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Abstossen heisst die Devise! Nehmen Sie keine unnötigen Risiken – Die Party ist vorerst zu Ende.

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23/03/2020, by François Bloch

Weiterhin auf Sinkflug befindet sich Dufry (Börsensymbol: DUFN SW): -71.90% seit dem 1.1.2020 und ein Ende der Talfahrt ist nicht in Sicht. Der weltweite Spezialist für Duty-Free Shops, kann sich aus der momentan misslichen Situation nicht befreien. Erschwerend ist die Zunahme der Finanzverschuldung, welche im Jahr 2019 bei 1.46 lag und sich in diesem Jahr auf 2.31 akzentuieren wird. Mit dem Erliegen der weltweiten Reiseströme wird das Kerngeschäft arg eingeschränkt. Aus charttechnischer Betrachtung zeigen meine Indikatoren stark nach unten. Nächster starker Widerstand ist die Marke von 20.10 Franken (Aktuell: 26.98 Franken). Erst darunter würde ich mir ernste Gedanken für ein allfälliges Investment machen. Mehr Aufschluss gibt es am 7. Mai 2020, wenn die nächste Aktionärsversammlung stattfindet.  89,8% des Gesamtumsatzes, wurde 2019 an internationalen Flughäfen erzielt. Die Lizenzen an diesen Flughäfen sind unter normalen Umständen viel Geld wert. In der Zwischenzeit, würde ich einen gedeckten Call mit einer Basis von 18 Franken mit einem Verfalltermin: September 2020 in Auftrag geben. Die aktuelle Prämie liegt bei 11.00 Franken.
Handelsstrategie: Spekulativer gedeckter Call auf September 2020. 
 
Nun müssen Sie sich auch von Champions League Werten verabschieden: Der US Softwaregigant Microsoft (Börsensymbol: MSFT US) gehört in diese Kategorie, obwohl dieses Papier innert einem Jahr einen Zuwachs von 17.34% erzielte, was mehr als spektakulär ist. Im aktuellen Marktumfeld ist ein Kurs-/Gewinnverhältnis von 24.3 Punkten zu hoch, womit auch hier die Investoren beginnen, Ihre Positionen zu veräussern. Aus charttechnischer Perspektive sind folgende Wendepunkte in Betracht zu ziehen: 134.70 (1) und 119.80 US$ (2). Unterhalb von 120 US$, werden die ersten Aufkäufer sich das Papier anschauen, aber nur in Kombination mit gedeckten Calls.
Handelsstrategie: Verkaufen Sie unter allen Marktverhältnissen.  
 
Einen Sturzflug haben die Papiere von Royal Dutch Shell (Börsensymbol: RDSA LN) in den letzten Wochen hinter sich. In der aktuellen Marktsituation, wird das Papier, basierend auf die letztjährige Ausschüttung mit einer Dividendenrendite von 15% gehandelt. Aber dies ist Makulatur, denn die Gewinne werden im Jahr 2020 mehr als halbiert werden, wenn wir die aktuellen Erdölpreise zu Rate ziehen. Der einstige Spitzenwert wird auf Jahre hinaus nicht auf die Beine kommen. Nach unten liegt der nächste Widerstand bei 10.676 Euro (Aktuell: 11.85 Euro), daher macht ein Engagement aus Risiko-/Renditeüberlegungen keinen Sinn.
Handelsstrategie: Nach dem Erdölpreissturz nicht mehr gefragt.  
 
