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Ferrari: Zurück im Rennen

19.02.2026 4 Min.
  • Christian Ingerl
    Redaktor

Der Luxussportwagenbauer hat mit überraschend robusten Zahlen das Vertrauen des Marktes zurückgewonnen. Steigende Margen, ein gut gefülltes Auftragsbuch und neue Modelle lassen die Italiener nach Monaten der Kursschwäche wieder beschleunigen. Die Aktie ist einen Blick wert.

Wenn am 8. März 2026 die Motoren der Formel 1 wieder aufheulen, werden die Blicke nicht nur auf die neue Saison, sondern ganz besonders nach Maranello gerichtet sein. Die Scuderia stand zuletzt sportlich wie strategisch unter Druck. Doch rechtzeitig zum Neustart scheint Ferrari wieder in der Spur zu sein – auf der Rennstrecke mit frischem Selbstbewusstsein, vor allem aber operativ und an der Börse mit neuem Schwung.

Robustes Zahlenwerk

Der Luxussportwagenbauer hat im Schlussquartal die Erwartungen deutlich übertroffen. Das bereinigte Ebitda stieg um 9% auf EUR 700 Mio. und lag damit klar über dem Analystenkonsens von rund EUR 668 Mio. Der Umsatz kletterte um 4% auf EUR 1.8 Mrd., obwohl die Auslieferungen um 173 Fahrzeuge auf 3‘152 Einheiten zurückgingen. Für das Gesamtjahr 2025 summierten sich die Verkäufe auf 13‘640 Fahrzeuge, 112 weniger als im Vorjahr. Der Rückgang war jedoch strategisch gewollt, um den Modellwechsel zu steuern.

Entscheidend ist die Qualität der Erlöse. Ferrari gelang es, die durchschnittlichen Verkaufspreise, getrieben von starkem Modellmix, Individualisierung und limitierten Sondermodellen, weiter zu steigern. Modelle wie der EUR 240‘000 teure Amalfi und der EUR 460‘000 teure 849 Testarossa führen die Auftragsbücher an. Der Orderbestand reicht inzwischen bis Ende 2027. Das unterstreicht die Visibilität und Preissetzungsmacht des Konzerns.

Auch auf der Ergebnisseite überzeugt die operative Entwicklung. 2025 erzielte Ferrari eine Ebitda-Marge von 38.8%, ein Wert, von dem andere Hersteller nur träumen können. Für 2026 stellt CEO Benedetto Vigna ein bereinigtes Ebitda von mehr als EUR 2.93 Mrd. Euro in Aussicht, das entspräche einem Plus von mindestens 6%. Die Marge soll sich auf mindestens 39% verbessern. Der industrielle Free Cashflow übertraf 2025 erstmals die Marke von EUR 1.5 Mrd., ein Zuwachs von satten 50%.

Angepasste E-Strategie

Bemerkenswert ist zudem die strategische Feinjustierung in der Elektrifizierung. Während Ferrari früher einen EV-Anteil von 40% bis 2030 anpeilte, sieht die neue Planung nur noch ein Fünftel vollelektrische Modelle, 40% Hybride sowie 40% Verbrenner vor. Der erste vollelektrische Ferrari, der „Luce“, wird am 25. Mai in Rom vorgestellt. Das Feedback der Kunden sei sehr positiv, so Vigna. Insgesamt sollen 2026 fünf neue Modelle an den Start gehen. Regional bleibt Europa mit knapp der Hälfte der Verkäufe der wichtigste Markt. In den USA dürfte der Absatzanteil durch neue Modellanläufe temporär sinken. In China, zuletzt schwächer, erwartet das Management eine Stabilisierung, da künftig stärker nachgefragte Modellvarianten angeboten werden.

Aktie auf Reboundkurs

An der Börse markiert das Zahlenwerk eine Trendwende. Nach einem Kursrückgang von fast einem Drittel seit Oktober, ausgelöst durch als konservativ wahrgenommene Mittelfristziele und Unsicherheiten rund um Zölle und China, legte die Aktie nach Veröffentlichung der Zahlen zweistellig zu. Mit rund EUR 318 notiert das Papier zwar noch deutlich unter dem Hoch nahe EUR 500, doch das operative Momentum spricht wieder für den Titel.

Der Analystenkonsens stuft die Aktie als Kauf ein und sieht ein 12-Monats-Kursziel von EUR 376,50 Euro – rund 18 Prozent Potenzial. Deutsche Bank und RBC haben ihre Kursziele jüngst weiter angehoben und verorten den fairen Wert deutlich jenseits der EUR 400-Marke. Angesichts einer Ebitda-Marge von nahezu 40%, einer Auftragsreichweite bis 2027 und der bevorstehenden Elektrifizierungsoffensive bleibt Ferrari weniger ein Autobauer als vielmehr ein globaler Luxuswert.

Anlagelösungen

Wenn also am 8. März die Startampeln in der Formel 1 erlöschen, geht es für Ferrari nicht nur um Punkte in der Konstrukteurswertung. Es geht um das Ansehen einer Marke, die gezeigt hat, dass sie selbst nach einer scharfen Korrektur wieder beschleunigen kann – auf dem Asphalt wie am Kapitalmarkt. Wer dieses positive Szenario spielen und das Tempo sogar noch erhöhen möchte, wählt den Long Mini-Future MRAAFT von Leonteq. Der Hebel beträgt aktuell 5.3, der Abstand zum Knock-out bei USD 309.0030 beläuft sich auf 18.5%. Etwas weniger spekulativ ist das baugleiche Produkt MRAATT. Hier befindet sich der Knock-out knapp 30% entfernt, der Hebel fällt mit 3.3 dadurch aber auch etwas geringer aus.

Interessant erscheint uns für die konservativen Anlegernaturen zudem eine Seitwärtsspekulation bei Ferrari. Der Barrier Reverse Convertible RRAAAV von der Bank Vontobel wäre dafür bestens geeignet. Das Papier mit einer Laufzeit bis Mitte November 2026 verspricht eine maximale Gewinnchance von 9.7% respektive 12.9% p.a. Zudem ist das Produkt mit einem Risikopuffer von 29.3% ausgestattet.

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