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Boeing: Mitten im Geschehen

09.04.2026 3 Min.
  • Wolfgang Hagl
    Redaktor

Sei es der Flug zum Mond oder der Krieg im Nahen Osten: Der Luft- und Raumfahrtkonzern ist stark in die US-Zeitgeschichte involviert. Für die Boeing-Aktie bleibt der zivile Flugzeugbau massgeblich – am 22. April könnte das Unternehmen für positive News sorgen.

Treffender lässt sich die Situation der USA zu Ostern 2026 kaum beschreiben: Laut der „Süddeutschen Zeitung“ befindet sich die amerikanische Öffentlichkeit im Splitscreen-Modus. Auf der einen Seite sind spektakuläre Bilder von «Artemis II» zu sehen. Eine vierköpfige Crew hat den Mond umkreist und befindet sich nun auf dem Rückweg zur Erde. Gleichzeitig laufen in den US-Medien Bilder von einem wütenden Präsidenten in einer Art Dauerschleife. Donald Trump hat den Krieg mit dem Iran über Tage hinweg eskaliert, ehe es in der vergangenen Nacht doch noch zu einer Waffenruhe kam.

Boeing zählt zu den Unternehmen, die in beide Seiten des symbolischen Splitscreens verwickelt sind. Der Luft- und Raumfahrtkonzern hat im Auftrag der US-Weltraumbehörde NASA die Kernstufe des Space Launch Systems (SLS) gebaut. Mit dieser riesigen Trägerrakete wurden die vier Astronauten in das Weltall befördert. Gleichzeitig ist Boeing ein wichtiger Ausrüster des US-Militärs. In der Sparte «Defense, Space & Security» kommen die beiden Geschäftszweige zusammen – und wachsen kräftig: Im vierten Quartal 2025 lag die Umsätze mit USD 7.4 Mrd. um mehr als ein Drittel über dem Niveau des Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig konnte das Segment die operativen Verluste deutlich reduzieren.

Ruhigere Flugbahn

Das Brot- und Buttergeschäft des Konzerns ist die zivile Luftfahrt. Hier hat Boeing seit Jahren mit Turbulenzen zu kämpfen. Was mit den Abstürzen von zwei Maschinen des Typs 737 Max begann, führte über den Zusammenbruch des Flugverkehrs während der Pandemie, spätere Probleme in den Lieferketten sowie intensive Arbeitskämpfe zu einer veritablen Krise. Allmählich scheint CEO Kelly Ortberg den Traditionskonzern in ruhigere Flugbahnen zu lenken. Dazu zählt, dass er die Probleme in der Produktion in den Griff bekommt. Ende 2025 verliessen pro Monat 42 Stück der 737 Max die Montagehallen, während acht Boeing 787 endmontiert wurden. Im laufenden Jahr möchte Ortberg die Fertigung auf 47 Exemplare der 737 Max und zehn Maschinen vom Typ 787 steigern.

Auch die finanzielle Performance hat sich gebessert. Zwar verbuchte Boeing für das Geschäftsjahr 2025 noch einen Mittelabfluss von knapp USD 1.9 Mrd. Doch im vierten Quartal fiel der freie Cashflow bereits positiv aus. Für das laufende Jahr stellte CFO Jay Malave einen Mittelzufluss von USD 1 Mrd. bis USD 3 Mrd. in Aussicht. Darüber hinaus gab das Management zunächst keine Prognosen ab. Das könnte sich in zwei Wochen ändern. Am 22. April veröffentlicht Boeing den Zwischenbericht für das erste Quartal 2026. Gleichzeitig lädt das Unternehmen zu einem Call mit CEO und CFO. Die beiden Top-Manager werden laut einer Ankündigung «die Ergebnisse und den Unternehmensausblick» diskutieren.

Anlagelösung

Das charttechnische Bild hat sich kurz vor dem Zahlentermin aufgehellt. Boeing versucht, einen kurzfristigen Abwärtstrend zu überwinden. Dabei wartet im Bereich von USD 215/20 ein markanter Widerstand auf den Large Cap. Neben einer horizontalen Hürde verläuft hier die 200-Tage-Linie. Mit dem Mini-Future Long MBABJV können Trader den Ausbruch nach oben ins Kalkül ziehen. Das Vontobel-Papier nimmt mit einem Hebel von aktuell 4.9 an steigenden Kursen bei Boeing teil. Achtung: Sollte die Aktie erneut in Turbulenzen geraten, ist mit überproportionalen Verluste zu rechnen.

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