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Gold: Zu viel des Schlechten

25.03.2026 4 Min.
  • Wolfgang Hagl
    Redaktor

Während die Lage im Mittleren Osten immer weiter eskaliert, bricht die Krisenwährung ein. Warum es bei Gold zu einem Rebound kommen könnte.

Seit annähernd vier Wochen tobt im Mittleren Osten ein Krieg. Neben dem unfassbaren menschlichen Leid sorgt die Eskalation zwischen den USA und Israel auf der einen und dem Iran auf der anderen Seite für tiefe Spuren in sämtlichen makroökonomischen Prognosen. Da die Strasse von Hormus de facto blockiert ist, droht der Welt ein Energieengpass. In normalen Zeiten werden durch die Meerenge pro Tag rund 15 Mio. Barrel Rohöl transportiert, was mehr als einem Zehntel des globalen Verbrauchs entspricht. Mit dem Preis des wichtigsten Energieträgers sind die Inflationsprognosen nach oben geschossen. Hatten viele Investoren noch vor kurzem eine Lockerung der Geldpolitik auf dem Zettel, könnte es nun, vor allem in Europa, bald zu Zinserhöhungen kommen. Soweit ist es in den USA noch nicht. Doch selbst in den Staaten ist der Konsens für weitere Lockerungsschritte im laufenden Jahr vorerst vom Tisch.

Zinsen als Opportunitätskosten

Angesichts dieser, durch die jüngsten Sitzungen von Fed & Co. verstärkten Szenarien, gab es für Gold zuletzt kein Halten mehr. Das wichtigsten Edelmetall büsste innert einer Woche mehr als ein Zehntel an Wert ein. Steigende Zinsen sind seit jeher ein Bremsklotz für Gold. Da der Rohstoff selbst keine laufenden Erträge abwirft, stellen die an den Rentenmärkten erzielbaren Erträge eine Art Opportunitätskosten dar. Im jüngsten Ausverkauf dürften neben der Aussicht auf einen Zinsanstieg auch Gewinnmitnahmen eine Rolle gespielt haben. Schliesslich war Gold bis Ende Januar auf einer historischen Rallye unterwegs.

Noch muss sich zeigen, ob Fed & Co. die Zügel tatsächlich straffen. Die Analysten von J.P. Morgan hegen Zweifel. Sie gehen davon aus, dass sich die geldpolitischen Erwartungen in den USA wieder deutlich in Richtung einer Lockerung verschieben werden. Die Experten begründen ihre Einschätzung mit der Lage am Arbeitsmarkt. Im Februar 2026 wurden in den Staaten ausserhalb der Landwirtschaft 92’000 Stellen abgebaut. Das waren 42’000 mehr, als Ökonomen im Schnitt erwartet hatten. Damit erlebte die weltgrösste Volkswirtschaft in drei der vergangenen fünf Monate einen Job-Schwund. Im Februar ist zudem die Arbeitslosenquote auf 4.4% gestiegen.

Das Fed hat ein duales Mandat und muss neben der Inflation die Beschäftigungssituation im Blick haben. Laut J.P. Morgan wird der zweit genannte Teil des Auftrages in den Fokus rücken. «Wir gehen nach wie vor davon aus, dass sich das Umfeld für Gold wahrscheinlich rasch deutlich bullisch entwickeln wird», bringen die Analysten der US-Grossbank ihre Meinung auf den Punkt.

Handfeste Argumente

An den weiteren Argumenten für eine Positionierung in Gold hat sich ohnehin wenig geändert. Neben der angespannten Geopolitik zählen dazu die steigende US-Staatsverschuldung und der damit einhergehende Vertrauensschwund beim Dollar. Vor diesem Hintergrund greifen die Notenbanken beherzt zu und diversifizieren ihre Währungsreserven mit Gold. Zwar hat das Interesse von Seiten privater Investoren zuletzt etwas nachgelassen. Global betrachtet verzeichneten physisch besicherte Exchanged Traded Funds (ETFs) aber auch im Februar 2026 Mittelzuflüsse, obwohl die Korrektur bei Gold bereits im Gange war.

Anlagelösungen

Natürlich hat der jüngste Rücksetzer auch im Chartbild tiefe Spuren hinterlassen. Das Edelmetall ist zusehends überverkauft. Auf Intraday-Basis hat sich die 200-Tage-Linie als Rückhalt erwiesen. Am Montag setzt Gold am gleitenden Durchschnitt auf. Bei einer Betrachtung zu Schlusskursen kommt dem Bereich um USD 4’400 je Feinunze eine wichtige Bedeutung zu. Hier verläuft eine horizontale Unterstützung. Dieses Areal würde eine gute Basis für einen kurzfristigen Rebound bieten. Trader können unter anderem mit dem Mini-Future Long MGOB4V darauf setzen, dass Gold nach oben dreht. Das Vontobel-Produkt partizipiert mit einem Hebel von aktuell rund 5 an steigenden Notierungen. Achtung: Sollte es zu einer neuen Verkaufswelle kommen, drohen überproportionale Verluste.

Aufgrund der ausgeprägten Volatilität ist das Edelmetall-Segment auch für die Coupon-Jäger interessant. Leonteq bringt Gold und Silber für den Callable Barrier Reverse Convertible AFYTTQ zusammen. Bei der auf CHF lautenden Emission beträgt der garantiert Coupon 10.40% p.a. Dieser Chance steht eine Barriere von 59% des Anfangslevels der beiden Basiswerte gegenüber. Garantiegeberin ist die Aargauische Kantonalbank, die Zeichnungsfrist endet am morgigen Donnerstagnachmittag. Ab dem 30. März 2026 ist der BRC an der SIX Swiss Exchange kotiert.

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