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payoff Interviews

Aus Ihrer Strategie machen wir ein Produkt

02.07.2026 7 Min.
  • Susan Niederhöfer

    Susan Niederhöfer
    Chefredakteurin

Viele externe Vermögensverwalter ha-ben starke Strategien und einen bestehenden Kundenstamm, aber oft fehlt die Infrastruktur für skalierbare Anlageprodukte. Warum ist ein AMC über GenTwo einfacher als klassische Lösungen?

Hochprofessionelle Verwalter haben eine funktionierende Strategie, Kunden, die ihnen seit Jahren vertrauen, und oft auch einen bekannten Namen in der Branche. Was ihnen fehlt, ist niemals Anlagekompetenz. Es fehlt die Hülle, um daraus ein Produkt zu machen, das mitwachsen kann.

Ein Fonds ist ein ausgezeichnetes Gefäss hierfür, sobald eine Strategie echte Grösse erreicht, ab etwa USD 100 Millionen. Darunter angesiedelt ist ein AMC, so wie es GenTwo anbietet, oft der flexiblere und kostengünstigere Weg. Er verwandelt die Strategie in eine handelbare Wertschrift mit ISIN, die im eigenen Depot des Kunden liegt, neben seinen Aktien und Obligationen. Mit GenTwo kann er in Tagen live gehen. Der Verwalter bringt die Strategie und die Kunden, wir liefern die Infrastruktur, die schnell und preisgünstig daraus ein Produkt macht.

Der AMC-Summit-Report zeigt, dass Strategien unter USD 100 Millionen mit einem AMC im Vergleich zu einem klassischen Fonds 60 - 70% der Kosten sparen können. Wie genau kommt diese Ersparnis zustande?

Ganz einfach. Ein AMC berechnet grundsätzlich eine geringe jährliche Gebühr auf die Vermögenswerte sowie moderate Fixkosten, die mit zunehmender Komplexität der Struktur steigen. Die Preise und Konditionen variieren jedoch. Genau deshalb haben wir den AMC Creator entwickelt: ein digitales Vergleichstool, mit dem sich die Konditionen verschiedener Anbieter – unsere und die unserer Partner – gegenüberstellen lassen. In wenigen Minuten kann man so die Bandbreite ermitteln und so Kosten, Zeit und Mühe sparen.

Der AMC Creator erleichtert die Suche nach dem passenden Emissionspartner. Wie funktioniert er konkret für Berater? Welche Angaben werden benötigt, welche Ergebnisse liefert das Tool – und wie hilft es bei der Entscheidungsfindung?

Die typischen Nutzer des «AMC Creator» wissen, dass ein «AMC» das richtige Gefäss ist, aber nicht, mit wem sie zusammenarbeiten sollen, was ein fairer Preis ist oder welcher Anbieter die geplante Strategie bzw. die Basiswerte am besten abdeckt. Nach dem Ausfüllen weniger einfacher Felder – etwa zur Anlageklasse und zu strukturellen Eckdaten – erhalten sie eine Liste geeigneter Anbieter. Teilweise können sie auch ein Muster-Termsheet generieren lassen. Die Ergebnisse sind anhand gemeinsamer Parameter wie Domizil des Emittenten, Kosten, «Time to Market» oder Struktur des Vehikels leicht vergleichbar. Nutzer können zudem Annahmen anpassen und die Auswirkungen sofort sehen. Nichts davon ist bindend. Anstatt wochenlanger Gespräche mit verschiedenen Anbietern erhalten sie so unmittelbar die relevanten Informationen, können gezielt Kontakte auswählen und sind besser auf erste Gespräche vorbereitet. Das Ziel ist mehr Transparenz für den besten Preis im Markt.

Das Spektrum möglicher AMC-Basiswerte reicht heute von Private Equity und Private Debt über Krypto bis hin zu Kunst und Wein. Welche Anlageklassen stehen bei Schweizer Wealth Managern aktuell besonders im Fokus? Und wo klafft die grösste Lücke zwischen Diskussion und tatsächlichen Investments?

Neben liquiden, systematischen Strategien auf Aktien und festverzinslichen Anlagen kommt ein ebenso grosses Interesse aus den privaten Märkten. Private Equity und Private Debt sind für Schweizer Verwalter längst kein Nischenbereich mehr, sondern ein realer Teil dessen, was tatsächlich gebaut wird – zunehmend auch Immobilien. Digital Assets und die wirklich exotischen Basiswerte – von Kunst bis Wein – sind kleinere, aber solide wachsende Teile des Geschäfts.

Die Schweiz bleibt Ausgangspunkt des AMC-Universums, doch das internationale Interesse wächst. Welche Bedeutung hat der US-Schritt für GenTwo und die Partnerschaft mit LUMA Financial?