Zu einem Discountpreis handelt das US Unternehmen Regeneron Pharmaceuticals (Börsensymbol: REGN US): Ein Kurs-/Gewinnverhältnis von 17 Punkten per 2020 stellt für diesen Titel einen absoluten Tiefstwert dar. Die erwartete Umsatzrendite von 32.8%,ist Branchenvergleich Spitzenklasse. Einen Kauf ohne gedeckte Calls würde ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht tätigen, denn trotz blendender Aussichten bestehen Abwärtsrisiken. Hier habe ich eine spektakuläre Option gefunden: Den 410er US$ Call auf August 2020. Die implizite Volatilität liegt bei 57.9%, was im historischen Vergleich sehr hoch ist. Das Open Interest liegt bei 4 287 Kontrakten. Aus charttechnischer Perspektive liegen die Widerstände bei 431.60 US$ und 369.20 US$. (Aktuell: $438.45 US$).  Ich würde gegen Ende der Wochen einen Anlauf mit begrenzten Mitteln  starten. Dabei würde ich nicht alles auf eine Karte setzen, sondern Ihr Investment aufteilen und eine weitere Position, per Ende April 2020 erstehen. Wichtig ist auf alle Fälle, dass Sie dieses Investment nur in Kombination mit gedeckten Calls tätigen.
Handelsstrategie: Agieren Sie mit gedeckten Calls.       
  
Das Trauerspiel bei Ascom (Börsensymbol: ASCN SW) geht auch in dieser Woche weiter. Nun ist klar, dass nur dank Immobilienverkäufen im Jahr 2019 ein positives Betriebsergebnis hervorgezaubert wurde. Die Abwärtstendenz zeigt sich am Aktienmarkt auch in dieser Woche in aller Härte. Das Resultat seit dem Jahresanfang: -55.13% (Neues Rekordminus). In der Zwischenzeit befindet sich die Marktkapitalisierung bei ultratiefen 170 Millionen Franken (Vorwoche: 185 Millionen Franken), womit immer mehr Fonds mit dem Gedanken spielen müssten, Positionen abzustossen, was für zusätzlichen Druck sorgen wird.  Stark unterwegs ist der Julius Bär Put Warrant ASPOJB, welcher dem glücklichen Käufer eine Monatsperformance von +257.56% ermöglichte. Seien wir uns bewusst, dass der Berner Konzern sich in einer Transformationsphase befindet. Ich bin sehr skeptisch, ob das Betriebsergebnis (EBIT) im Jahr 2020 die Marke von 8 Millionen Franken übersteigen wird.
Handelsstrategie: Bleiben Sie Short bei Ascom. Hier ist die Talfahrt noch nicht zu Ende. 

Unvorstellbares findet momentan in Amerika statt: Der Luftfahrgigant United Airlines (Börsensymbol: UAL US) setzt zu einem monumentalen Sturzflug an. Der Kursverlust seit dem Jahresanfang liegt bei 72.19% und ein Ende ist nicht in Sicht. Noch wird auf den Finanzmarktsystemen etwas von Gewinnen für das Betriebsjahr 2020 in Aussicht gestellt, aber dies können Sie regelrecht vergessen. Hier liegen Sie auf dem falschen Dampfer, wenn Sie diesen Zahlen Glauben schenken. Bitte lassen Sie die Hände von diesem Papier: Die Risiken eines negativen Ergebnisses sind sehr hoch.
Handelsstrategie: Bleiben Sie an der Seitenlinie und spielen Sie nicht den Helden. 

Meine x-fachen Warnungen in Sachen Meyer Burger (Börsensymbol: MBTN SW): -65.333% seit dem 1.1.2020 waren richtig. Ich empfehle Ihnen, weiterhin nicht aktiv zu sein, denn auch im Jahr 2020 wird der Solarzellenproduzent kein positives Betriebsergebnis erzielen können. Ich bin überzeugt, dass viele Hedgefonds Ihre Short Positionen aufrechterhalten werden. Erst unter einer Marke von 10 Rappen (Aktuell: 13 Rappen) wird sich der Druck reduzieren. Falls Sie noch Positionen in Ihrem Portfolio halten, gilt es reinen Tisch zu machen. Kurzfristig würde ich auf den Turbo Put Warrant OMBTKU setzen, der seit dem 1.1.2020 um 22.22% angestiegen ist.
Handelsstrategie: Put Warrant macht Sinn. Verkaufen Sie die Papiere von Meyer Burger, ein Aufbäumen ist nicht in Sicht.   
 
