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Im Kampf gegen das Corona-Virus sind auch zahlreiche Schweizer Unternehmen vorne mit dabei. Wir verraten Ihnen drei Profiteure.

26/11/2020, by Christian Ingerl

Die Welt kann allmählich wieder aufatmen: Verschiedene Pharma- und Biotech-Unternehmen haben in den vergangenen Tagen Erfolge bei der Impfstoffsuche gemeldet. Den Vorreiter machen das Duo BioNTech und Pfizer, die bereits eine Notfallzulassung in den USA beantragt haben. Kurz darauf kam der US-Konzern Moderna mit seiner Erfolgsmeldung und auch AstraZeneca berichtet positive Studienergebnisse. Das dürfte aber erst der Anfang sein, weltweit befinden sich nach Schätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO 48 Impfstoffprojekte in der klinischen Entwicklung, davon mehr als 10 in der entscheidenden Phase-3.

Produktions-Spezialist

Die Erfindung des Impfstoffs ist die eine Seite, die Produktion in ausreichenden Mengen sowie die Auslieferung die andere. Hier kommen nun die Schweizer Unternehmen ins Spiel. Den Auftrag zur Herstellung des Vakzins von Moderna hat Lonza bekommen. Der Pharmazulieferer wird den heiss erwarteten Wirkstoff in Wallis sowie an seinem US-Standort in Portsmouth herstellen. Dem nicht genug: Lonza ist auch bei AstraZeneca mit an Bord und hat sich jüngst noch beim US-Konzern Altimmune an einem weiteren potenziellen Corona-Impfstoff beteiligt. Dieser soll 2021 auf den Markt kommen. Die Lonza-Aktie konsolidiert nach einem starken Anstieg im Sommer nun im Bereich von CHF 550/600.

Auf den richtigen Transport kommt es an

Ist der Impfstoff dann produziert, muss er rund um den Globus verteilt werden. Das stellt die Logistiker vor eine ganz besondere Herausforderung, denn beispielsweise benötigt das Produkt von BioNTech und Pfizer eine Lager-Temperatur von minus 70 Grad Celsius. Die Impfstoffe von Moderna und AstraZenca kommen – je nach Länge des Aufenthalts in der Kühlung – zwischen minus 20 Grad und Kühlschranktemperatur aus. Ein Profiteur dieser Entwicklung ist Kühne + Nagel. Der Konzern verfügt in Europa über eine Flotte von 200 klimatisierten Lkw-Anhängern für den Transport von Pharma-Gütern. Darüber hinaus betreibt der Kühne + Nagel Verteilzentren mit Kühlkammern, die bis zu minus 20 Grad kalt sind. In Erwartung auf ein grosses Geschäft ist die Aktie bereits kräftig angezogen und hat den Corona-Crash aus dem Frühjahr längst mehr als wett gemacht.

Potenzielles Corona-Medikament

Es geht aber bei der Bekämpfung der Lungenkrankheit nicht nur um Impfstoffe und deren Verteilung. Auch wartet die Menschheit auch auf ein Medikament gegen Covid-19. Hier kommt Molecular Partners ins Spiel. Die Biotech-Schmiede entwickelt den Wirkstoff MP0420 zur Behandlung und Prävention. Anfang der Woche hat das Unternehmen bekanntgegeben, einen ersten Patienten in einer Phase-I-Studie mit seinem Corona-Wirkstoffkandidaten behandelt zu haben. Der Pharmariese Novartis glaubt an den Erfolg und hat bereits Ende Oktober die Vermarktungsrechte für zwei potenzielle Kandidaten erworben.

Anlagelösungen

Für die drei genannten Corona-Gewinner bieten sich unterschiedliche Anlagestrategien an. Da bei Molecular Partners Strukturierte Produkte rar gesät sind, müssen Anleger auf die Aktie zurückgreifen. Sollte sich das Mittel der Firma als Erfolg erweisen, stehen die Chancen gut, dass der Small Cap seinen eingeschlagenen, volatilen Seitwärtskurs nach oben verlassen wird. In einer Konsolidierungsphase befindet sich auch Lonza derzeit. Wer glaubt, dass diese noch eine Weile andauern wird, der kann mit dem Barrier Reverse Convertible SAGDJB von Julius Bär trotzdem eine Rendite von 9.6% p.a. erzielen. Das Produkt bietet zudem einen Risikopuffer von etwas mehr als 36%. Mit dem Call Warrant WLOANV der Bank Vontobel lässt sich dagegen auf einen Ausbruch nach oben setzen. Der Kühne + Nagel-Chart zeigt bereits stramm Richtung Norden und wer auf diesen Trend aufspringen möchte, kann den Call Warrant KNIF4U der UBS ins Auge fassen. Das Produkt mit einem Hebel von 12 notiert bereits am Geld. Deutlich entspannter agiert der Barrier Reverse Convertible SAHJJB, der schon im Seitwärtskurs eine Rendite von 6.7% p.a. in Aussicht stellt. Diese ist durch eine Barriere bei CHF 129.50 geschützt - ein Abstand von 35% zum aktuellen Kurs.

25/11/2020
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