Sie haben recht. Die Schweiz ist und bleibt der Kernmarkt für AMCs, aber das Produkt internationalisiert sich zweifellos: Ein in Zürich strukturiertes Zertifikat kann heute in Dubai oder Singapur verkauft werden. Die Fähigkeit, grenzüberschreitend zu arbeiten, ist deshalb eine der wertvollsten Eigenschaften, die eine Plattform bieten kann. Grossbritannien ist für uns ein wachsender Markt, weshalb wir ein Büro in London eröffnet haben. Was unseren Schritt über den Atlantik betrifft, sehen wir grosse Chancen im Offshore-Vermögensmarkt der Amerikas – sowohl in den USA als auch in Lateinamerika. Genau hier kommt Luma ins Spiel: Sie kennen den Markt in- und auswendig. Wir bringen die Emissionsinfrastruktur mit, sie die Reichweite zu den Vertriebspartnern. Auch wenn wir erst am Anfang stehen, sind wir beide davon überzeugt, dass wir in die richtige Richtung gehen.

Welche Erkenntnisse können andere Märkte von der Schweiz exportieren? Und was können sie von ihr lernen?

Die wichtigste Lektion ist keine Regulierung und auch kein Produkt, sondern eine Haltung. Die Schweiz hat früh gelernt, zwei Dinge in Balance zu halten: Einerseits dem Instrument Raum zur Entwicklung zu geben und es andererseits diszipliniert zu führen – bei Transparenz, Governance und Eignung. Die Freiheit, fast jede Strategie in ein handelbares Produkt zu verwandeln, funktioniert nur, wenn verantwortungsvoll damit umgegangen wird. Diese Balance hat Jahre gebraucht, bis sie stimmte. Es ist genau diese Kombination aus Offenheit und Sorgfalt, die wir exportieren und die andere Märkte aus der Schweizer Erfahrung mitnehmen können.

Der Summit-Report endet mit dem Satz: «The AMC’s most interesting applications may not yet exist.» Welche noch nicht realisierte Anwendung begeistert Sie am meisten – und wo wird sie eher entstehen: in der Schweiz oder international?

Eine besonders zukunftsweisende Anwendung, die mich begeistert, ist der hybride, thematische AMC, den wir in unserer «AMC Summit Master Class» vorgestellt haben: ein einziges Produkt mit einer ISIN, das Wachstum aus Private Equity, Erträge aus Private Debt und die Liquidität börsengehandelter Anlagen in einem klar definierten Thema vereint. Ohne AMC wäre das nur mit erheblichem Aufwand und hohen Kosten realisierbar. Generell fasziniert mich die Vorstellung, dass AMCs künftig zu selbstverständlichen, leicht zugänglichen Bausteinen werden. Auch automatisierte, tokenisierte Strategien halte ich für spannend, selbst wenn das noch etwas weiter in der Zukunft liegt. Was den Standort betrifft, wird sich strukturelle Innovation vermutlich dort bündeln, wo Infrastruktur und Know-how vorhanden sind – derzeit vor allem in der Schweiz. Gleichzeitig wird die wachsende Nachfrage aus internationalen Märkten diese Entwicklung zusätzlich vorantreiben.

Wenn ein Schweizer Vermögensverwalter nach diesem Interview denkt «das könnte interessant sein»: Was ist der wichtigste erste Schritt und welches Argument überzeugt im entscheidenden Gespräch?

Der erste Schritt ist einfach: Sprechen sie mit uns unverbindlich. Wer lieber selbst startet, kann den AMC Creator öffnen und in einer einzigen Session sehen, was möglich ist und zu welchen Konditionen. Das überzeugende Argument ist ebenfalls klar: Sie bringen bereits die entscheidende Grundlage mit – eine funktionierende Strategie und das Vertrauen Ihrer Kunden. Statt einen kompletten Fonds aufzusetzen, wird daraus ein reguliertes, handelbares Produkt mit ISIN: schnell, effizient und zu deutlich geringeren Kosten. Den Rest klären wir gerne im persönlichen Gespräch.

Herzlichen Dank für das Gespräch, Herr Naegeli!  

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Weitere Informationen

GenTwo
GenTwo AMC Creator
The GenTwo Global AMC Summit Report

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Philippe A. Naegeli
CEO von GenTwo

Philippe A. Naegeli ist ein erfahrener Unternehmer und aktiver Investor mit einer über 30-jährigen Laufbahn in Investment- und Merchant Banking, Unternehmensführung und Corporate Governance. 2007 gründete er PAN Asset Management, 2014 wurde er CEO, Managing Partner und Vizepräsident des Verwaltungsrats von Forstmann & Co. USA. 2018 war er zusammen mit Patrick Loepfe Mitgründer von GenTwo, dem weltweit tätigen Schweizer B2B-Fintech mit der Mission, sämtliche Vermögenswerte investierbar zu machen. Heute ist Philippe CEO von GenTwo sowie Mitglied des Verwaltungsrats von GenTwo, GenTwo Digital und SAS Security Agent Services AG.

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