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Partizipationsprodukte: unerlässlich für jedes Portfolio!

18.02.2026 4 Min.
  • Christian Ingerl
    Redaktor


Partizipationsprodukte sind Finanzanlagen, mit denen Anleger an der Wertentwicklung eines bestimmten Marktes – etwa eines Aktienindex oder eines Rohstoffs – teilhaben können. Es gibt verschiedene Typen: Da sind zum einen die zur Gattung der Strukturierten Produkte zählenden Tracker-Zertifikate. Eine weitere Art sind die sehr beliebten Exchange Traded Funds (ETFs). Die dritte Gruppe bilden die Exchange Traded Products (ETPs). Sie beziehen sich häufig auf Rohstoffe und werden daher auch als Exchange Traded Commodities (ETCs) bezeichnet. Obwohl sich die genannten Anlageprodukte hinsichtlich des Handels und des Emittentenrisikos unterscheiden, haben sie eine Gemeinsamkeit: Sie ermöglichen die transparente und kostengünstige Partizipation an den unterschiedlichsten Assets. In der Regel erfolgt diese Teilnahme 1:1 sowie ohne betragliche und zeitliche Begrenzung (open-end).

Hoher Nutzen fürs Portfolio

Partizipationsprodukte sind transparent, ihre Funktionsweise ist einfach und verständlich.
Steigt der Basiswert – zum Beispiel der Schweizer Leitindex SMI – um 1%, dann legt auch das Partizipationsprodukt, unter Ausklammerung der Kosten, um 1% zu. Das gilt allerdings auch für fallende Märkte. Einen Kapitalschutz, der das Verlustrisiko begrenzt, gibt es klassischerweise nicht. Deshalb eignen sich diese Produkte für Anleger, die von einer positiven Entwicklung eines bestimmten Marktes oder einer Anlageklasse ausgehen. Da Partizipationsprodukte in der Regel als Open-End-Produkte angeboten werden, eignen sie sich für langfristige Anlagehorizonte. Für die Risikostreuung des Portfolios sind sie mittlerweile unerlässlich. Einerseits, weil viele Partizipationsprodukte schon in sich diversifiziert sind (Indexanlagen). Andererseits lässt sich durch die Kombination mehrerer Produkte auf einfache Weise ein auf die eigene Risikoneigung und Erwartungshaltung zugeschnittenes, diversifiziertes Portfolio erstellen.

Enormes Angebot an Anlagen

Dass Partizipationsprodukte aus dem Portfoliomanagement nicht mehr wegzudenken sind, liegt auch an der riesigen Auswahl. Ob per Tracker-Zertifikat, ETF oder ETP – es gibt kaum einen Markt oder eine Anlageklasse, in die nicht investiert werden könnte. Diese Vielfalt ermöglicht es Anlegern, ihre Investments individuell zu gestalten und auf unterschiedliche Trends zu reagieren. Zudem ermöglichen sie den Zugang zu Märkten und Basiswerten, die sonst nur schwer oder mit grossem Aufwand investierbar wären. Mittlerweile sind auch zahlreiche Partizipationsprodukte mit Währungssicherung erhältlich. Damit lassen sich auf Wunsch Wechselkursrisiken ausklammern. Solche Anlagen sind am Zusatz «Quanto» (bei Zertifikaten) oder «Hedged» (bei ETFs und ETPs) zu erkennen.

Abgrenzung: Emittentenrisiko

Ein wesentlicher Unterschied zwischen Tracker-Zertifikaten und ETFs ist das Emittentenrisiko. Dieses beschreibt die Gefahr, dass der Herausgeber eines Finanzprodukts seinen finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen kann. Im schlimmsten Fall bedeutet dies, dass die Anleger einen Teil oder den gesamten investierten Betrag verlieren. Da Tracker-Zertifikate Strukturierte Produkte und somit Schuldverschreibungen des Herausgebers sind, beinhalten sie ein Emittentenrisiko. Bei ETFs ist das anders. Die investierten Mittel stellen hier Sondervermögen dar, das im Falle einer Insolvenz der ETF-Gesellschaft nicht zur Insolvenzmasse zählt und daher geschützt ist. Bei ETPs, die vor allem auf Rohstoffe angeboten werden, ist zu unterscheiden. Sie werden zwar ebenfalls als Schuldverschreibungen emittiert, können aber besichert oder physisch hinterlegt sein (beispielsweise bei Edelmetallen). In diesem Fall ist das Emittentenrisiko reduziert. 

Nuancen beim Handel

Ein weiterer Unterschied zwischen Tracker-Zertifikaten und ETFs liegt im Handel. Zertifikate können in der Regel sowohl an einer Börse als auch ausserbörslich über den Emittenten gehandelt werden. Als Market Maker stellt der Emittent fortlaufend Kurse und sorgt so für die Liquidität. Auch bei ETFs und ETPs ist der Börsenhandel ein zentrales Merkmal. Zu den grössten ETF-Handelsplätzen in Europa gehört beispielsweise SIX Swiss Exchange. Die Liquidität am Markt wird hier von 16 spezialisierten Market Makern unterstützt, die Geld- und Briefkurse zu Mindestbeträgen offerieren und Kurse vermeiden, die den maximalen Spread überschreiten.

Für welchen Produkttyp entscheiden?

Ob und welches Partizipationsprodukt für einen Anleger infrage kommt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Für Standard-Aktienindizes haben sich ETFs als erste Wahl etabliert. Bei Anlagen in spezifische Trends, wie beispielsweise die KI oder exotische Märkte können Tracker-Zertifikate als Satelliteninvestments ihre Stärken ausspielen. Die Emittenten von Strukturierten Produkten reagieren häufig sehr schnell auf neue Trends, während der Ausgabeprozess von ETFs aufwändiger ist. Bei Rohstoffen wiederum sind Investments über alle drei Typen der genannten Partizipationsprodukte möglich. Die Wahl zwischen ETF, ETP oder Tracker-Zertifikat hängt dann von den Präferenzen des Anlegers (z. B. Emittenten- und Währungsrisiko) sowie den Kosten des Produkts (z. B. laufende Kosten, Spread) ab. In Anlehnung an den Fokus-Artikel haben wir drei Partizipationsprodukte auf Silber ausgewählt und eine Übersicht mit den wichtigsten Merkmalen erstellt. 

Fazit: Gut, dass es sie gibt!

Die Beliebtheit von Partizipationsprodukten resultiert aus ihrer Flexibilität, der Möglichkeit zur Diversifikation, den Kostenvorteilen sowie dem einfachen Zugang zu einer Vielzahl von Märkten. Sie bieten Anlegern eine attraktive Alternative zu klassischen Investments und sind deshalb aus dem modernen Portfoliomanagement nicht mehr wegzudenken.

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