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payoff Learning Curve

Der sichere Weg zu Bitcoin & Co.

05.11.2026 5 Min.
  • Christian Ingerl
    Redaktor

Bereits vor knapp acht Jahren wurde in der Schweiz das erste Krypto-ETP zugelassen. Seither ist der Markt rasant gewachsen. Ein Überblick darüber, was diese Anlagen auszeichnet und wie sie sich von anderen Finanzinstrumenten auf Bitcoin & Co. unterscheiden.

Seit 2008 haben sich Kryptowährungen zu einer etablierten und beliebten Anlageklasse entwickelt. Zu ihrem Siegeszug hat nicht zuletzt der Finanzplatz Schweiz beigetragen. So wurde am 22. November 2018 mit dem 21shares Crypto Basket ETP (Symbol: HODL) hier das weltweit erste Exchange Traded Product (ETP) lanciert. Es bietet privaten und institutionellen Anlegern die Möglichkeit, physisch besichert und börsenreguliert in Kryptowährungen zu investieren. Bis dahin war eine zusätzliche Infrastruktur wie digitale Wallets oder der Gang über eine Kryptobörse notwendig. Beide Möglichkeiten sind jedoch mit gewissen Sicherheitsrisiken verbunden, beispielsweise durch den Verlust des Private Keys oder durch Hacking. Zwar gab es auch schon zuvor Finanzinstrumente, die den Kryptomarkt oder einzelne Kryptowährungen abbildeten, wie zum Beispiel Tracker-Zertifikate. Bei diesen Produkten fehlt jedoch die physische Besicherung, sodass das Emittentenrisiko voll durchschlägt. Zudem erfolgt die Teilhabe in der Regel nicht direkt, sondern über Terminkontrakte in Form von Krypto-Futures.

Krypto-ETPs: Die Schweiz als Innovator

Seit dem Debüt im Jahr 2018 ist der Markt für Krypto-ETPs in der Schweiz stark gewachsen. An SIX werden mittlerweile mehr als 200 ETPs auf 21 verschiedene Kryptowährungen oder -körbe gehandelt. Die grösste Gruppe, nämlich 61, bezieht sich auf Bitcoin. Zu den grössten Krypto-ETPs – gemessen am investierten Volumen – gehören das iShares Bitcoin ETP (Symbol: IB1T) sowie das WisdomTree Physical Bitcoin ETP (Symbol: BTCW). Sie kommen aktuell jeweils auf ein Volumen von mehr als USD 1,5 Milliarden. Was macht diese Produkte im Vergleich zu anderen Investmentvehikeln so interessant und wo liegen die Unterschiede, etwa zu ETFs?

Womit ETPs punkten

Exchange Traded Products sind börsengehandelte Finanzinstrumente, die die Wertentwicklung eines bestimmten Vermögenswerts oder eines ganzen Wertpapierkorbs abbilden. Während die Bezeichnung ETP in der EU und den USA als Oberbegriff für ETFs (Exchange Traded Funds), ETNs (Exchange Traded Notes) und ETCs (Exchange Traded Commodities) verwendet wird, stellen sie in der Schweiz ein eigenes Produktsegment mit strikten Vorgaben dar. Der grosse Vorteil von ETPs nach dem Schweizer Modell liegt darin, dass jedes ETP zu 100% mit realen Vermögenswerten oder Sicherheiten hinterlegt sein muss. Dies unterscheidet sie von Tracker-Zertifikaten oder Actively Managed Certificates (AMCs). Wenn beispielsweise USD 1 Milliarde in ein Bitcoin-ETP investiert ist, muss der Emittent auch genau diese Summe als Sicherheit in Form der Kryptowährung selbst halten. Die Sicherheiten werden von einer unabhängigen Drittpartei verwahrt und im Fall einer Insolvenz des Emittenten herangezogen. Dadurch wird das Emittentenrisiko deutlich verringert.

