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Robotics: Der Schritt in die physische Welt
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Curdin Summermatter
Leiter Verkauf Strukturierte Produkte
Zürcher Kantonalbank
Das Zusammenspiel aus KI, Sensorik und Rechenleistung eröffnet neue Anwendungsfelder in der Robotik. Mit dem ZKB Tracker-Zertifikat einfach am Thema partizipieren.
Künstliche Intelligenz (KI) hat sich innerhalb weniger Jahre von einer Zukunftsvision zu einer bedeutenden Anwendung in unserem Alltag entwickelt. Generative Sprachmodelle schreiben Texte, kreieren Bilder und führen komplexe Datenanalysen durch. Doch das Potenzial der Technologie endet nicht bei digitalen Anwendungen. Die nächste Entwicklungsphase nimmt die physische Welt ins Visier: Maschinen sollen die Fähigkeit erlangen, sich eigenständig in der realen Umgebung zu bewegen. In den Fokus rückt damit die Robotik, die als Brücke zwischen digitaler Intelligenz und physischer Welt fungiert.
Der Weg in die Autonomie
Roboter und auch KI-gestützte Roboter sind bereits heute ein unverzichtbarer Bestandteil moderner Produktionsprozesse. In der Industrie übernehmen sie beispielsweise repetitive Aufgaben wie Schweissen, Lackieren oder das Bestücken von Produktionsstrassen. Doch diese Systeme arbeiten meist unter stark kontrollierten Bedingungen und folgen festen Programmen. Der Schritt in die physische Welt bedingt, dass sie in der Lage sind, sich in chaotischen Umgebungen zu bewegen und auf unvorhergesehene Situationen zu reagieren.
Der Schlüssel dafür liegt im Zusammenspiel von drei Technologien:
- Künstliche Intelligenz: Fortschritte in maschinellem Lernen, insbesondere in Bereichen wie Computer Vision und Reinforcement Learning, ermöglichen es Robotern, ihre Umgebung zu verstehen, Entscheidungen zu treffen und aus Erfahrungen zu lernen.
- Sensorik: Hochentwickelte Sensoren wie Kameras und Drucksensoren liefern präzise Daten über die Umgebung und erlauben es Robotern, sich sicher zu bewegen und mit Objekten zu interagieren.
- Rechenleistung: Fortschritte in der Halbleitertechnologie und Edge Computing sorgen dafür, dass Roboter diese Daten in Echtzeit verarbeiten können.
Diese Technologien sind heute so weit gereift, dass Roboter zunehmend autonom agieren können, hält der Branchenverband International Federation of Robotics (IFR) fest. Sie entwickeln sich damit von hochspezialisierten Maschinen zu Systemen, die aus Erfahrung lernen – die Rede ist auch von «Physical AI».
Ansturm auf Unitree-Aktien
Für Fantasie sorgen aktuell insbesondere humanoide Roboter, also Allzweckroboter in menschenähnlicher Form, die ein breites Spektrum an Aufgaben ausführen können. Die Begeisterung für das Thema zeigt sich derzeit beim geplanten Börsengang von Unitree Robotics, Chinas führendem Hersteller humanoider Roboter. Demnach wurde die Aktienzuteilung für Privatanleger gemäss Reuters mehr als 8’000-fach überzeichnet. Unitree, offiziell bekannt als Yushu Technology, kommt damit auf einen Marktwert von rund USD 9 Milliarden. Das IPO soll noch im August in Shanghai über die Bühne gehen. Der Börsengang dürfte Signalwirkung haben, denn Unitree ist zwar der erste chinesische Entwickler humanoider Roboter, der eine Börsennotierung anstrebt, weitere Anwärter stehen aber bereit. Allerdings ist genau in diesem Segment Vorsicht geboten, denn obschon das Anwendungsfeld für humanoide Roboter nahezu unbegrenzt scheint, befinden sie sich oft noch in der Pilot- und Testphase, hält die US-Unternehmensberatung McKinsey fest.
Wirtschaftlich greifbare Fortschritte finden in weitaus unscheinbareren Bereichen statt, nämlich dort, wo Variabilität und Komplexität heute Grenzen setzen: beim Zusammenstellen wechselnder Sortimente, beim Sortieren unbekannter Bauteile oder bei Montageschritten, die Anpassungen erfordern. Diese Anwendungen sind zwar weniger spektakulär als ein Roboter, der Wäsche faltet, aber kommerziell rentabler.
