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Siemens Energy: Ein Call mit Wirkung

01.07.2026 3 Min.
  • Wolfgang Hagl
    Redaktor

Der Energietechnikkonzern hat das positive Geschäftsumfeld bestätigt. Dadurch sind die Chancen gestiegen, dass die Aktie von Siemens Energy neue Bestmarken erreicht.

Eigentlich müssen sich Analysten und Investoren noch fünf Wochen gedulden, ehe Siemens Energy die Zahlen für das 3. Quartal der Geschäftsperiode 2026 (per Ende September) publiziert. Doch das Energietechnikunternehmen zählt zu den Börsenkonzernen, die einen «Pre-Close-Call» anbieten. Ohne konkrete Zahlen zu nennen, liefert das Management in diesem Format Information zum jüngsten Geschäftsgang. Kurz vor dem Quartalsultimo hat Siemens Energy am Montagabend einen solchen Call durchgeführt.

Offenbar sind die Aussagen gut angekommen. Jedenfalls verteuert sich der DAX-Titel am Dienstag um 5.5% und setzte sich damit an die Spitze des deutschen Leitindex. Mit Blick auf das gesamte 1. Semester rangiert Siemens Energy mit einem Kursplus von 38% auf dem dritten Platz. Nur Infineon (116%) und Hochtief (50%) haben besser abgeschnitten. Das DAX-Spitzentrio profitierte vom Megatrend KI. Während Infineon der Halbleiterboom in die Hände spielt, ist Hochtief in den Bau von Rechenzentren involviert. Siemens Energy wiederum hilft der KI-bedingte Anstieg des Strombedarfs.

Gewinnmitnahmen und mehr

Dazu passend verbuchte das Unternehmen im 2. Quartal 2026 im Segment «Gas Services» rekordhohe Aufträge. Vor allem in den USA sind die Turbinen des deutschen Herstellers gefragt. Auch in der zweitgrössten Sparte, Netzwerktechnologie («Grid Technologies»), florierten die Geschäfte. Gleichzeitig nahmen die Verluste von «Siemens Gamesa» deutlich ab. Die Sparte für Windkraft war lange das Sorgenkind des Konzerns – und ist jetzt auf Kurs zum Break-even. Anleger machten im Frühjahr 2026 dennoch Kasse. Nachdem Siemens Energy im April ein Allzeithoch von EUR 191.60 erreicht hatte, gab die Aktie innert sieben Wochen um bis zu 28% nach.

Neben Gewinnmitnahmen setzten allgemeine Zweifel am KI-Boom und Spekulationen über einen wachsenden Konkurrenzdruck dem DAX-Highflyer zu. Erst an der horizontalen Unterstützung im Bereich von EUR 140 liess der Verkaufsdruck nach. Ausgehend von diesem Niveau machte sich die Aktie daran, den kurzfristigen Abwärtstrend zu knacken. Allerdings ist dieses Unterfangen zunächst gescheitert. Am «Pre-Close-Call» hat Siemens Energy den Anstoss für einen neuen Anlauf geliefert. Im Kern wurden dabei frühere Aussagen bestätigt. Demnach bleibt die Nachfrage in allen Märkten strukturell stark. Ausserdem würden Angebotsengpässe die ohnehin schon hohen Preise stützen und dem Branchenriesen eine gute Planbarkeit geben.

Anlagelösung

Es ist schwer vorstellbar, dass Siemens Energy am 5. August die Erwartungen verfehlt. Insofern dürfte im Zahlentermin der Ausblick des Managements um CEO Christian Bruch in den Fokus rücken. Für den November hat der Top-Manager eine mittelfristige Prognose angekündigt. Mit der Bilanz für das Gesamtjahr wird Bruch dann eine bis in das Jahr 2030 reichende Guidance vorlegen. Schon jetzt stehen die Chancen gut, dass Siemens Energy den Ausbruch nach oben schafft und in Richtung der historischen Bestmarke läuft.

Auf dieses Szenario können Trader beispielsweise mit dem Long Mini-Future (ISIN: DE000FE2ZFW4) setzen. Société Générale handelt dieses Produkt auf der OTC-Plattform Swiss DOTS. Momentan liegt der Hebel bei 4.6, während die Emittentin eine Stoppschwelle von EUR 138.43 einpreist. Sollte Siemens Energy nach unten drehen, würde der Mini-Future überproportional an Wert verlieren. Neben generellen Zweifeln am KI-Boom könnten neue Probleme bei Siemens Gamesa oder Schwierigkeiten in der Abarbeitung des prall gefüllten Auftragsbuches das bullishe Szenario durchkreuzen. Vorerst sollte es in punkto News ruhig bleiben: Siemens Energy befindet sich ab heute in der «Quiet-Period».

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