Zurück
payoff Trading Desk

Weltmeister zum Tiefpreis

10.06.2026 2 Min.
  • Martin Raab
    Investment-Stratege

Während sich AI-Stocks mit rekordhohen Bewertungen bewegen, gibt es manche Titanen zum Tiefpreis. Sind die Performance-Champions der nächsten Monate im Abseits zu finden?

Es war einmal ein Markt, auf dem Aktien nach Gewinnen, Cashflows und gelegentlich auch nach Managementqualitäten bewertet wurden. Heute gilt in der Börsenarena: Wer keinen Bezug zu KI und der Nutzung künstlicher Intelligenz vorweisen kann, wird behandelt wie ein Faxgerät auf einer Start-up-Messe. Das Ergebnis: hippe KI-Stocks rasen von Rekord zu Rekord, während solide Industriekonzerne und globale Giganten still auf der Reservebank pausieren – bewertet wie der billige Pausensnack einer Fast-Food-Kette, obwohl sie seit Jahrzehnten zuverlässig Geld verdienen.

Die gute Nachricht für all jene, die noch nicht vollständig in den Hype um KI investiert haben: Die Geschichte neigt zu schlechtem Timing, aber zu guten Pointen. Wer sich daran erinnert, wie im Jahr 2000 der Nasdaq-Kater einsetzte, während Old-Economy-Werte plötzlich wie Phoenix aus der Asche stiegen, der ahnt, was kommen könnte. Die Frage ist nicht, ob die Rotation kommt, sondern wann der Markt bemerkt, dass sich das Spiel dreht. Natürlich gibt es ein Risiko: Manchmal ist billig einfach nur billig. Nicht jeder günstige Titel ist ein verkanntes Juwel – manche sind Value Traps. Doch wer heute mit dem Taschenrechner den Free Cashflow (FCF) berechnet und die Charts der Sektor-Teams kritisch analysiert, der findet echte Weltmeister zu Preisen, die der Markt in seiner kollektiven KI-Euphorie übersehen hat.

Zu den möglichen Performance-Champions zählen unter anderem der Logistikkonzern Kühne + Nagel (EBIT: CHF 1,25 bis 1,40 Milliarden), der US-Finanzdatenkonzern FactSet Research (EBIT: USD 900 Millionen, FCF: USD 680 Millionen) sowie Ersatzspieler PayPal Holdings (FCF: USD 5,5 Milliarden) und der Lebensmittelkonzern General Mills (FCF: USD 1,6 Milliarden), welche zwar Weltmeister sind aber auf Kreisklasse-Kursniveaus rangieren. Der IT-Dinosaurier HP Inc. ist bereits erfolgreich gestartet (+29% in einem Monat). Das beweist, dass auf der Ersatzbank nicht nur zweitklassige Gestalten sitzen. Die Chancen stehen derzeit gut, im Abseits günstig einzukaufen. Und die Nerven werden dabei deutlich weniger strapaziert als beim Kauf des siebzehnten Nvidia-Splits.

Weitere News aus der Rubrik

Unsere Rubriken