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payoff Trading Desk

Renditestarke Logistik: Ein Schiff wird kommen

03.04.2024 2 Min.
  • Martin Raab
    Investment-Stratege

Parallel zum Ausbau der erneuerbaren Energien wird die Nachfrage nach konventionellem Öl und Gas in den nächsten zwei Jahren stabil bleiben. Die OPEC geht sogar von einem leichten Anstieg aus. Der Grossteil der Energie muss heute und in Zukunft auf dem Seeweg transportiert werden.

Wer die letzten Quartalspräsentationen diverser Reedereien durchgeblättert hat, stellt unisono fest: Die beiden Boomjahre 2022 und 2023 sind vorbei, aber neuer Rückenwind ist schon wieder spürbar. Insbesondere die auf Energietransporte ausgerichteten Schiffsflotten sind für die nächsten Quartale gut gebucht. Tanker und Flüssiggastanker sind das Grundrauschen auf den maritimen Stammrouten. Wegen des nach wie vor ungelösten Jemen-Konflikts führt die Route vielfach nicht mehr durch den Suez-Kanal, sondern um Kapstadt herum. Mit saftigen Preisaufschlägen für den Kunden. Gleichzeitig verteuert sich die Lieferung zusätzlich, weil die Schifffahrtsbranche ihre Flotte deutlich auf Nachhaltigkeit ausrichtet oder von aktiven Shareholdern mit sanftem Druck dazu gezwungen wird. Die Umrüstung der alten Dreckschleudern geht mit unterschiedlichem Enthusiasmus voran, aber es tut sich etwas. So werden die Abgassysteme (Scrubbing) bei bestehenden Schiffen und die effiziente Motorentechnik (LNG- und Wasserstoffantriebe) bei neuen Schiffen zunehmend zeitgemäss modernisiert.

Maritime-Logistik stark gefragt

Nach den jüngsten Zahlen der OPEC wird der weltweite Erdölverbrauch in diesem Jahr 104.4 Millionen Barrel pro Tag erreichen und bis 2025 auf 106.25 Millionen Barrel pro Tag ansteigen. Öl und Gas bleiben weltweit leider die Favoriten unter allen Energieträgern. Klar ist auch: Allein die Dimension dieser Zahlen lässt unschwer erkennen, welche Transport- und Logistikleistungen erforderlich sind, bis die fossile Energie am «Point of Sale» ankommt. Realisten setzen hier ihre Investitionsüberlegungen an: Mit operativen Margen von deutlich über 30% und Ausschüttungsrenditen von 7 bis 14% brutto (je nach Quellensteuereffizienz) sind Energieflotten auf hoher See derzeit sehr lukrativ.

Perfekte Welle für risikobewusste Investoren

Zudem drohen neue Kunden den Tanker- und Flüssiggasreedereien mit Aufträgen. Die Nicht-OPEC-Produzenten – darunter die USA, Kanada, Brasilien und neuerdings auch Guyana – haben in den vergangenen Monaten ihre Produktion erhöht. Ein nicht zu unterschätzender Faktor: Auch Wasserstoff muss und wird auf absehbare Zeit auf dem Seeweg transportiert werden. Das lässt Investoren die gedanklichen Anker lichten und Kurs auf interessante Reedereien nehmen. Risikobewusste Anleger sollten sich unter anderem die folgenden Klassiker genauer ansehen: Frontline, FlexLNG, Nordic American Tankers, DHT Holdings und Hafnia – um nur einige der Top-Aktien zu nennen. Doch trotz der derzeit überdurchschnittlichen Branchenattraktivität dieser Seetransportaktien gilt: Ein aktives Risikomanagement der Positionen ist unerlässlich!

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Foto von Tom Fisk

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