Hohes Marktpotenzial, schwierige Quantifizierung
Die Möglichkeiten der physischen KI sorgen auch am Kapitalmarkt für Bewegung. Ablesen lässt sich dies etwa am Risikokapital, das weltweit in diesen Sektor fliesst. So sind 2025 mehr als USD 26 Milliarden an Startups geflossen, die im Bereich physische KI und Robotics aktiv sind, wie Zahlen der US-Datenplattform PitchBook belegen. Zum Vergleich: 2019 waren es noch USD 4.2 Milliarden. Im laufenden Jahr beläuft sich das Volumen bereits auf über USD 23 Milliarden, berichtet das Wall Street Journal (Stand per Ende Mai 2026).
Schätzungen zum künftigen Marktvolumen klaffen derweil weit auseinander. Die Spannbreite spiegelt die hohe Unsicherheit im Hinblick auf die Entwicklung, aber auch die unterschiedlichen Einschätzungen darüber, was überhaupt zum Markt gehört. In einer eigenen Datenanalyse beziffert die britische Bank Barclays das Volumen des physischen KI-Marktes bis 2035 je nach Szenario mit USD 500 Milliarden bis USD 1.4 Billionen. Faktoren wie die Geschwindigkeit technologischer Fortschritte, regulatorische Rahmenbedingungen und die Akzeptanz durch Konsumentinnen und Konsumenten sowie Unternehmen spielen dabei eine entscheidende Rolle. 1
Der Branchenverband IFR prognostiziert, dass KI in den kommenden fünf bis zehn Jahren breite Anwendung in der Robotik finden wird, und argumentiert mit höherer Effizienz sowie geringeren Fehlerquoten und Wartungskosten gegenüber Systemen ohne digitale Intelligenz. Gleichzeitig könnten sinkende Anschaffungskosten die Einsatzmöglichkeiten für Robotersysteme erweitern.
Von Sensoren bis Software: Die Bausteine der Robotik
Noch steht die Entwicklung der physischen KI am Anfang, und es ist offen, welche Anwendungen oder welche Anbieter sich durchsetzen werden. Doch unabhängig davon, welche Technologie sich im Wettlauf um physische KI behauptet, ohne Hardware und Präzisionskomponenten bleibt jeder Roboter reglos. Halbleiter, Bildsensoren, Präzisionsgetriebe und Motion-Control-Komponenten spielen dabei eine entscheidende Rolle.
Hier kommt das ZKB Tracker-Zertifikat auf Robotics ins Spiel. Der Aktienkorb bündelt Börsenschwergewichte und mittelgrosse Unternehmen, die die Bausteine für die nächste Generation der Roboter liefern, von klassischen Roboterherstellern (Fanuc, Midea) über Zulieferer von Halbleitern (VAT), Sensorik (Jenoptik) und Antriebstechnik (Cicor, Schaeffler) bis hin zu Anbietern von industrieller Software (Siemens) und KI-Plattformen (Alphabet).
An der Zukunft der Robotik partizipieren
Das Anlagethema birgt gerade aufgrund des offenen Entwicklungspfads einige Risiken, die Anlegerinnen und Anleger im Auge behalten müssen. So ist der Fortschritt der Robotik stark von Investitionen abhängig und kann daher auf Konjunkturzyklen reagieren. Zudem ist nicht garantiert, dass einzelne technologische Ansätze kommerziell erfolgreich werden. Gerade bei humanoiden Robotern ist die breite industrielle Anwendung zudem mit Unsicherheiten verbunden. Ausserdem verschärft der zunehmende Wettbewerb, insbesondere durch chinesische Anbieter, den Preis- und Margendruck in der Branche.
Wer am Fortschritt der physischen KI teilhaben möchte, sollte daher eine breite Diversifikation entlang der gesamten Robotics-Wertschöpfungskette anstreben. Das ZKB Tracker-Zertifikat auf Robotics bietet eine unkomplizierte Möglichkeit, an der Zukunft der Robotik zu partizipieren. Das Produkt umfasst Unternehmen aus verschiedenen Sektoren und Regionen. Die Titel werden zum Initial-Fixing-Zeitpunkt gleichgewichtet in den Aktienkorb aufgenommen, und die Laufzeit beträgt drei Jahre.
Die Zertifikate sind bis am 21. September 2026 in Zeichnung.
Erfahren Sie mehr über die Anlagelösung
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1 Dabei stützt sich die Bank auf eine eigene Szenario- und Datenanalyse, die auf einem strukturierten Rahmen basiert und eine klare Marktabgrenzung vornimmt (humanoide Roboter, autonome Fahrzeuge, industrielle Automatisierungssysteme und Drohnen).
Quellen:
- International Federation of Robotics (IFR), «AI in Robotics»
- International Energy Agency (IEA), «Key Questions on Energy and AI»
- McKinsey & Company, « Turning humanoid supply chain constraints into billion-dollar wins»
- Barclays, «The decade of the robot»
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