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Europas Griff nach den Sternen – und was Anleger davon haben
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Jérôme Allet
Leiter Public Distribution für Strukturierte Produkte Schweiz
UBS Investment Bank
In klaren Nächten lassen sie sich mit blossem Auge erkennen: Satelliten ziehen als kleine Lichtpunkte über den Himmel. Ihre Zahl wächst rasant. Allein im Jahr 2025 wurden laut der Satellite Industry Association (SIA) bei 296 Raketenstarts mehr als 4’400 Satelliten in den Orbit gebracht. Damit stieg die Zahl der aktiven Satelliten weltweit auf 14’266. Ob Breitbandinternet, Navigation, Fernsehen oder Erdbeobachtung – die Satellitenindustrie ist ein zentraler Treiber der globalen Weltraumwirtschaft. Im vergangenen Jahr entfielen nach Angaben der SIA mehr als USD 300 Milliarden beziehungsweise 71% der weltweiten Space Economy auf diesen Bereich.1
US-Unternehmen dominieren dieses Geschäft. Mit SpaceX steht die grösste private Weltraumfirma vor einem milliardenschweren Debüt an der Technologiebörse Nasdaq. Das 2002 von US-Milliardär Elon Musk gegründete Unternehmen bringt eine Raketensparte mit einem riesigen Satellitennetzwerk und einer KI-Sparte zusammen.2 Doch der alte Kontinent schaut nicht nur zu: Auch Europa baut seine Position in der Weltraumwirtschaft gezielt aus. Seit 1975 bringt die European Space Agency (ESA) die finanziellen und intellektuellen Ressourcen von 23 Mitgliedsländern zusammen. 2025 verfügte die zwischenstaatliche Organisation über ein Budget von knapp EUR 7.7 Milliarden. Mit diesen Mitteln finanziert die ESA verschiedene Programme, betreibt Forschung und treibt gemeinsam mit der europäischen Industrie die Entwicklung satellitenbasierter Technologien und Dienstleistungen voran.3
Prominenter Kunde
Zu den Aufgaben der ESA zählt es, die europäischen Kapazitäten für Weltraumtransporte zu überwachen. Hier spielt die Ariane 6 eine wichtige Rolle. Diese mehr als 60 Meter hohe Trägerrakete befördert Lasten von bis zu 21,6 Tonnen in niedrige Erdumlaufbahnen.4 Insofern kann sie es durchaus mit der Falcon 9 des US-Konkurrenten SpaceX aufnehmen.5 Aus den Vereinigten Staaten kommt auch ein prominenter Kunde des europäischen Raketenunternehmens Arianespace. Im Auftrag von «Amazon Leo» hat die Ariane 64 Ende April – angetrieben von vier Triebwerken 32 Satelliten in eine niedrige Erdumlaufbahn befördert. Auf diese Weise baut amazon.com sein Netzwerk für Breitbandinternet aus dem All aus. Die Ariane hob bereits zum zweiten Mal für den E-Commerce-Gigant vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana ab. Insgesamt umfasst dieser Auftrag 18 Starts.6
Gemeinsame Initiative
Zurück zur ESA: Die Agentur war auch an der Entwicklung und Lancierung des ersten Börsenindex für die europäische Weltraumwirtschaft beteiligt. Zusammen mit der Europäischen Kommission, der Börsenbetreiberin Euronext und dem Start-up-Finanzierer Promus Ventures hat sie Anfang 2023 den Euronext Helios Space Index ins Leben gerufen. Ein Ziel dieses Index ist es, die Sichtbarkeit des Sektors in Europa zu erhöhen. Gleichzeitig soll Investoren ein Werkzeug zur Bewertung dieses speziellen Wirtschaftszweiges an die Hand gegeben werden.7
