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Holcim baut auf neuen Höhen

05.11.2025 4 Min.
  • Christian Ingerl
    Redaktor

Der Baustoffriese hat gezeigt, dass nachhaltiges Bauen nicht nur ein Trend ist, sondern ein Wachstumsmodell mit Betonfundament. An der Börse wird das mit deutlichen Kursaufschlägen quittiert. Wir zeigen, wie sich Anleger gewinnbringend positionieren können.

Es gibt Techs – und es gibt Holcim. Während die einen als Wachstumswerte gehandelt werden und zu den Stars am Börsenhimmel zählen, erfahren Unternehmen aus der Baubranche in der Regel einen deutlich geringeren Zuspruch. Dies wiederum gilt nicht für Holcim. Nach starken Zahlen zum dritten Quartal setzte der SMI-Titel seine beeindruckende Rallye fort und erklomm in den Folgetagen ein Allzeithoch. Seit Jahresbeginn summiert sich das Plus inzwischen auf rund 60% – ein Wert, welcher Holcim den ersten Platz im SMI-Ranking in diesem Jahr beschert. Anleger honorieren damit die robuste operative Entwicklung und die strategisch aussichtsreiche Positionierung des Baustoffriesens im nachhaltigen Bausektor.

Starke Zahlen, klarer Plan

Holcim baut das Fundament für eine neue Ära des Bauens und unterstreicht mit einer erfolgreichen operativen Entwicklung, dass das Konzept am Markt gut ankommt. In den ersten neun Monaten stieg das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern um knapp ein Zehntel in lokaler Währung, während der Umsatz um 2.9% zulegte. Gleichzeitig kletterte die operative Marge um beeindruckende 80 Basispunkte auf 19.1% empor. Das Management setzt konsequent auf Wertschöpfung statt Volumen und profitiert dabei vom wachsenden Anteil nachhaltiger Produkte sowie einer effizienten Kostenstruktur. «Wir haben unser nachhaltiges Angebot ausgebaut, um der Kundennachfrage gerecht zu werden und zudem das Tempo bei der Dekarbonisierung und dem zirkulären Bauen erhöht, um damit weiter profitabel zu wachsen», erklärt Vorstandschef Miljan Gutovic. 

Der CEO blickt auch optimistisch nach vorne: Im Gesamtjahr soll Holcim ein Ebit-Wachstum von 6% bis 10% bei einer Marge von mehr als 18% erreichen. Zusätzlich sorgt die geplante Übernahme von Xella, einem europäischen Marktführer für nachhaltige Wandsysteme, für Fantasie. Der Deal eröffnet Holcim Zugang zu einem Milliardenmarkt für innovative Wandlösungen – und stärkt damit frühzeitig die Position bei Architekten und Entwicklern. Die Übernahme steht laut Gutovic auch im Einklang mit Strategie «NextGen Growth 2030».

Vielversprechende Roadshow

Auf der anschliessenden Roadshow von Holcim nach dem Zwischenbericht drehte sich vieles um zwei Schlüsselfaktoren: Preisgestaltung und Dekarbonisierung. Der Konzern sieht sich dank hoher Lieferzuverlässigkeit, technischer Kompetenz und wachsender Nachfrage nach CO2-armen Baustoffen in einer starken Position, seine Preispower langfristig zu halten. Zudem verschärfen sich in Europa Emissionsvorgaben, ein Vorteil für Holcim, dessen Werke zu den effizientesten der Branche gehören. Hocim verfügt über 7 geförderte CCUS (Carbon Capture, Utilization and Storage)-Projekte in Europa und das Management betonte nachdrücklich, dass diese durch den EU-Innovationsfonds erheblich gefördert werden. Zudem erwartet das Unternehmen, dass kleinere Wettbewerber mit ineffizienten Anlagen langfristig Schwierigkeiten haben werden, zu überleben, woraus sich wiederum Konsolidierungsmöglichkeiten ergeben könnten. Vollständig dekarbonisierter Zement dürfte künftig auch Preisaufschläge erzielen – ein weiterer Hebel für die Margen.

Regional zeigt sich derzeit ein differenziertes, aber dennoch stimmiges Bild. Europa erholt sich langsam, mit besonders guten Trends im Osten des Kontinents. Lateinamerika profitiert wiederum von der massiven Wohnungsraumnachfrage und Infrastrukturprojekten und auch in Nordafrika und Australien sind die Aussichten aufgrund der hohen Nachfrage nach Wohnraum und des Infrastrukturausbaus positiv. In schwierigen Regionen wie dem Libanon, Irak sowie der Sub-Sahara hat Holcim seine Geschäfte reduziert oder sich sogar komplett zurückgezogen. 

Anlagelösungen

Obwohl Analysten die Aktie mehrheitlich zum Kauf empfehlen, fällt das durchschnittliche Kurspotenzial mit 4% inzwischen überschaubar aus – nach der starken Rallye wenig überraschend. Innerhalb von 2 Jahren hat sich der Unternehmenswert des Baustoffriesens mehr als verdoppelt. Und doch spricht das Momentum für den heimischen Bluechip. Chancenorientierte Investoren können mit Hebel-Papieren die Klettertour sogar noch beschleunigen. Dafür eignet sich beispielsweise der an der SIX kotierte Long Mini Future MHOCRT von Leonteq. Der Hebel beträgt 4.5, der Stop Loss Level befindet sich bei CHF 55.8075 und damit mehr als ein Fünftel vom aktuellen Kursniveau entfernt. Noch deutlich mehr Power hat das Mini Future S9SBGU von der UBS mit einem Multiplikator von 8.0. Doch es gilt zu beachten, dass das Stop Loss Level mit CHF 62.8278 nur einen Puffer von rund einem Zehntel bietet. 

Konservative Anleger, die kurzfristig eine Verschnaufpause erwarten, können mit Seitwärtsprodukten attraktive Renditen erzielen – und gleichzeitig von Holcim langfristig starken Fundament profitieren. Der Barrier Reverse Convertible RHOAQV der Bank Vontobel wäre dafür ein passendes Anlagevehikel. Die Maximalrendite von 5.11% p.a. wird mit einem Risikopuffer von 28.5% gut abgesichert. Die Laufzeit endet am 17. August 2026.

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