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Aktuell signalisiert die Charttechnik ein mögliches Ende der langjährigen Talfahrt bei Silber.  Das wäre Balsam auf die Wunden der Hardcore- Silber-Jünger.

16/07/2019, by Dieter Haas

Abgesehen von einer mehrmonatigen Erholung im ersten Halbjahr 2016 war mit Silber seit Ende April 2011 kein Blumentopf zu gewinnen. An dieser langen Baisse hatten auch die Banken ihren Anteil via manipulativer (dank unbegrenzter Short-Möglichkeiten) Beeinflussung der Future-Börse in den USA. Das Spiel dürfte allmählich zu Ende gehen. Spätestens dann, wenn sich die Knappheit der physischen Ware zeigt. Seit Jahren übersteigt die Nachfrage das Angebot. Diese Entwicklung dürfte anhalten und bildet, so gesehen, einen soliden Boden, zumal sich mittlerweile die Produktionskosten bei etlichen Silberproduzenten nahe der aktuellen Preisnotierung befinden.

Der jüngste Ausbruch des Goldpreises über den langjährigen Widerstand bei USD 1370 per Unze hat bislang noch nicht auf Silber abgefärbt. Das ist ungewöhnlich, denn normalerweise steigt der Preis von Silber bei einer Edelmetall-Hausse mehr als der seines gelben Pendants. Die bislang eher verhaltene Entwicklung bei Silber hat dazu geführt das die Gold/Silber-Ratio auf über 90 gestiegen ist und nur noch wenig unter dem Allzeithoch von knapp über 100 vom Februar 1991 notiert.Das bedeutet, wer eine Feinunze Gold erwirbt, muss dafür mehr als 90 Unzen Silber aufwenden.

Die Chancen, dass Silber in den kommenden Wochen den Preisanstieg des Goldes bestätigen wird, steigen. Einerseits darf bis Ende Jahr mit zwei bis drei Senkungen des US-Leitzinses gerechnet werden und andererseits beginnt ab Spätsommer eine im historischen Durchschnitt in der Regel positive Kursphase bei Silber. Last but not least hat sich auch die Nachfrage nach Silber-ETFs seit Juni wieder deutlich belebt. 

 Anlagekonklusion:

Getreu dem Motto: Tausend mal berührt, tausendmal ist nix passiert. Tausend und eine Nacht und es hat "Zoom" gemacht, stehen die Chancen derzeit gut, dass Silber endlich aus seinem Tiefschlaf erwacht. Charttechnsich betrachtet, muss Silber die Marke von USD 15.50 per Unze überwinden, damit die Ampel definitiv auf grün schaltet. Für konservative Anleger bietet sich JBSICA der CHF-gehegte ETF der Bank Bär an. Wer etwas mehr Risiko eingehen möchte, der sollte das 2-fach gehebelte Tracker-Zertifikat SIL2L der UBS  ins Auge fassen. Falls bei Silber endlich die Post abgeht, was viele Experten schon lange prognostizieren, dann reicht ein Faktor von 2 allemal.

 

Quelle: Infront

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