Zurück
payoff Traders Idea Trading Desk

Ferrari: Vollbremsung als Chance

06.08.2025 4 Min.
  • Christian Ingerl
    Redaktor

Der jüngste Zwischenbericht des Luxuswagenbauers fiel bei den Börsianern durch. Allerdings könnte die besonders negative Kursreaktion übertrieben sein.

Nicht unbedingt mit bester Laune geht das Formel-1-Team von Ferrari in ihren Sommerurlaub. Holte Charles Leclerc am Samstag in Ungarn noch die Pole Position im Qualifying, hatte der Monegasse im Rennen am Sonntag aufgrund einer fragwürdigen Strategie das Nachsehen und landete «nur» auf Platz 4. Dennoch hat Leclerc an diesem Wochenende wieder für Lichtblicke bei der Scuderia gesorgt.

Auch im operativen Geschäft des Sportwagenbauers geht es nach oben, wenn auch nicht mit voller Beschleunigung.  Allerdings sind auch die Rahmenbedingungen derzeit relativ anspruchsvoll. Trotz der US-Zollerhöhungen schafften es die Italiener die Verkäufe auf dem Vorjahresniveau bei 3‘494 Autos zu belassen, der Umsatz zog sogar um 4% auf EUR 1.79 Mrd. an. Überproportional kam das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 6% auf EUR 709 Mio. voran. Unter dem Strich verdiente der Traditionskonzern mit EUR 425 Mio., 3% mehr als ein Jahr zuvor.

Prognose steht

Auch der Blick in die Zukunft fällt hoffnungsvoll aus. Konzernchef Benedetto Vigna verwies auf volle Auftragsbücher und dem damit steigenden Vertrauen in die Unternehmensprognose. Der Luxusautobauer peilt ein Erlösplus von mindestens 5% auf mehr als EUR 7 Mrd. an. Das um Sondereffekte bereinigte Ebitda soll ebenso um mindestens 5% auf dann EUR 2.68 Mrd. zulegen. Der Free-Cashflow aus dem Industriegeschäft wird bei mehr als EUR 1.20 Mrd. erwartet. 

Die von den USA verhängten Zölle sorgen bei Ferrari für keine allzu grossen Besorgnissen mehr. Hatten die Italiener jüngst davor gewarnt, dass die operative Marge um 0.5 Prozentpunkte schlechter ausfallen könnte als ursprünglich avisiert, strich die Unternehmensleitung diese Warnung nach dem Zollkompromiss zwischen der EU und den USA wieder aus seiner Prognose. Das liegt nicht nur an den geringer als erwarteten Zollsätzen, auch dürften die Produktionskosten im zweiten Halbjahr niedriger ausfallen als zunächst befürchtet.

Scharfer Rücksetzer

Die Zahlen waren gut, der Ausblick ebenso – und trotzdem legte die Ferrari-Aktie nach der Veröffentlichung den Rückwärtsgang ein. Die scharfe Korrektur um mehr als ein Zehntel scheint aber übertrieben. Das sehen auch Analysten so: Die kanadische Bank RBC vermutet, dass einige Anleger eine Zielerhöhung erwartet hätten und daher auf die Verkaufstaste drückten. Laut Experte Tom Narayan steht der Sportwagenbauer aber unverändert gut da und Kursschwächen sollten seiner Meinung nach genutzt werden. Das Kursziel beziffert er auf EUR 475.

Bernstein Research bläst in das gleiche Horn und sieht ebenfalls eine Übertreibung des Marktes im Anschluss an die Ferrari-Zahlen. Das Analysehaus hat die Einstufung für Ferrari auf «Outperform» mit einem Kursziel von USD 554 belassen. Laut Analyst Stephen Reitman hat die Investor-Relations-Chefin des Sportwagenbauers in einer Investorenveranstaltung gute Arbeit geleistet. Ihr sei es nämlich gelungen, die negativ aufgenommenen Äusserungen des Unternehmens zum zweiten Halbjahr gerade zu rücken. Der Analystenkonsens ist ebenfalls positiv gestimmt: das Kursziel beläuft sich auf EUR 452.50, was 18% über dem aktuellen Niveau liegt.

Anlagelösungen

Grundsätzlich ist Ferrari eine der stärksten Marken in der Automobilindustrie und verfügt über eine hohe Preissetzungsmacht. Darüber hinaus sind die Gewinne weniger zyklisch als bei vergleichbaren Unternehmen in der Branche. Charttechnisch ist der Titel zwar derzeit auf Konsolidierungskurs, hat aber im Bereich von EUR 360/380 eine Unterstützungszone erreicht. Auf dieser könnte die Bullen nun Kraft schöpfen, um einen Rebound einzuläuten. Wer dieses Szenario für plausibel hält, kann mit dem Unlimited Turbo Optionsschein (ISIN: DE000SU1Q041) von Societe Generale eine Aufwärtsbewegung in Richtung der 400er-Marke in überproportionale Gewinne verwandeln. Der Hebel beträgt 4.85, das Stop-Loss-Level befindet sich bei EUR 314.02 und damit etwas mehr als ein Fünftel vom aktuellen Kursniveau entfernt.

Sollte die Ferrari-Aktie dagegen in eine Seitwärtsfahrt einlenken, wäre der Barrier Reverse Convertible RRAAFV der Bank Vontobel ein passendes Produkt. Das kürzlich emittierte Papier wirft bei einem Risikopuffer von knapp 28% einen Ertrag von 7.45% p.a. ab. 

Weitere News aus der Rubrik

Unsere Rubriken