Opinion Leaders
Der Höhenflug der Hybridanleihen
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Uriel Saragusti
Leiter des Bereichs Unternehmensanleihen
LFDE
Gestützt durch die rasante Internationalisierung, ein solides Emissionsvolumen und eine kontinuierliche Dynamik erreicht der Markt für hybride Unternehmensanleihen eine neue Größenordnung.
Dieser Markt, der sich aus Branchen mit sehr gut prognostizierbaren Ergebnissen zusammensetzt, stellt unserer Ansicht nach ein wichtiges Element der strategischen Diversifizierung mit einem attraktiven Risiko-Rendite-Profil dar.
Der Markt für hybride Unternehmensanleihen hat mittlerweile ein Volumen von über 350 Milliarden Euro erreicht1. Angeführt von französischen und deutschen Unternehmen besteht dieses Anlageuniversum überwiegend aus europäischen Emittenten, die in der Regel börsennotiert sind und über solide Finanzen verfügen. Obwohl die von diesen Emittenten begebenen erstrangigen Anleihen zumeist ein „Investment Grade“-Rating2 aufweisen, erhalten ihre Hybridanleihen mitunter nur ein High-Yield-Rating. Dies ist darauf zurückzuführen, dass sie automatisch als nachrangig eingestuft werden und die mit dieser Art von Schuldtiteln verbundenen Risiken im Rating berücksichtigt werden. Im Gegenzug bieten sie jedoch eine attraktive Überrendite.
Eine weltweit unverzichtbare Assetklasse
Mit Neuemissionen in Höhe von fast 85 Milliarden Euro war 2025 das Jahr mit der höchsten Aktivität des letzten Jahrzehnts1, was diesen Markt zu einer nunmehr weltweit unverzichtbaren Assetklasse macht. 2026 könnte ein neues Rekordjahr werden, da das diesjährige Emissionsvolumen bereits über 51 Milliarden Euro beträgt.
Diese Begeisterung lässt sich insbesondere durch die Weiterentwicklung der Methoden der Ratingagenturen – allen voran Moody’s – bei der Bewertung hybrider Anlageinstrumente erklären. Im Rahmen dieser Anpassung wird für nachrangige Anleihen3 mit Fälligkeitsdatum ein Eigenkapitalanteil in Höhe von 50 % angerechnet; davor waren es zumeist 25 %. Damit erreichen sie nun ein ähnliches Niveau wie Vorzugsaktien in den Vereinigten Staaten.
Ein weiterer entscheidender Faktor ist der stark gestiegene Finanzierungsbedarf im Zusammenhang mit den derzeit stattfindenden technologischen und ökologischen Umwälzungen. Zahlreiche Unternehmen beginnen derzeit umfangreiche Investitionsprojekte, darunter insbesondere Versorger, die eine wichtige Rolle bei der Elektrifizierung von Anwendungsbereichen und der Deckung des zusätzlichen Bedarfs im Zusammenhang mit dem Einsatz künstlicher Intelligenz spielen. Dieser erhebliche Bedarf verdeutlicht die Vorteile von Hybridanleihen: Diese Assetklasse ermöglicht die Beschaffung von Finanzmitteln und begrenzt gleichzeitig das Abwärtsrisiko bei den Verschuldungsquoten, die von den Ratingagenturen analysiert werden.
Finanzielle Flexibilität und Schutz der Bilanz
Hybridanleihen zeichnen sich durch eine sehr lange oder sogar unbefristete Laufzeit aus und bieten dem Emittenten ferner die Möglichkeit zur Rückzahlung. An den entsprechenden Stichtagen wird der Kupon neu bewertet, wodurch das Zinsrisiko begrenzt werden kann. Zudem werden im Falle eines Ausfalls alle anderen Anleihetranchen vorrangig zurückgezahlt. Als Gegenleistung für diese Flexibilität, die den Emittenten gewährt wird, erhalten die Inhaber von Hybridanleihen eine höhere Rendite als die Inhaber erstrangiger Anleihen. Daher sind wir der Ansicht, dass die Anlage in einem solchen Finanzinstrument besondere Fachkenntnisse erfordert, um die damit verbundenen Risiken einzuschätzen, die sich daraus ergebenden Chancen zu nutzen und gleichzeitig das Risiko-Rendite-Verhältnis zu optimieren.
Der Echiquier Hybrid Bonds, der 2017 als eine der ersten Strategien für diese Assetklasse aufgelegt wurde, ist Teil dieser dynamischen Entwicklung. Er verfolgt eine benchmarkunabhängige, überzeugungsbasierte Anlagepolitik und investiert im Universum der auf Euro lautenden nachrangigen Anleihen von Nicht-Finanzunternehmen vorwiegend in Emittenten mit Investment-Grade-Rating. Diese Strategie, die sich nicht an einem Referenzindex orientiert, legt im Rahmen eines fundamentalen Ansatzes den Schwerpunkt auf solide Bilanzen und nutzt gleichzeitig die Renditevorteile von nachrangigen Anleihen ohne Ratingbeschränkungen.
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1Stand: 31. Mai 2026, alle Währungen zusammengenommen. Quelle: Bloomberg
2Titel mit einem Rating zwischen AAA und BBB- von Standard & Poor’s
3Anleihen, die im Falle eines Zahlungsausfalls des Emittenten erst zurückgezahlt werden, nachdem die Forderungen vorrangiger Gläubiger bedient wurden.