Das Auswahluniversum bilden die Aktien entwickelter Länder, welche bestimmte quantitative Voraussetzungen erfüllen, wie zum Beispiel das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen sowie die Marktkapitalisierung. Aus diesem Fundus filtert die ESA die Unternehmen heraus, die besonders stark von der europäischen Weltraumwirtschaft profitieren. Sie berücksichtigt dabei beide Teilbereiche der Weltraumwirtschaft, «Upstream» und «Downstream»: Zum erstgenannten Segment zählen Unternehmen, die beispielsweise an der Entwicklung und dem Bau von Raumfahrtsystemen, Trägerraketen und Bodenstationen arbeiten. «Downstream» steht dagegen vor allem für Satellitenbetreiber sowie Dienstleister der Kommunikation, Navigation und Erdbeobachtung. Gewichtet werden die selektierten Unternehmen dann nach dem Freefloat-Börsenwert. Dadurch erhalten grösser kapitalisierte und tatsächlich handelbare Titel ein höheres Gewicht im Index.8
Ein neuer Space-Gigant

In der aktuellen Indexselektion kommen so 38 Titel zusammen, darunter Airbus und Safran als aktuelle Schwergewichte. Die beiden Konzerne sind je zur Hälfte an der Ariane Group beteiligt.9 Dem nicht genug: Das Duo betreibt viele weitere Space-Aktivitäten: Airbus beispielsweise hat im Auftrag der ESA das Europäische Servicemodul (ESM) für die Mission «Artemis II» entwickelt und gebaut. Beim Flug um den Mond versorgte diese Kapsel die Astronauten mit Antrieb, Energie, Luft und Wasser.10
Gemeinsame Sache möchte Airbus in Zukunft mit zwei weiteren Indexmitgliedern machen. Der Konzern hat sich mit Leonardo und Thales darauf verständigt, die Aktivitäten im Bereich Satelliten- und Raumfahrtsysteme zusammenzubringen. Das Joint-Venture soll in ganz Europa rund 25’000 Menschen beschäftigen und einen Jahresumsatz von mehr als EUR 6.5 Milliarden erwirtschaften.11 Diese Initiative ist ein weiterer Beleg dafür, dass Europa in der Weltraumwirtschaft eine führende Rolle einnehmen möchte und dem Vormarsch von SpaceX und Co. nicht tatenlos zusieht.

Mit dem Tracker-Zertifikat auf den Euronext Helios Space Index lässt sich das Thema europäische Weltraumwirtschaft in einem einzigen Instrument abbilden (SIX Symbol SPACEU). Anleger erhalten damit Zugang zu einem Korb ausgewählter Unternehmen entlang der Space-Wertschöpfungskette, anstatt einzelne Titel selbst selektieren zu müssen. Bitte beachten Sie, dass kein Kapitalschutz besteht. Wie bei allen Strukturierten Produkten ist zudem das Emittentenrisiko zu berücksichtigen.
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Zum Autor
Jérôme Allet
Leiter Public Distribution für Strukturierte Produkte Schweiz, UBS Investment Bank
Jérôme Allet begann seine berufliche Laufbahn 2011 als Graduate Talent bei der UBS Investment Bank. Seit 2017 leitet er das Team «Public Distribution Sales Switzerland» im Bereich Structured & Solutions Distribution. In dieser Funktion verantwortet er den öffentlichen Vertrieb von Strukturierten Produkten in der Schweiz. Seit 2018 ist er zusätzlich für White Label Lösungen im Bereich Hebelprodukte in Europa zuständig.
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Quellen
1) SIA, Medienmitteilung, 13.05.2026
2) Reuters, Medienbericht, 23.05.2026
3) www.esa.int/About_Us/Corporate_news/ESA_facts
4) esa.int/Enabling_Support/Space_Transportation/Launch_vehicles/Ariane_6_overview
5) spacex.com/vehicles/falcon-9
6) Ariane Group, Medienmitteilung, 30.04.2026
7) Europäische Kommission, News Artikel, 31.01.2023
8) Euronext, Euronext Helios Space Index, Factsheet, 31.03.2026
9) ariane.group/en/governance/
10) airbus.com/en/space/orion-european-service-module/artemis-ii-mission
11) Airbus, Medienmitteilung, 23.10.2025