Premiere: Europas erster Bitcoin-ETF

Das reduzierte Emittentenrisiko darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass ETPs rechtlich gesehen Schuldverschreibungen des Emittenten sind. Das bedeutet, dass die investierten Mittel kein Sondervermögen darstellen. Hierin liegt der Hauptunterschied zu ETFs. Krypto-ETFs gab es bis vor Kurzem nur in den USA. Dort wurde im Januar 2024 der erste Bitcoin-Spot-ETF durch die Börsenaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission (SEC) zugelassen. Dies war eine Sensation, die auf riesige Nachfrage stiess. Zuvor konnten US-Investoren nur Bitcoin-ETFs kaufen, die auf Bitcoin-Futures-Kontrakten basierten. Bitcoin-Spot-ETFs investieren dagegen direkt in die digitale Währung. Was in Übersee bereits Standard ist, gibt es nun auch auf dem alten Kontinent. Und wieder war die Schweiz der Taktgeber. Am 20. Oktober 2026 hat die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA) den «Bitcoin Fund ETF» der BIT Asset Management AG zugelassen. Es handelt sich um den ersten ETF in Europa, der direkt in Bitcoin investiert. Der Handel mit dem Produkt soll an SIX ab Mitte November starten.

Auf die Kosten kommt es an

Ob Krypto-ETFs den etablierten Krypto-ETPs in der Schweiz eines Tages den Rang ablaufen, bleibt abzuwarten. Vieles wird davon abhängen, wie das neue Angebot unter den Investoren angenommen wird und ob weitere Anbieter folgen. Ein wichtiger Punkt, der für ETPs spricht, sind die günstigen Konditionen. So weist das bereits eingangs erwähnte Bitcoin-ETP von WisdomTree eine Gesamtkostenquote (TER) von lediglich 0,15% pro Jahr aus. Zum Vergleich: Beim grössten US-Bitcoin-ETF, dem iShares Bitcoin Trust ETF, liegt die Kostenquote mit 0,25% pro Jahr um 10 Basispunkte höher. Und was kostet der erste Schweizer Bitcoin-ETF? Darüber gab es bis Redaktionsschluss noch keine endgültigen Angaben. Laut Dominik Oggenfuss, CEO von BIT Asset Management, sollen die Gebühren im internationalen Vergleich aber wettbewerbsfähig sein. Ein weiterer Punkt, den es zu beachten gilt: Bei Krypto-ETPs oder -ETFs gibt es in der Regel keine Auslieferungsoption. Es können also auf Wunsch des Anlegers keine echten Coins auf ein persönliches Wallet transferiert werden. Bei entsprechenden Produkten auf Gold ist eine Auslieferung des Edelmetalls bekanntlich unter gewissen Voraussetzungen möglich.

Was sind Krypto-Staking-ETPs?

Krypto-Staking-ETPs bieten neben den Vorteilen einer börsengehandelten, physisch hinterlegten Investition in eine Kryptowährung die zusätzliche Chance, Staking-Prämien (Rewards) zu erzielen. Beim Staking werden die dafür infrage kommenden Kryptowährungen vom Anbieter bzw. der Verwahrstelle in einer Blockchain hinterlegt, um Transaktionen zu validieren und das Netzwerk zu sichern. Im Gegenzug dafür erhält man Rewards, die auf unterschiedliche Weise an die Anleger weitergegeben werden können – je nach Produkt und Anbieter. Die gängigsten Varianten sind: Die Rewards verbleiben im Produkt und erhöhen – nach Kosten – den Wert des ETP je Anteil. Ein Beispiel für ein reinvestierendes ETP ist das 21shares Solana Staking ETP (Symbol: ASOL). Dieses Produkt hat zuletzt eine Staking-Rendite von 3,61% pro Jahr erzielt. Die Alternative ist, dass der ETP-Emittent die vereinnahmten Rewards regelmässig an die Anleger auszahlt. Ein Beispiel für diesen Ansatz ist das jährlich ausschüttende Maverix Ethereum Staking+ ETP (Symbol: ETHPI). Zu beachten ist, dass Staking-ETPs aufgrund des komplexen Verfahrens deutlich höhere Verwaltungsgebühren aufweisen als klassische Krypto-ETPs. Dem zusätzlichen Ertrag stehen zusätzliche Risiken gegenüber: Beim Staking sind die Coins zeitweise gebunden und können bei Fehlverhalten der Validatoren teilweise verloren gehen. Die Höhe der Rewards schwankt und ist nicht gesichert.

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