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ASML: Datenhunger trifft Halbleitertechnik
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Christian Ingerl
Redaktor
Im Zuge des weltweiten KI-Booms rückt der Chip-Ausrüster ins Zentrum der digitalen Zeitenwende. Mit Milliarden im Rücken und einer neuen Allianz zieht die Aktie derzeit gen Norden und ist soeben nach oben ausgebrochen.
Weltweit entstehen derzeit gigantische Rechenzentren, die nichts anderes im Sinn haben, als den Hunger nach Künstlicher Intelligenz (KI) zu stillen. Milliarden fliessen in Serverfarmen, GPUs und Speicherlösungen. So hat Open AI gerade angekündigt, in den nächsten fünf Jahren rund USD 100 Mrd. für die Anmietung von Backup-Servern bei Cloud Anbietern auszugeben. Diese Investition sei zusätzlich zu den bereits prognostizierten USD 350 Mrd., die das Unternehmen bis 2030 für Servermieten bei Cloud Anbietern eingeplant hat. Bleibt die entscheidende Frage: Wer liefert die Technologie, mit der die zugrunde liegenden Chips überhaupt möglich werden? Hier führt kein Weg an ASML vorbei. Die Niederländer sind die einzigen Anbieter von EUV-Lithografiesystemen, die unverzichtbar für modernste Halbleiter sind.
Strategische Investition
Vor diesem Hintergrund hat ASML zu einem spektakulären Schritt angesetzt: Für mehr als EUR 1.3 Mrd. beteiligt sich der Konzern an dem französischen KI-Start-up Mistral AI, das nach der jüngsten Finanzierungsrunde mit knapp EUR 12 Mrd. als wertvollstes KI-Unternehmen Europas gilt. ASML ist nun Hauptaktionär und diese Transaktion ist mehr als nur ein Investment. Die beiden Tech-Unternehmen bündeln ihre Kräfte im globalen Wettlauf um die KI-Herrschaft.
Dass der Zeitpunkt für eine solche Allianz günstig ist, zeigen jüngste Zahlen: Der globale KI-Aufschwung befeuerte zuletzt die Nachfrage nach High-End-Chips, und damit auch nach ASML-Maschinen, enorm. Im zweiten Quartal meldete das Unternehmen Aufträge von EUR 5.5 Mrd. und übertraf damit die Schätzungen deutlich. Dabei entfiel mit EUR 2.3 Mrd. ein Grossteil auf die neuen margenstarken EUV-Systeme.
Kaum zu bremsen
Doch nicht alles läuft reibungslos. Unter Druck der USA darf ASML seinen modernsten Anlagen nicht mehr nach China exportieren. Ein schmerzhafter Einschnitt, schliesslich zählt die Volksrepublik zu den wichtigsten Absatzmärkten. Dennoch bleibt der Konzern dort präsent: Rund ein Fünftel der Umsätze sollen 2025 trotz Exportbeschränkungen im Reich der Mitte erzielt werden. Operativ unterstreicht ASML seine Marktmacht durch eine hohe Bruttomarge von zuletzt 53.7%. Zudem ist der Innovationseifer der Niederländer ungebremst. Mit den High-NA-EUV-Systemen, die mehr als USD 400 Mio. pro Stück kosten, ist bereits die nächste Generation verfügbar. Erste Auslieferungserfolge sind der Beweis dafür, dass die Kunden selbst vor so hohen Summen nicht zurückschrecken.
Trotz aller technologischen Stärke blickt das Management vorsichtiger nach vorne. Für 2026 möchte man kein sicheres Wachstum in Aussicht stellen. Makroökonomische Unsicherheiten, geopolitische Spannungen und US-Zölle machen Prognosen schwierig. Und doch hat die Aktie zuletzt einen Gang hochgeschaltet. Auf Sicht von 4 Wochen legte der Titel um ein Fünftel zu und brach damit nicht nur aus dem monatelangen Seitwärtstrend aus, sondern markierte auch ein neues Jahreshoch. Der Markt glaubt offensichtlich an den langfristigen Ausbau von KI-Kapazitäten und ASML ist der zentrale Akteur in der Halbleiterwelt. Auch die Analysten ziehen ihre Kursziele nach. So hat BofA ihr Kursziel von EUR 724 auf EUR 941 nach oben revidiert.
Anlagelösungen
Wer daran glaubt, dass die ASML-Aktie längst nicht auf dem Gipfel angekommen ist und das Potenzial besitzt, alte Hochs in Angriff zu nehmen, kann mit dem Long Mini Future MASCBT von Leonteq auf eine Fortsetzung des kurzfristigen Aufwärtstrends setzen. Das Produkt verfügt über einen Hebel von 3.7, der Knock-out befindet sich bei EUR 598.8705 und damit rund ein Viertel vom aktuellen Kursniveau entfernt. Noch deutlich mehr Power hat der Mini Future Long SU7BZU von der UBS. Der Hebel beträgt rund 10, der Knock-out liegt dagegen aber weniger als 7% entfernt. Der Stopp Loss Level befindet sich bei EUR 760.4540.
Für den Fall, dass sich der Tech-Titel eine Verschnaufpause gönnen sollte, wäre der Barrier Reverse Convertible EPRRCH von der Raiffeisen eine passende Lösung. Das Produkt stellt eine hohe Seitwärtsrendite von 14.6% bei einem Puffer von knapp 35% in Aussicht. Die Laufzeit des BRCs endet in einem Jahr am 22. März 2027.

