaufene Aktien verkauft, während frühere Verlierer wieder an Aufmerksamkeit gewinnen. Besonders gefragt sind Halbleiter- und Rüstungswerte, während Luxusgüter, Versicherungen und Teile des Schweizer Marktes unter Druck stehen. Europa startet deutlich stärker ins Jahr als die Schweiz, die mangels Tech- und Rüstungswerten im Index hinterherhinkt.
Mit dem Start der Berichtssaison zeigt sich ein bekanntes Muster. Gute Zahlen führen nicht automatisch zu steigenden Kursen. So gerieten US-Banken, die starke Quartalsergebnisse vorgelegt hatten, dennoch unter Druck. Belastend wirkt die Diskussion um eine mögliche Deckelung der Kreditkartenzinsen. Diese könnte zwar Konsumenten entlasten, aber auch Geschäftsmodelle verändern. Analysten sehen darin eher eine Verschiebung hin zu «Buy now, pay later» als ein strukturelles Risiko.
In der Schweiz sorgten Richemont mit einem Rekordumsatz trotz Währungseffekten, Partners Group mit einem überraschend starken Neugeldzufluss und VAT Group mit deutlich steigenden Bestellungen für positive Akzente. Letztere profitiert eindeutig von der anziehenden Nachfrage im Halbleitersektor.
Der Blick richtet sich nun auf das Fed-Meeting Ende Januar, bei dem keine Zinssenkung erwartet wird. Für die kommenden Wochen bleiben Inflation, weitere Unternehmenszahlen und vor allem die Gewinnentwicklung der Unternehmen entscheidend.
Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Zuhören.
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