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«Trading Idee»: Ferrari – Weniger Strom, mehr Sound

06.11.2025 3 Min.
  • Serge Nussbaumer
    Chefredaktor

Elektrischer Meilenstein im Werk, Kurssturz an der Börse – der erfolgsverwöhnte Luxusautohersteller stand zuletzt bei Anlegern in Ungnade. Starke Quartalszahlen sorgen nun für Erleichterung und einen U-Turn der Aktie.

Mini-Future Long auf Ferrari

Wie fast jeden Tag lag am 9. Oktober ein Hauch von Benzin in der Luft über Maranello. Dieses Mal war es jedoch kein Duft der Beschleunigung. Kaum hatte Ferrari seine neuen mittelfristigen Ziele vorgestellt, unternahm die Aktie eine Vollbremsung. Das Papier tauchte um bis zu 16% ab, wodurch sich mehr als EUR 12 Milliarden Marktwert in Rauch auflösten. Die Anleger reagierten verärgert auf die Zahlen, die weniger nach Vollgas und vielmehr nach vorsichtigem Abbremsen klangen. Da half auch die zeitgleiche Vorstellung des ersten vollelektrischen Modells, dem «Elettrica», nichts.

Anstatt die Erwartungen wie gewohnt immer höher zu schrauben, trat CEO Benedetto Vigna auf dem Kapitalmarkttag bewusst auf die Bremse. Für das Jahr 2030 peilt Ferrari nun einen Umsatz von rund EUR 9 Milliarden an. Das ist zwar ein ordentliches Plus gegenüber den prognostizierten EUR 7.1 Milliarden für dieses Jahr, entspricht aber nicht den Erwartungen der Analysten. «Wir wollen sicherstellen, dass wir unsere Versprechen einhalten», begründete Vigna seinen Blick nach vorne. Solides Wachstum statt spektakulärer Visionen kommt im Luxussegment jedoch nicht gut an – schliesslich schreibt Ferrari dort seit Jahren Rekorde.

Auch bei der Elektrifizierung vollzieht die Rennsportfirma einen Kurswechsel. Ferrari hat sich von dem im Jahr 2022 gefassten Plan verabschiedet, bis zum Jahr 2030 einen Anteil von 40% rein elektrischer Modelle zu erreichen. Künftig soll die Modellpalette zu 20% aus E-Autos, zu 40 % aus Hybriden und ebenfalls zu 40% aus Verbrennern bestehen. Damit rückt der Konzern seine Kundschaft in den Fokus, für die Klang, Emotionen und Tradition ebenso wichtig sind wie Technologie. Nach dem Elettrica wird es vor 2028 keine zweite Elektrobaureihe geben.

Positiver Zwischenbericht

Für Entspannung respektive eine Kehrtwende sorgten die jüngsten Zahlen. Die Italiener konn-
ten den US-Zöllen trotzen und haben mit 3’401 Fahrzeugen im 3. Quartal mehr ausgeliefert als erwartet. Während der Nettogewinn nur um 1.8% vorankam, die US-Importzölle drückten auf das Ergebnis, trugen vermehrte Anfragen von Kunden nach Sonderanfertigungen zum Umsatzwachstum von 7.4% bei. Die im vergangenen Monat angehobene Jahresprognose bekräftigte die Unternehmensleitung. Die Börse quittierte die Zahlen mit einem Aufschlag von rund 4% und der Kurs düst allmählich wieder in Richtung der 400-Euro-Marke. Mit einem KGV von 34 für das Jahr 2026 und einem prognostizierten Gewinnwachstum von 12.6% ist die Premium-Aktie zwar kein Schnäppchen, spiegelt aber die einzigartige Markenstärke wider. Die Analysten zeigen sich nach wie vor überwiegend optimistisch. Zwar wurde das durchschnittliche Kursziel in den vergangenen Wochen reduziert, es liegt mit EUR 415 aber immer noch rund 23% über dem aktuellen Niveau. Mutige Anleger können zum Jahresende hin nun einen Rebound spielen. Der frisch emittierte Mini-Future Long bietet einen Hebel von 7.6. Das Stop Loss-Level befindet sich bei EUR 320.67 und damit noch unter dem Jahrestief bei EUR 320.

Produktinfos*

ISINCH1496376620
ProdukttypMini-Future Long
BasiswertFerrari
EmittentBNP Paribas
RatingA+ (S&P)
HandelswährungCHF
Erster Handelstag 22.10.2025
Laufzeitopen-end
AusgabepreisCHF 1.72
BasiswertEUR 405.81
Hebel7.6
Stop LossEUR 320.67
FinanzierungslevelEUR 305.4449
Briefkurs*CHF 2.13
HandelsplatzSwiss DOTS
Weblinkpayoff.ch/CH1496376620
*Stand 04. November 2025

Kursverlauf

Quelle: baha

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