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payoff Trading Desk

Schwarzes Trading-Gold 

01.03.2026 3 Min.
  • Martin Raab
    Investment-Stratege

Der Iran-Krieg treibt den Ölpreis in massive Höhen — doch was danach kommt, bietet Tradern hohe Chancen.

Es war kurz, laut und brutal. Ähnlich einem Blitzgewitter erschütterten die Operationen «Epic Fury» und «Lion’s Roar» nicht nur den Iran, sondern auch die globalen Energiemärkte. In den letzten 48 Stunden schossen der Ölpreis, Brent Crude und WTI wie eine gut geölte Mullah-Rakete in Richtung USD 75 pro Barrel. Als klar wurde, dass das maritime Nadelöhr an der Strasse von Hormus bis auf weiteres nicht mehr von Frachtschiffen durchquert wird, wurde der Panikknopf gedrückt. In den allermeisten Fällen lag das am temporär sistierten Versicherungsschutz.

Aktuell ist die Intraday-Volatilität auf dem Ölmarkt noch immer unkontrolliert hoch und der Pulverdampf ist noch zu dicht. Doch erfahrene Trader beginnen jetzt schon mit ihrem Aufwärmtraining. Das sogenannte «War Premium» läuft traditionell schnell aus dem Preis heraus — innerhalb von Tagen, manchmal auch innerhalb weniger Stunden. Die üblichen Verdächtigen aus der Hedgefonds-Szene im Energiesektor arbeiten derzeit 24/7 bei Pizza und Cola. Viele Long-Derivate wurden heute bereits verkauft, Stichwort Gewinnmitnahmen. Jetzt beginnt der eigentliche Trading-Opportunity, nämlich Teil 2: «Der Abschwung». Für risikobewusste Derivate-Händler sind «echte» Futures, Future Options und auch verbriefte Mini-Futures Short kein Risiko, sondern purer Rohstoff für extrem hohe Gewinne.

Die Mechanik ist bestechend einfach: Von den erwarteten Kursgipfeln von USD 85 oder gar USD 90 bei WTI bricht der Ölpreis deutlich ein. Bis dahin warten die «Crude Sharks» mithilfe ihrer hinterlegten Algorithmen ausdauernd. Short-Produkte auf Öl profitieren überproportional, wenn der Basiswert fällt. Der Hebel – je nach Knock-out-Barriere bzw. Strike – verwandelt einen moderaten Rückgang von beispielsweise 10% (das sind USD 8 weniger bei einem Kursniveau von USD 80) in einen satten Gewinn im jeweiligen Produkt. So können aus USD 100’000 Exposure rasch ein Vielfaches werden. Entscheidend sind der richtige Einstiegszeitpunkt und klare Stop-Loss-Limits. Profis achten bei Intraday-Trades auf Widerstands- und Unterstützungszonen. Die Fibonacci-Retracements helfen dabei.

Wer es grundsätzlich etwas ruhiger angehen möchte, kann mit dem richtigen Trading-Zugang über Swissquote oder Interactive Brokers Future-Optionen handeln und dann auch erste Short-Puts verkaufen. Damit lässt sich eine enorm hohe Volatilitätsprämie erwirtschaften. Wichtig ist, einen seriösen Strike, also einen angemessenen Abstand nach unten, zu wählen. Sind die Strikes zu gierig, also zu nah am aktuellen Kurs, kann die vermeintliche «Winner Strategy» rasch zum Fiasko werden. Profis wissen: Diese Öl-Trades im neuen «Golfkrieg III» sind keine Einbahnstrasse und schon gar kein Selbstläufer. Der Markt kann länger irrational bleiben, als mancher Trader solvent ist. Professionelles Positionsgrössen-Management ist daher Pflicht. Vielen Hedgefonds ist bereits jetzt klar: Die Profite im Sommer 2026 könnten exorbitant sein. Carpe pretium!

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