Noch müssen Sie sich gedulden bei Sopra-Steria (Börsensymbol: SOP FP): Der französische IT Dienstleister wird zu einem höchst attraktiven Kurs-/Gewinnverhältnis von 8.93 Punkten gehandelt.  Hier würde ich erst bei 81 Euro (Aktuell: 87.40 Euro) einen möglichen Positionsaufbau vollziehen. Bald, werden Sie diese Perle zu einem absoluten Tiefstpreis erhalten.
Handelsstrategie: Hier benötigen Sie einfach noch Geduld. Das Unternehmen ist eine Wucht.   
 
Meine Warnungen bei Aryzta (Börsensymbol: ARYN SW) waren richtig: -61.18% (Neues Rekordminus) seit dem 1.1.2020. Auch im laufenden Jahr wird das Unternehmen kein positives Betriebsergebnis erzielen. Als Nachgang zur Ergebnispräsentation 2019, welche am 10. März 2020 stattgefunden hat, würde ich weiterhin Short bleiben. Hier erwarte ich einen Sturz auf unter 0.40 Franken (Aktuell: 0.42 Franken) pro Aktie. Das charttechnische Kursbild sieht sogar ein Tauchen auf unter 0.37 Franken. Das durchschnittliche Kursziel auf 12 Monate liegt 96.9% höher, als das aktuelle Preisniveau von 0.43 Franken zum Ausdruck bringt. Internationale Grossinvestoren sind extrem in diesem Titel involviert und werden wohl in Bälde mit wehenden Fahnen den Hinterausgang nehmen. Laut meine Analysen wird das Vorsteuerergebnis rot eingetrübt sein. Dieses Szenario ist für sie als Anleger brandgefährlich.
Handelsstrategie: Bleiben Sie Short in diesem Titel.  Ich erwarte grössere Abverkäufe in dieser Woche.   

Abwarten heisst die Devise weiterhin bei den Papieren der UBS (Börsensymbol: UBSG SW): Im aktuellen Kontext, sehe ich weiterhin keine realistische Chance, dass die UBS in diesem Jahr ein Aktienrückkaufprogramm in Milliardenhöhe durchführen kann. Meine Gewinnerwartungen für das erste Quartal 2020 habe ich massiv zusammengestrichen. Im aktuellen Kontext gehe ich davon aus, dass der Gewinn unter die Marke von 722 Millionen Franken fällt. Spannend wird sein, wie sich das Cost-Income Ratio für das amerikanische Vermögensverwaltungsgeschäft entwickelt, welches sehr zyklisch ist. Eine Kennzahl über 90% würde hier nicht überraschen. Daher bitte ich Sie, sich zu gedulden bis das UBS Papier unter die Marke von 8 Franken fällt. (Aktuell: 8.62 Franken). Einen «Doppeldecker» in Kombination mit einem gedeckten Call auf neun Monate, könnte eine sehr gewinnbringende Strategie sein.
Handelsstrategie: «Doppeldecker» auf UBS, aber der Freiflug ist noch nicht zu Ende.  
  
Voll auf Sinkflug eingestellt sind die Papiere von Santhera Pharmaceuticals (Börsensymbol: SANN SW): -44.71% seit dem 1.1.2020. Auch im laufenden Jahr werden bei dieser innovativen Firma die Ausgaben massiv höher als die Einnahmen sein. Ich wäre nicht überrascht, wenn es im Laufe der nächsten Tage noch zu grösseren Abgaben kommen würde, bevor eine Gegentendenz sich nach oben einsetzt. Aus charttechnischer Perspektive, sehe ich einen neuen Tiefstkurs bei 5 Franken voraus.  Handelsstrategie: Hier müssen Sie konsequent sein. Achtung: Kleine Marktkapitalisierung und daher erratische Preisfindung.  
 
