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Puma: Sprung ins Ungewisse
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Christian Ingerl
Redaktor
Puma befindet sich im Krisenmodus, allerdings sorgen Übernahmespekulationen nun für eine Kurswende. Wir zeigen auf, wie nachhaltig diese sein könnte und welche Produkte sich jetzt lohnen könnten.
Von den typischen Eigenschaften eines Pumas, der bemerkenswerte Sprung- und Kletterfähigkeiten aufweist, ist bei der gleichnamigen Aktie des deutschen Sportartikelherstellers derzeit nichts zu sehen. Im Gegenteil: Das Unternehmen büsste im laufenden Jahr rund 58% seines Börsenwerts ein. Der Absturz des einst gehypten MidCaps geht mit schwachen operativen Ergebnissen einher. Im zweiten Quartal sanken die Umsätze um 2% auf EUR 1.94 Mrd., der Verlust vor Zinsen, Steuern und Einmalkosten türmte sich auf EUR 13.2 Mio. auf.
Personalkarussell
Diese Entwicklung ist Ausdruck einer Restrukturierungsphase, die bislang keinen umfassenden Wachstumsausblick bietet. Es war vor allem der Wegfall des früheren CEO Bjørn Gulden, der 2022 zu Adidas wechselte, welcher eine bis heute nicht vollständig gefüllte Führungslücke hinterliess. Seit Nachfolger Arne Freundt, der zweieinhalb Jahre an der Spitze stand, musste nun seinen Hut nehmen. Neu auf dem Thron sitzt seit 1. Juli Arthur Höld. Dieser muss jetzt zeigen, ob er das Ruder herumreissen kann.
Um die Verluste einzudämmen, kündigte der 55-jährige bereits einen verschärften Sparkurs an. So sollen die Investitionen um EUR 50 Mio. auf EUR 250 Mio. reduziert werden. Dies gilt auch vor dem Hintergrund, dass sich die Lage im zweiten Halbjahr nicht bessern wird. Prall gefüllte Lager zwingen Puma dazu, Schuhe und Textilien zu reduzierten Preisen zu verkaufen. Oben drauf kommen Zölle, die das Unternehmen mit rund EUR 80 Mio. Euro belasten dürften. Daher schraubte der neue Chef die bisherigen Umsatz- und Gewinnprognosen für das laufende Jahr drastisch nach unten. Statt eines Gewinns von bis zu EUR 525 Mio. vor Steuern und Zinsen wird nun ein Verlust erwartet. Beim Umsatz ist nicht eine Expansion um 1% bis 5% zu erwarten, sondern ein Minus um mindestens ein Zehntel. Das war die dritte Gewinnwarnung in diesem Jahr und zeigt, wie angespannt die Lage bei dem Sportartikelkonzern ist.
Zukunftspläne…
«Wir werden mutige Schritte gehen», kündigte der Vorstandsvorsitzende bei der Bilanzvorlage an, ohne sich dabei tiefer in die Karten schauen zu lassen. Geplant sind aber tiefgreifende Veränderungen bei der Nummer drei auf dem Sportartikelmarkt. Die neuen Wachstumspläne für 2026 und die folgenden Jahre sowie die Strategie sollen Ende Oktober vorgestellt werden. «2025 ist ein Jahr des Neustarts, und 2026 wird ein Übergangsjahr», so Höld.
…und Übernahmespekulationen
Während das alles noch Zukunftsmusik ist, sorgen aktuell Übernahmespekulationen für Bewegung in der Aktie. Am 25. August berichtete Bloomberg, dass die Familie Pinault ihre 29%-Beteiligung veräussern möchte. Mögliche Interessenten könnten grosse chinesische Konzerne wie Anta Sport und Li Ning sein. Der Aktie bescherten die Gerüchte einen Kurssprung von rund einem Fünftel. Sollte es tatsächlich zu einem Verkauf kommen, könnte der Aufschlag noch deutlich höher ausfallen. Am Markt werden Preise von rund EUR 25 Euro herumgereicht, bei einer Komplettübernahme könnte dieser sogar auf EUR 29 Euro steigen.
Anlagelösungen
Puma steht am Scheidweg: Die Restrukturierung dürfte sich langfristig auszahlen und die Neuausrichtung der Marke bietet Potenzial. Doch bleiben die Fundamentaldaten fragil. Sollte es zu einem Einstieg eines neuen Grossaktionärs kommen, könnte dies den dringend benötigten Schub bringen – operativ wie auch an der Börse. Mit dem Mini Future Long IPUL9Z der ZKB lässt sich eine Long-Wette eingehen. Der Hebel beträgt aktuell 4.0, der Knock-Out bei EUR 16.0918 ist rund 24% entfernt. Noch etwas mehr Pep hat der Call-Warrant PUMPRZ mit einem Multiplikator von 4.7. Der Strike befindet sich bei EUR 25, sodass sich der Optionsschein noch «aus dem Geld» befindet. Bis Juni 2026 hat die Aktie Zeit, um diesen Wert zu erreichen.
Für den Fall, dass sich die Übernahmefantasien in Luft auflösen und auch der Strategieplan von Höld nicht funktionieren sollte, wäre der Short Mini Future IPUMDZ das richtige Produkt. Dieser verwandelt Kursverluste mit einem Faktor von 3.7 in überproportionale Gewinne. Der Stop-Loss-Level befindet sich bei EUR 25.5649 und damit ein Fünftel vom aktuellen Niveau entfernt.