Ein ungutes Gefühl beschleicht mich in Sachen Mastercard (Börsensymbol: MA US): Trotz eines Zuwachses von 136.7% über die letzten fünf Jahre bei reinvestierten Dividenden, würde ich das Papier veräussern. Bei einem aktuellen Kurs-/Gewinnverhältnis von 24.2 Punkten, werden auch in diesem Fall die grossen Player Kasse machen. Ich bin zwar vom Unternehmen und dessen Produkteangebot begeistert, aber momentan ist ein Investment nicht opportun.
Handelsstrategie: Abstossen unter allen Marktverhältnissen. 
 
Mehr als rasant nach unten ging es im 2020 mit den Papieren der HIAG Immobilien (Börsensymbol: HIAG SW): -22.2%. Am 16. April 2020 handelt das Papier ex Dividende, was von entscheidender Bedeutung ist. Nach reiflicher Analyse, würde ich beim mit 767 Millionen Franken bewerteten Immobilienentwickler nicht einsteigen, sondern auf tiefere Niveaus spekulieren. Erst bei einer Marktkapitalisierung von knapp über 620 Millionen Franken macht ein Engagement in meinen Augen Sinn. Bei 73.80 Franken (Aktuell: 84 Franken), findet die Talfahrt einen ersten Halt.
Handelsstrategie: Abwarten mit einem ersten Investment. Titel auf der Beobachtungsliste.      
 
Weiterhin nach unten gereicht werden die Papiere der Deutschen Börse (Börsensymbol: DB1 GY): +46.1% (Vorwoche: +72.2%) bei einer Investitionsperiode von fünf Jahren. Der 19 Milliarden Euro Titel ist ausser Form geraten. Die Chartsituation sieht folgende Widerstandspunkte nach unten: 99.10 (1) und 93.80 (2) voraus.
Handelsstrategie: Positionen veräussern und zu einem späteren Zeitpunkt wieder neu erstehen.  
 
Abwarten lautet die Devise bei Resmed (Börsensymbol: RMD US), denn trotz eines signifikanten Preissturzes am Freitag von 15.99%, ist der Spezialist für Atemgeräte noch nicht wirklich günstig. Das aktuelle Kurs-/Gewinnverhältnis laut meinen Modellen liegt bei 29 Punkten. Die Produkte des US Unternehmens sind eine Sensation. Jetzt steht der Branchenchampion erstmals auf meiner Beobachtungsliste. Aus charttechnischer Perspektive sehe ich ein Abgleiten unter die Marke von 110.80 US$ (Aktuell: 114.34 US$) voraus.
Handelsstrategie: Abwarten bis das Papier unter 94 US$ fällt. 
 
Sensationell waren die vor vier Wochen präsentierten Abschlusszahlen 2019 beim französischen Flugzeugkomponentenhersteller Safran (Börsensymbol: SAF FP), trotzdem konnte sich das Papier der generellen Abwärtstendenz nicht entziehen. Hier würde ich einen Schlussstrich ziehen und die Positionen veräussern. Wir wissen nicht, wie sich der Corona Virus auf die Weltwirtschaft auswirken wird.
Handelsstrategie: Nehmen Sie die Gewinne mit.   
 
Auf meiner Beobachtungsliste befinden sich erstmals die Papiere der Credit Suisse (Börsensymbol: CSGN SW): Aus charttechnischer Perspektive würde ich den Fall unter die Marke von 6.61 Franken (Aktuell: 7.038 Franken) abwarten.
Handelsstrategie: Abwarten. 
 
Future: -847 Punkten im Dow Jones Index – Alles kann sich in Windeseile verändern.  
 
Bitcoin: Unter 6 000 US$ und die Talfahrt geht weiter! Sorry, hier sind die Risiken einfach nicht kontrollierbar! Verkaufen Sie dieses Zahlungsmittel. 
 
Handelsausblick: Warten Sie ab mit Neuinvestitionen. Nächster Zeitpunkt zum Investieren ist wohl erst um den 27. März 2020. 
 
Mit herzlichen Grüssen François Bloch 

20/03/2020
20/03/2020